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Insolvenz und Limited

| 17.05.2006 10:18 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Hallo,

ich bin geschäftsführender Gesellschafter einer Limited (gegründet 2004) Die Firma läuft sehr erfolgreich. (5 Mitarbeiter) und hat keine finaziellen Probleme.
Privat habe ich jedoch Insolvenz mit meiner davor existenten Einzelfirme beantragt (Januar 2005).
Zwischenzeitlich habe ich die Limited auch verkauft und mich ganz aus dem Unternehmen zurück gezogen. Nun habe ich die Firma wieder übernommen.
Ein Kunde hat nun von meiner Insolvenz Kenntnis erhalten und stellt seine Zahlungen ein. Kann er das?
Schließlich ist die Limited doch nicht insolvent. Ist doch eine eigenständige juristische Person!?
Kann der Insolvenzverwalter denn auch die Limited verwerten?
Was ist wenn ich sie wieder verkaufe?

Gruß,
Martin

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

1. Eine Verweigerung der Zahlung kann der Kunde nicht vornehmen, da es sich prinzipiell um zwei verschiedene Rechtspersönlichkeiten handelt. Die Ltd. hat einen danach einen Zahlungsanspruch, die Insolvenz Ihrer Personen spielt hierbei zunächst keine Rolle, außer der Insolvenzverwalter /Treuhänder hat sich an die Kunden gewandt mit der Aufforderung nur noch an Ihn leisten zu dürfen, wovon ich allerdings nicht ausgehe. Fordern Sie Ihren Kunden daher mit entsprechender Fristsetzung zur Zahlung auf.

2. Grundsätzlich kann der Treuhänder/Insolvenzverwalter gem. § 80 InsO über Ihr Vermögen, wozu auch die Anteile einer Ltd. gehören, verfügen. Soweit Sie aus diesem Unternehmen Einkünfte und Gewinnanteile beziehen sind diese unter Berücksichtigung der Pfändungsfreigrenze an den Treuhänder/Verwalter abzuführen. Die Insolvenzgläubiger sind dabei so zu stellen, als wenn Sie eine angemessene Anstellung nach gehen würden, § 295 InsO. Dies wäre im Einzelfall mit dem Treuhänder/Verwalter abzustimmen.

3. Die Verwertung der Ltd ist allerdings auch davon abhängig, mit welchen Mittel Sie diese erworben haben. Haben Sie das Unternehmen damals verkauft, obgleich es zur Insolvenzmasse gehört hatte, wäre zum einen der Verkauf des Unternehmens möglicherweise anfechtbar zum anderen wäre der Erlös an die Insolvenzmasse abzuführen.

Hierbei ist dann das genaue Datum der Insolvenzantragsstellung und des Verkaufes der Gesellschaft maßgebend. Soweit Sie von diesen Mittel die Ltd. aktuell wieder übernommen haben, bestünde auch hier noch eine Verstrickung zur Insolvenzmasse, mit der Folge der Verwertungsmöglichkeit des Treuhänder/Insolvenzverwalter. Gleiches würde auch im Falle einer Veräußerung der Gesellschaft gelten, zu mal diese Veräußerung auch anfechtbar wäre.

4. Soweit Sie die Ltd. mit den Ihnen zur Verfügung stehenden pfändungsfreien Beträgen erworben haben, sehe ich hier keine Notwendigkeit, dass die Gesellschaft der Insolvenzmasse zufallen sollte, was wiederum auch für den Erlös aus der Veräußerung gelten würde.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der Nachfrage weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 17.05.2006 | 16:30

Hallo Herr Schröter,

vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort.

Es ist so dass ich zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages nicht Inhaber (Gesellschafter oder Geschäftsführer) war sondern nur Angestellter mit einem pfändungsfreien Gehalt. Auch habe ich keine sonstigen erlöse aus der Firma wie etwa Gewinnausschüttung o.ä. erhalten. Erst im Dezember 2005 habe ich die Firma zurück gekauft (zu einem Preis von 100 GBP.). Nun möchte ich die Firma zum gleichen Preis wieder veräußern. Ich hoffe es gibt deswegen keine Probleme. Der Insolvenzverwalter hat keinen meiner Kunden angeschrieben. Ich bin aber auch nicht sicher ob er weiß dass ich die Firma wieder übernommen habe. Ich faxe ihm zwar monatlich meine Gehaltsabrechnung zu, es kam aber bisher keine Frage. Natürlich möchte ich jetzt keine schlafenden Hunde wecken.
Weiterhin hat sich unser Kunde bei Creditreform eine Auskunft gezogen in der steht, dass die Limited (weil ich Inhaber bin) insolvent ist. Ist doch auch keine korrekte Auskunft, oder? Ohne saubere Auskunft will unser Kunde (natürlich unser wichtigster)nicht weiter mit uns zusammen arbeiten. Deshalb verkaufe ich jetzt wieder. Vielen Dank für Ihre Antwort.

Gruß,

Martin

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.05.2006 | 17:07

In Ihrem Falle sollten Sie unbedingt Creditreform anschreiben und die Korrektur der Eintragung fordern und durch das Vorbehalten von Schadensersatzansprüchen Ihrem Anliegen Nachdruck verleihen. Der Kauf bzw. Verkauf der Ltd. ist dürfte unbedenklich sein, da sich der Erwerb aus dem pfändungsfreien Betrag darstellen läßt.

Insoweit besteht außer der Zahlungsverweigerung Ihres Hauptkunden aus insolvenzrechtlichen Erwägungen keine Notwenigkeit das Unternehmen zu verkaufen. Sie sollten daher bei Creditreform auf eine schnelle Klärung drängen.

Ein Insolvenzverfahren müßte zumindestens im zuständigen H
Handelsregister eiungetragen sein. Wenn dies nicht der Fall ist, muß seitens Creditreform die entsprechende Auskunft korrigiert werden.

Beste Grüße

RA Schröter

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