Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Insolvenz auf drei Jahre verkürzen

| 01.08.2019 12:49 |
Preis: 25,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Sehr geehrte Anwälte,

Ich musste die Privatinsolvenz anmelden, da mir die Bank meine Immobilien Kredite gekündigt hatte. Die Geschichte dazu ist etwas komplex aber im grossen und ganzen wurde ich reingelegt.

Es wurden 345.000€ als Schuldensumme angemeldet und mir wurde im 06.2019 die Insolvenz vom Gericht eröffnet.

Eine Wohnung wurde kurz vorher 05.2019 von der Bank schon versteigert für 32.500€ (aufgenommenes Darlehn war dafür 140.000€).

Die zweite wird jetzt vom Treuhänder versteigert Gutachten 80.000€ (aufgenommenes Darlehn war dafür 210.000€ mit einem Partner).

Mein Ziel ist es auf drei Jahre zu verkürzen.
Heisst das:
345.000€ = 35% 120.750€ + Gerichts und Anwaltskosten 28.670€ = 149.420€.
149.420€ muss ich zurückzahlen um nach drei Jahren die Schuldenbefreiung zu bekommen.

Nun zu meiner Frage:
Werden mir die versteigerten Wohnungen auf die 149.420€ angerechnet? und ich muss nur noch die restliche Differenz zahlen? im besten fall ca 60.000€

Ich wäre Ihnen sehr verbunden wenn Sie mir darauf eine Antwort geben könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nach § 300 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 der aktuell gültigen InsO beträgt die Restschuldbefreiungsphase 3 Jahre, wenn a) die Verfahrenskosten [also die Gerichtskosten und die Vergütung des Insolvenzverwalters/Treuhänders] beglichen wurden und b) die Gläubiger mit einer Quote von mind. 35 % befriedigt werden.

Die zur BEfriedigung der Gläubiger benötigte Summe haben Sie korrekt berechnet. Davon ausgehend, dass diese Summe der Insolvenzmasse im eröffneten Verfahren entspricht, ergeben sich Kosten des Insolvenzverwalters von € 25.230,98 inkl. UST. Dieser Betrag erhöht sich noch um die Auslagen (max. € 7.569,29) sowie eventuelle Zuschläge nach § 3 InsVV. Gerichtskosten fallen nach Nrn. 2310, 2320, 2350 KV GKG in Höhe von ca. €3.833,00 an, wobei die Kosten eines eventuellen Insolvenzgutachtens noch hinzukommen. Diese können aus Erfahrungswerten mit pauschal € 1.000,00 angesetzt werden. Schließlich kommen noch die Kosten des Treuhänders hinzu, wobei ich hier pauschal € 357,00 ansetze. Somit muss abweichend von Ihrer Berechnung mit einem finanziellen Aufwand von ca. € 160.000,00 für eine vorzeitige Verfahrensbeendigung gerechnet werden.

Der Versteigerungserlös wird nur mittelbar auf diesen Betrag angerechnet. Zunächst wird mit dem VErsteigerungserlös nur der Grundschuldgläubiger bedient, d.h. dessen Forderung wird reduziert. Die sodann verbleibende Differenz (der sog. "Ausfall") geht in die Schlusstabelle ein und stellt die Basis für die Forderung dar, die zu 35% befriedigt werden muss. Entsprechend weniger Geld muss zur Verfügung gestellt werden, und entsprechend niedriger fallen die Kosten des Insolvenzverfahrens aus.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.08.2019 | 19:14

Danke vielmals für Ihre Antwort.

Also wenn ich das richtig verstanden habe, sind die 35% = 160.000€ und da sind schon die versteigerten Immobilien inbegriffen?

das heisst ich muss in 36 Monaten 160.000€ zurückbezahlen??

Ansonsten dauert die Insolvenz 5 Jahre.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.08.2019 | 13:04

Hallo,

nein, das ist so nicht korrekt: Der Erlös aus den Immobilien würde auf die Insolvenzforderungen angerechnet (und eben nicht auf die 35%). Kommen z.B. VErsteigerungserlöse von T€ 100 zustande, würden diese auf die Forderungen von T€ 345 verrechnet. Im Schlussverzeichnis stünden dann T€ 245, von denen 35% = € 85.750,00 befriedigt werden müssten, um in die 3-Jahres-Regelung zu kommen.

Freundliche Grüße

Thomas Henning
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.08.2019 | 10:16

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"War eine sehr ausführliche Antwort, zusätzlich hat er mir nochmal zum Verständnis meine zweite Frage beantwortet."
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für das positive Feedback!
Jetzt Frage stellen