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Insolvenzverfahren - Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Besitztümer im Ausland geprüft werden

| 21.05.2012 11:32 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


Hallo. Mein Vater hat Privat-Insolvenz angemeldet. Das Verfahren hat gerade begonnen. Sein Haus in Deutschland wird zur Hälfte gepfändet. Die andere Hälfte gehört meiner Mutter. Sie wurden gerade geschieden, die Gütertrennung ist noch nicht vollständig vollzogen.
Er hat auch ein Haus in Kroatien, dass er nicht angeben hat.
Meine Befürchtung ist, dass die Schulden größer sind, als das Haus in Deutschland decken kann. Gibt es eine realistische Gefahr, dass nach dem EU-Beitritt Kroatiens im Jahr 2013
der Insolvenzverwalter (sofern er es mitbekommt) auch das Haus in Kroatien verwertet, das meinem Vater zu 2/3 gehört? Meinem Bruder gehört das restliche 1/3. Er hat es bisher nicht angegeben.
Wäre es sinnvoll, dass er es seinen Kindern vor dem Eu-Beitritt überschreibt? Oder ist es schon zu spät, wenn das Insovenz-Verfahren schon angefangen hat.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Besitztümer im Ausland geprüft werden. Wenn meine Mutter auch dort ihre Ansprüche, im Zuge der Gütertrennung stellt, wird dann der Insolvenzverwalter davon in Kenntnis gesetzt? Was macht am besten um eine Verwertung im Ausland möglichst zu vermeiden. Ist es sinnvoll, dass er seinen zwei Töchtern wenigstens lebenslanges Wohnrecht überschreibt, wenn er Ihnen schon das HAus nicht überschreiben will.Welche Möglichkeiten sehen Sie?
MfG

21.05.2012 | 13:14

Antwort

von


(3)
Hardenbergstraße 12
10623 Berlin
Tel: 030 120857200
Web: http://www.mediation-recht.net
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Dabei gehe ich davon aus, dass es sich bei dem Insolvenzverfahren um ein in Deutschland geführtes Verbraucherinsolvenzverfahren handelt.

Die Nichtangabe des Grundstücks in Kroatien kann Ihren Vater die Restschuldbefreiung kosten, wenn ein Gläubiger spätestens im Schlusstermin die Versagung der Restschuldbefreiung beantragt. Der Treuhänder hat kein Antragsrecht. Er wird voraussichtlich schon deshalb keine eigenen Ermittlungen über verheimlichtes ausländisches Grundvermögen anstellen. Er könnte dies tun, um weiteres verwertbares Vermögen für die Masse zu generieren. Bei einfach zu bewerkstelligenden Ermittlungen z.B. nach Kraftfahrzeugen, inländischen Grundstücken u.s.w. tun dies die Treuhänder durchaus. Gläubiger tun in der Regel eher wenig, um Versagungsgründe zu ermitteln.

Die Verwertung des Grundstücks in Kroatien ist keine Frage des EU-Beitritts, sondern kann schon jetzt erfolgen.

Durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat Ihr Vater die Verfügungsgewalt über sein Vermögen verloren, so dass praktisch jede Verfügung über nicht pfändungsfreies Vermögen unwirksam wäre. Auch hier stellt sich daher nur die Frage, ob Verfahrensbeteiligte (Gläubiger, Treuhänder, Insolvenzgericht) überhaupt von dem Grundstück erfahren und welche Konsequenzen sie daraus ziehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang N. Sokoll, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Wolfgang N. Sokoll

Rückfrage vom Fragesteller 25.05.2012 | 19:23

Vielen Dank, Ihre Information ist sehr nützlich. Habe ich als Tochter die Möglichkeit vom Gericht oder Sachverwalter Informationen über die Höhe der Verschuldung zu erfahren.
Würden Sie eine Überschreibung des Hauses in Kroatien empfehlen?

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.05.2012 | 10:49

Die Höhe der Verschuldung sollte Ihrem Vater schon aus den in dem Insolvenzantrag gemachten Angaben bekannt sein. Grundsätzlich können die Verfahrensbeteiligten beim Insolvenzgericht die Akte einsehen und ggf. Auszüge anfordern. Die sog. Insolvenztabelle enthält nur Forderungen, welche von Insolvenzgläubigern bei dem Treuhänder angemeldet wurden, besagt also nichts über die Höhe der tatsächlichen Verschuldung. Allerdings umfasst die Restschuldbefreiung auch Insolvenzforderungen, welche nicht angemeldet wurden. Ihre Frage ziehlt offenbar darauf ab zu erfahren, ob das bekannte Vermögen und Einkommen Ihres Vaters zu einer vollständigen Befriedigung der Gläubiger führen kann. Wenn dies der Fall wäre, dann wäre ein Insolvenzverfahren nicht eröffnet worden, weil gar kein Insolvenzgrund gegeben gewesen wäre.

Die Übertragung des Grundstücks ist wie gesagt nach deutschem Recht unwirksam. Schon die Nichtangabe des Grundstücks im Insolvenzantrag und weiter im laufenden Verfahren wird auf Antrag eines Gläubigers zur Versagung der Restschuldbefreiung durch das Insolvenzgericht führen. Weiterer Rechtsbrüche bedarf es hierzu nicht. Ob die Übertragung nach kroatischem Recht wirksam wäre, und damit das Grundstück dem Zugriff des Treuhänders und/ oder der Gläubiger entzogen wäre, steht zu bezweifeln.

Bewertung des Fragestellers 25.05.2012 | 19:27

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