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Insolvenzverschleppung und Schadenersatzpflicht durch den Geschäftsführer

| 11.04.2015 11:51 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mit dem faktischen Geschäftsführer einer GmbH einen Darlehensvertrag abgeschlossen. Die GmbH hat von mir Geld auf das Geschäftskonto überwiesen bekommen. Das Darlehen wurde durch die GmbH bzw. den faktischen GF nicht zurückgezahlt. Ich habe inzwischen einen gerichtlichen Titel (Versäumnisurteil. Seit einiger Zeit läuft nun auch ein Ermittlungsverfahren gegen den faktischen GF und die GmbH wegen Insolvenzverschleppung. Die polizeiliche Ermittlungen sind abgeschlossen, die Ermittlungsakte liegt bei der Staatsanwaltschaft. Diese hat nun einen Bilanzbuchhalter eingesetzt, um den Zeitpunkt der Insolvenzreife zu ermitteln. Dies kann aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach meinem derzeitigen Wissensstand liegt der Punkt der Insolvenzreife bereits weit vor dem Zeitpunkt des Abschlusses des Darlehensvertrag. Die Schulden der GmbH lagen zum Zeitpunkt des Darlehensvertrag bereits weit über dem, was mir der faktische GF als Grundlage für den Darlehensvertrag angegeben hat (Eingehungsbetrug). Somit wäre der eigentliche Geschäftsführer mir persönlich schadenersatzpflichtig, da er seinen Pflichten nicht nachgekommen ist und weder die finanzielle Lage der GmbH überwacht noch einen Insolvenzantrag gestellt hat. Ich weiß inzwischen auch, dass der GF noch über größeres Privatvermögen verfügt, habe aber die Befürchtung, dass er versuchen wird, dies beiseite zu schaffen.
Wie kann ich weiter vorgehen, um an mein Geld zu kommen? Die GmbH verfügt über kein Geld mehr, der faktische GF ebenfalls nicht. Ratenzahlung wird keinen Zweck haben, da dieses Geld sich der zukünftige Insolvenzverwalter zurückholen wird. Ich möchte den ordentlichen Geschäftsführer persönlich auf Schadenersatz verklagen. Macht das derzeit schon Sinn oder soll ich erst das Ergebnis der Ermittlungen abwarten? Wenn der GF nun doch freiwillig aus seinem Privatvermögen zahlen würde um bspw. weitere Gerichtskosten zu vermeiden, wäre dies Gläubigerbegünstigung? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten?
Über eine verständliche Antwort würde ich mich freuen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Sie liegen mit Ihrer Einschätzung ganz richtig, Zahlungen der GmbH an Sie werden vom Insolvenzverwalter in aller regel im Wege der Insolvenzanfechtung §§ 129 ff.InsO angefochten. Dan wäre das Erhaltene aus § 143 InsO wieder heraus zu geben.

Zwar haften Geschäftsführer für Verletzungen Ihrer Pflichten aus § 43 Abs 1. GmbhG aus Abs. 2 grundsätzlich nur der Gesellschaft gegenüber, es wäre aber auch an eine Haftung Ihnen gegenüber zu denken. In diesem Zusammenhang ist insbesonder an eine Haftung aus § 823 BGB zu denken.

Falls die StA nach Abschluss des Vorverfahrens zu dem Entschluss kommen sollte, dass Anklage zu erheben ist und es zu einer Verurteilung des Geschäftsführers kommen sollte, so würde dies Ihren Fall natürlich vereinfachen, da die StA den Sachverhalt komplett ausermitteln muss und Sie in Ihrem Verfahren auf die Ermittlungsergebnisse zurück greifen könnten.

Falls Sie mit Gläubigerbegünstigung § 283c StGB meinen, so kann ich Sie hier beruhigen. Der Geschäftsführer ist ja nicht Schuldner, dies ist die GmbH und wenn er aus seinem Privatvermöfen Zahlungen vornimmt, so trifft dies tatbestandlich nicht den § 283c StGB.

Schnell und unkompliziert wäre es in der Tat den Geschäftsführer anwaltlich anzuschreiben und eine Lösung anzubieten. Hier müsste man dann anhand der Replik ausarbeiten, ob ein Gang vor Gericht notwendig ist oder eine außergerichtliche Einigung möglich erscheint. Hierbei kann ich Ihnen gerne behildlich sein. Kontaktdaten befinden sich auf meinem Profil, diese darf ich hier nicht nennen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.04.2015 | 13:12

Vielen Dank, die Antwort war sehr hilfreich und ich weiß nun, wie ich weiter verfahren werde.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.04.2015 | 13:20

Vielen Dank, derartige Kommentare sind wohl besser in der Bewertung aufgehoben, da ich auf Ihr "Nachfrage" hier anworten muss ;)

Bewertung des Fragestellers 11.04.2015 | 13:12

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