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Insolvenzverfahren trotz Eidesstattlicher Versicherung

11.08.2012 00:23 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Ich habe ca (den genauen Überblick habe ich längst verloren) 70.000 € Schulden bei etwa 30 Gläubigern.
Durch meine Selbständigkeit vor 5 Jahren ist das so gekommen.
2011 habe ich zum 2. Mal eine EV abgeben müssen, weil ich kurz vorher Hartz 4 beantragt hatte (geänderte Einkommensverhältnisse also).
Ein Gläubiger hat mir jetzt mit Privatinsolvenz gedroht. Ich weiß, dass das machbar ist, hab mich kundig gemacht. Wie soll ich reagieren?
Soll ich sagen:"Stell dich mal hinten an!" oder gar nicht reagieren, Methode Strauss also?
Ratenzahlung klappt einfach nicht. Wer einmal die Hartz 4 - Mühle durchlaufen hat, weiß das.
Ich bin 55 Jahre alt, bemühe mich ständig um Arbeit, bin motiviert bis zum Geht nicht mehr. Aber selbst zum Brötchenschmieren oder Geschirrabwaschen braucht man wohl ein Diplom. Was soll ich denen vom Inkassodienst antworten?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Bitte beachten Sie dabei, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage anhand des von Ihnen dargestellten Sachverhaltes zu geben. Eine persönliche Beratung und Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Das Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer vollständig anderen rechtlichen Beurteilung führen.

1.
Vorweg: Eine rechtliche Einschätzung, hinsichtlich der Erfolgsaussichten sich gegen einzelne Forderungen expliziet zu wehren, kann leider schon mangels Sachverhaltsinformationen an dieser Stelle nicht erfolgen. Ebenso ist nicht ersichtlich, wie weit die Forderungseintreibung bzw.Vollstreckung schon fortgeschritten ist und ob noch erfolgsversprechende Rechtsbehelfe gegen einzelne Entscheidungen eingelegt werden könnten. Dazu ist die Durchsicht aller vorhandenen Dokumente unerlässlich.

2.
Angesichts der Tatsache, dass Sie nach eigenen Angaben Schulden in Höhe von rund 70.000 € haben und bereits ein Insolvenzverfahren angedroht wurde, kann ich Ihnen leider nur raten, diese ernst zu nehmen und sich bereits im Vorfeld über den Verfahrensgang einer Verbraucherinsolvenz nach § 304 InsO bzw. einer Regelinsolvenz nach § 11 ff. InsO zu informieren:

Die Verbraucherinsolvenz kann beispielsweise auch bei ehemalig selbständig Tätigen angewendet werden, wenn dessen Vermögensverhältnisse überschaubar sind und gegen ihn keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen.

Welches Verfahren bei Ihnen, als ehemaliger Selbsständiger in Betracht kommt richtet sich demnach nach der Anzahl der Gläubiger (über 19 ist die Regelinsolvenz einschlägig), die Höhe der Forderungen und die Gläubiger (z.B. bei Finanzamt, Arbeitsamt, Sozialversicherungsträger ist die Regelinsolvenz einschlägig).

Die genaue Kenntnis des für Sie möglicherweise einschlägigen Verfahrens ist zudem sehr wichtig, für Ihr Verhalten im Verfahren. Unter anderem bietet beispielsweise eine Regelinsolvenz natürlichen Personen die Möglichkeit der kompletten Schuldenbefreiung nach § 286 InsO (Restschuldbefreiung) mit dem Ablauf der Wohlverhaltensperiode.
Eine Insolvenz kann also auch eine Chance auf ein schuldenfreies Leben bieten.

3.
Dem Inkassounternehmen können Sie, erfolgsversprechend, bei einer berechtigten Forderung, nur mit der Zahlung der Forderung entgegentreten. Einem Gläubigerantrag nach § 14 InsO stünde eine Zahlung als Zulässigkeitshindernis, entgegen.
Ihren Sachverhaltsangaben entnehme ich allerdings leider, dass eine Rückzahlung für Sie, selbst im Wege der Ratenzahlung, unrealistisch erscheint.

Grundsätzliche Voraussetzung für die Zulässigkeit eines Gläubigerantrags ist nach § 14 InsO , dass ein rechtliches Interesse an der Eröffnung besteht (z.B. Nichtzahlung) und die Forderung sowie der gesetzliche Eröffnungsgrund nach § 16 InsO (§§ 17,18 InsO (Drohende) Zahlungsunfähigkeit, § 19 InsO Überschuldung) glaubhaft gemacht werden.

Für den Fall, das ein Antrag gestellt wird, stehen Ihnen damit auch eingeschränkt Verteidigungsmittel zu, wie etwa Einwendungen gegen das Antragsrecht. Die Erfolgsaussichten können allerdings insoweit mangels Sachverhaltsangaben nicht beurteilt werden.

4.
Sie sollten für eine genaue rechtliche Beurteilung in jedem Fall einen Kollegen vor Ort aufsuchen, um sich ausführlich und unter Zugrundelegung aller Unterlagen beraten zu lassen, damit eine mögliche Insolvenz in der bestmöglichen Weise durchgeführt werden kann.


Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Einschätzung gegeben zu haben. Bei Verständnisfragen können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Kristin Nözel
Rechtsanwältin



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