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Insolvenz was dann?

28.01.2009 06:36 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


Hallo,
ich habe folgendes Problem:
ich bin Geschäftsführer (meine Frau und der Seniorchef wurden 2008 abberufen)
und alleiniger Inhaber einer GmbH und tätig für die Automobilindustrie; leider ist die ganze Karre i.M. an die Wand gefahren worden; selbst meine Hauptkunde ist in finaziellen Schwierigkeiten, also die Lage ist nicht rosig; die GmbH mit 17 Mitarbeitern ist gesund und hat ausser 2 Leasingverbindlichen keine Verpflichtungen und Rücklagen von über 400 ooo EUR; der Maschinenpark ist modern und die Räume sind gemietet. Eigentümer der Halle bin ich selber und die GmbH bezahlt Miete an meine Besitzgesellschaft.(hier habe ich Verbindlichkeiten von 280 .ooo EUR durch Anbauten e.t.c. Für die Besitzgesellschaft hafte ich auch persönlich.
Was mache ich oder wie mache ich richtig wenn sich die Auftragslage weiter rückläufig oder wie mit meinem Hauptkunden zum Erliegen kommt; natürlich kann ich mit Kurzarbeit, Entlassungen, Kostensenkungen u.s.w. reagiern was ich auch schon habe. Natürlich kämpfen wir um Neukunden, um jeden Auftrag und jeden Arbeitzplatz keine Frage. die Firma ist mein Lebenswerk doch was ist wenn der Tag x eintritt:
Liquidation halte ich für ausgeschlossen, da der Markt selbst für gute Maschinen zusammengebrochen ist.
das gleiche gilt für den Gewerbimmobilienmarkt alles im Eimer.
Also Insolvenz und weiter da mit dem Wegbrechen der Miete auch die Besitzgesellschaft mit der Immobilie in die Insolvenz also ich geht sprich auch Privatinsolvenz.
was kann ich tun um wengistens im Falle X mir Geld aus der Firma zu ziehen (ich möchte keine Gläubiger hintergehen) sondern nur an die Rücklagen
was für Fristen muss ich beachten z. B. bei einer Gewinnausschüttung e.t.c. oder Darlehen an mich e.t.c.

Ferner habe ich Gütertrennung meine Frau hält sämtliches Vermögen und ich bin eigentlich nur Schuldner vom EFH und einer ETW; (eigentümerin istjeweils meine Frau)
ich habe wohl einen Rückübertragunsanspruch im falle der Trennung
kann jemeand irgenwie an das Vermögen meiner Frau?

Es geht mir eigentlich nur noch darum Vermögen zu sichern weil über die Gewerbimmobilie bei den heutigen Preisen ist eine Privatinsolvenz unvermeidlich die GmbH könnte ich verkleinern b.z.w. Liquidieren aber das würde die Rücklagen auffressen
was kann ich tun oder was muss ich beachten?

Gruß jürgen

28.01.2009 | 08:39

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Das Vermögen Ihrer Frau wäre im Falle einer Insolvenz nicht betroffen, außer es bestehen entsprechende Haftungsübernahmen seitens Ihrer Frau. Die Ehe begründet jedenfalls keine Mithaftung im Falle einer Insolvenz.
2. Bei der GmbH und der Besitzgesellschaft gibt es zwei insolvenzrechtlich relevante Probleme. Zum einen sind Sie Gesellschafter der GmbH und Eigentümer der Immobilie (Mithaftung). Zwar ist die Immobilie vermietet, jedoch würde der Insolvenzverwalter die Überlassung der Immobilie als eigenkapitalersetzend ansehen und zunächst die Immobilie ohne Zahlung einer Pacht/Miete weiternutzen, soweit er den Betrieb fortführen würde, was die finanzielle Situation sicherlich verschärfen wird.
3. Auch hinsichtlich der bestehenden Rücklagen können diese zwar um ein Gesellschafterdarlehen oder eine Gewinnausschüttung ausgekehrt werden. Neben der steuerlichen Belastung wäre aber auch hier das insolvenzrechtliche Problem, dass der Insolvenzverwalter derartige Verfügung anfechten würde. Entsprechende Ausschüttungen wären an die GmbH zurückzuführen, was problematisch werden würde, wenn mit diesen Geldern das Darlehen für die Gewerbeimmobilie zurückgeführt wird. Hier gilt es bei Gewinnausschüttungen mindestens ein Zeitraum von einem Jahr zu beachten. Ein Darlehen von der GmbH an Sie wäre bei einer Insolvenz abzgl. der geleisteten Tilgungen ebenfalls zurückzuführen. Entsprechende Frist können hier nicht berücksichtigt werden, da das Darlehen als Dauerschuldverhältnis in die möglicherweise zu beantragende Insolvenz hineinlaufen würde.
Soweit allerdings keine Insolvenz folgt, wären die vorgenannten Maßnahmen, vorbehaltlich der steuerlichen Auswirkungen, durchführbar.
4. Bei einer Liquidation der GmbH, was durchaus möglich ist, geht meiner Ansicht nach zu viel Vermögen verloren, da das Unternehmen zum Sachwert verwertet würde. Die Auftrags- und Ertragslage bliebe hier außen vor. Zudem bliebe das Darlehen für die Gewerbeimmobilie bestehen.
5. Folglich sind kurzfristige Maßnahmen ausgeschlossen bzw. bergen das erhebliche Risiko, dass der Insolvenzverwalter sich entsprechende Gelder unter Verweis auf die Anfechtungsvorschriften zurückholt, so dass die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen nicht zu dem erhofften Erfolg führen. Entsprechende Maßnahmen wären natürlich durchführbar, wenn keine Insolvenz folgen würde.
6. Um auf die jetzige Situation zu reagieren, die andere Unternehmen gleichermaßen trifft, wie Sie bestehen, folgende Möglichkeiten.

- Betriebs- und Besitzgesellschaft werden zusammengeführt, so dass aus dem Vermögen und den Erträgen der GmbH die Belastungen für die Immobilie übernommen werden. Hier wäre aber zu prüfen, welche steuerlichen Auswirkungen dies hätte.
- Mit der Bank wäre in Vorausschau der Entwicklung bereits jetzt eine mögliche Tilgungsaussetzung zu vereinbaren, falls die GmbH sich weiterhin negativ entwickelt, um für die GmbH entsprechende Spielräume zu schaffen.
- Soweit die Gegebenheiten der Immobilie es zulassen, sollte eine Untervermietung geprüft werden.
- Sicherlich kommen Sie bei Anhalten der jetzigen wirtschaftlichen Situation nicht umhin, weitere Sparmaßnahmen durchzuführen und die Situation im Unternehmen zu kommunizieren. Jedoch sollten Sie auch bedenken, dass Sie gegenüber vielen Autozuliefererunternehmen, wesentlich besser dastehen, da das Unternehmen offensichtlich Schuldenfrei ist.
- Eine abschließende Möglichkeit wäre das Unternehmen zu veräußern. Dies halte ich jedoch angesichts der Marktsituation nicht für diskussionswürdig.

Ich hoffe Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Sollte ich einen Aspekt nicht berücksichtigt haben oder weitere Fragen aufgetreten sein, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage. Ich werde diese dann umgehend beantworten.
Selbstverständlich stehe ich Ihnen für eine weitergehende Beratung gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

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