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Insolvenzverschleppung?

| 5. Oktober 2014 19:15 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mit einer GmbH, die angeblich bereits seit 12 Jahren besteht, eine geschäftliche Verbindung aufnehmen.

Von dieser GmbH habe ich über den Bundesanzeiger.de die veröffentlichten Jahresabschlüsse eingesehen. Es handelt sich hier um eine „kleine" GmbH, die die G+V nicht veröffentlicht braucht. Daher kann ich auch den getätigten Umsatz nicht ersehen.

Die veröffentlichten Jahresabschlüsse ab 2006 beinhalten alle ab 2006 eine Bilanzposition „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" auf der Aktiv-Seite, gleiche Summe auf der Passiv-Seite „nicht gedeckter Fehlbetrage".
Die letzte Veröffentlichung 2012 besagt Aktiva/Passiva „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" von 135 T€ bei einer gesamten Bilanzsumme von 204 T€.
Ähnliche Zahlen ziehen sich von der ersten Veröffentlichung in 2006 bis zur letzten Veröffentlichung.

Ich habe das Gefühl, durch die erheblichen und laufenden Verluste und nur geringen Gewinne und laufend nicht gedeckt durch Eigenkapital, dass hier eine Insolvenzverschleppung vorliegt.

Bitte um Information, ob an aus diesen dargestellten Werten eine Insolvenzverschleppung sehen kann und ob man mit einer solchen Firma „Geschäfte" ohne Probleme abschließen kann.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ob eine Insolvenzverschleppung gegeben ist, kann aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben nicht beurteilt werden. Die Überschuldung ist bei Kapitalgesellschaften nur noch dann ein Insolvenzgrund, wenn der Betrieb eingestellt wird, § 19 InsO . Hier ist nur eine buchrechtliche Überschuldung geben. Die tatsächliche wirtschaftliche Situation kann z.B. durch den Aufbau von Stillen Reserven anders aussehen.

Rechtsgeschäfte würde ich mit diesem Unternehmen nur unter der Berücksichtigung von Vorsichtsmaßnahmen abschließen. So würde ich z. B. ein Vorschuss verlangen oder ein einfachen Eigentumsvorbehalt vereinbaren. Auch kann eine selbstschuldnerische Bürgschaft der Gesellschafter angebracht sein. Diese wird aber nur dann werthaltig sein, wenn die Gesellschafter selbst nicht überschuldet sind.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 6. Oktober 2014 | 12:37

Sehr geehrter Herr Scharrer,

von etwaigen stillen Reserven kann lt. den diversen veröffentlichen Bilanzen keine Rede sein, da das Anlagevermögen nur Werte in Höhe von ca. 5 T€ (vermutlich Computer) sind.

Seit der Zeit der Veröffentlichungen sind negative Kapitalwerte vorhanden im erheblichen Maße.

Ich sehe hier auf jeden Fall eine totale Überschulduung und Insolvenzverschleppung.

Bitte um Mitteilung, ob Sie mit meiner Darstellung übereinstimmen, wenn der Sachverhalt entsprechend ist.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 6. Oktober 2014 | 13:56

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die stillen Reserven (z.B. Grundstücke,Produktionsanlagen usw.) werden nicht in der Buchführung aufgeführt. Diese Reserven entstehen dadurch, dass diese nicht buchhalterisch erfast werden (dürfen. So kann z.B. sich der Wert eines bebauten Grundstückes vervielfachen, buchhalterisch muss aber das Gebäude auf 30 Jahre abgeschrieben werden, so dass in den Büchern der Wert in dieser Zeit sinkt. Wenn das Anlagevermögen nur einen buchhalterischen Wert hat von 5 T€, so kann tatsächlich ein erheblich höherer Wert gegeben sein. Eine Maschine muss z. B. jährlich abgeschrieben werden, bis diese Maschine in der Bilanz nur den Wert von € 1,00 erreicht hat. Dass diese Maschine z. B. einen erheblichen Schrottwert oder Wiederverkaufswert haben kann, braucht nicht näher beleuchtet werden. Insbesondere kann aber auch diese Maschine einen erheblichen Nutzwert aufweisen.

Daher kann hier nur von einer bilanzierten Überschuldung ausgegangen werden. Um eine insolvenzrechtliche Überschuldung festzustellen, müsste hier eine Inventur vorgenommen werden, wobei hierbei der zu erlösende Betrag für das Inventar zu ermitteln wäre. Dieser Betrag ist mit Sicherheit höher, als die bilanzielle Wertermittlung. Da auch hier ggf. eine positive Fortführungsprognose gegeben ist und diese dazu führt, dass insolvenzrechtlich keine Überschuldung gegeben ist, kann nicht aufgrund Ihrer Angaben alleine von einer insolvenzrechtlichen Überschuldung ausgegangen werden.

Dringend möchte ich Ihnen hier allerdings empfehlen, dass Sie Sicherungsmaßnahmen (vgl. Oben) vor der Lieferung von Waren bzw. der Bezahlung von Ware vornehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.
Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 7. Oktober 2014 | 08:13

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