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Insolvenz Reiseveranstalter - Teilleistung (Flug) in Anspruch nehmen?

22.04.2011 11:21 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


14:31
wir haben mit mehrern Personen eine Pauschalreise gebucht und diese auch schon komplett bezahlt (geplanter Reisetermin 19.04. - 10.05.). Nun wurde uns gestern telefonisch und dann auch nochmal per email mitgeteilt, dass der Reiseveranstalter am 20.04. Konkurs angemeldet hat und wir unsere Reise daher nicht antreten könnten bzw. der Reiseveranstalter keine Leistung erbringen könnte. Ein kurzer Anruf bei der Airline (Air Berlin) ergab allerdings, dass wir offenbar nach wie vor auf den Flügen als Reisende eingetragen sind.

Generell haben wir aus dem Versicherungsschein bzw. der Insolvenz-Versicherung des Reiseveranstalters ja Anrecht auf Erstattung der Reisekosten.

Meine Frage: Was passiert im Hinblick auf unseren Erstattungsanspruch gegenüber der Versicherung, wenn wir jetzt einen Teil der Leistung (nämlich die Flüge, die, im Gegensatz zum gebuchten Hotel und gebuchten Zusatzleistungen wie Transfer und Tauchpaket, offenbar vom Reiseveranstalter bereits an die Aireline bezahlt worden sind) in Anspruch nehmen?
Wird dann einfach der zu erstattende Betrag um den kalkulatorischen Teil des Flugpreises (der dann irgendwie aus dem Pauschalbetrag ermittelt werden müsste) gemindert und wir hätten nach wie vor Anspruch auf eine erstattung des restlichen Betrags, oder gefährden wir durch Inanspruchnahme einer Teilleistung (des Fluges) unseren Anspruch auf lesitungserstattung insgesamt?
22.04.2011 | 12:45

Antwort

von


(37)
Gutenbergplatz 1
65187 Wiesbaden
Tel: 0611-991660
Web: http://reiserechtsexperte.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für die Anfrage auf dem Portal 123recht.net

Die von Ihnen aufgeworfene Frage möchte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung im Rahmen einer ersten Einschätzung wie folgt beantworten:

Grundsätzlich rate ich nicht dazu, irgendwelche Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung der Reise einzugehen. Da ich nicht weiß, in welches Land die Reise führen soll, kann ich nicht abschätzen, welches finanzielle Risiko Sie eingehen, wenn Sie reisen.

Sie teilen mit, dass man Ihnen mitgeteilt habe, dass der Reiseveranstalter am 20. April 2011 Insolvenz angemeldet habe und Sie deshalb die gebuchte Reise nicht antreten können. In der Mitteilung, dass Sie die Reise nicht antreten können, sehe ich auch die Erklärung des Reiseveranstalters, dass er keine Garantie mehr übernehmen wird, ob die Reiseleistungen tatsächlich erbracht werden können. Darüber hinaus ist in der Erklärung eine Kündigung des Vertrages zu erkennen, die Ihnen unter Umständen das Recht nimmt, die Reise tatsächlich anzutreten.

Sie teilen mir weiter mit, dass ein Leistungsträger, nämlich die Fluggesellschaft, Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie auf den Flügen "als Reisende eingetragen" seien. Diese Erklärung ist mit Vorsicht zu genießen. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Fluggesellschaft nicht Ihr Vertragspartner geworden ist, sondern ausschließlich der Reiseveranstalter. Darüber hinaus teilten Sie mir mit, dass der geplante Reisetermin der 19. April gewesen sei. Dieses Datum ist bereits abgelaufen, so dass der Beförderungsanspruch entfallen sein dürfte. Gemäß häufig verwendeter Beförderungsbedingungen entfällt zudem die Verpflichtung der Luftfahrtunternehmen, die Rückbeförderung durchzuführen, wenn die Beförderung auf dem Hinflug nicht in Anspruch genommen wurde. Zwar ist die Unwirksamkeit dieser Klausel denkbar, allerdings liegt hier nach meiner Einschätzung ein weiteres Risiko für Sie.

Die gesetzliche Lage kann in Ihrem Fall keine Sicherheit erbringen, da im Gesetz lediglich zwei mögliche Varianten vorgesehen sind:

- Die Reise wurde noch nicht angetreten und fällt vollständig aus oder

- die Reise wurde angetreten und der Reisende erhält ab der Insolvenz des Reiseveranstalters keine weiteren Leistungen mehr, so dass der Reisende zurückzubefördern ist.

Der Fall, dass die Reise noch nicht angetreten wurde und der Reisende Teilleistungen der Reise in Anspruch nehmen möchte, ist im Gesetz nicht geregelt.

Angesichts der völlig unsicheren Lage kann ich Ihnen nicht empfehlen, ihr Vorhaben zu verwirklichen.

Um Ihnen dennoch Ihre Anfrage zu beantworten, möchte Ihnen ich folgende Erläuterungen zukommen lassen:

Es gilt generell, dass bei Ausfall von Teilleistungen der Versicherer anteilig Ersatz für die nicht in Anspruch genommenen Leistungen leisten muss. Allerdings gilt das für den oben geschilderten Fall, dass die Reise bereits angetreten und infolge der Insolvenz des Veranstalters unterbrochen wurde.

Sollten Sie dennoch die Flugleistungen in Anspruch nehmen wollen, so sollten Sie sich mit dem Reiseveranstalter und vor allem auch mit dem Kundengeldabsicherer in Verbindung setzen, um Ihre Rechte abzusichern.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Rahmen dieser Anfrage eine tiefer greifende juristische Bewertung aufgrund des oberflächlich geschilderten Sachverhaltes nicht möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 22.04.2011 | 12:50

Danke für die Antwort,

neine, da war ein Tippfehler: Reisetermin ist 29.04.-10.05., also die Flüge wären erst nächsten Freitag und wir würden quasi beim Vorabendcheckin merken, ob die Airline uns mitnimmt.

Sie Frage wäre nur, ob wir alleine durch die inanspruchnahme des Fluges (wenn sie uns denn mitnehmen) einen Anspruch auf die Nichterbrachten leistungen Hotel + tauchpaket verlieren. Dass sich der Gesamtanspruch natürlich um die dann ggf. erbrachte Teilleistung (Flug) verringert, ist ja klar. Dies müsste ja auch im Sinne der Versicherung sein, da hierdurch ja der Gesamtanspruch auf erstattung um die Flugpreise gemindert wird.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2011 | 14:31

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Nach meiner derzeitigen Einschätzung verlieren Sie durch die Inanspruchnahme einer Teilleistung nicht den Anspruch auf Ersatz der Kosten für die übrigen ausgefallenen Leistungen. Ich möchte aber nochmals betonen, dass diese Sachverhaltsvariante, die Sie schildern, im Gesetz nicht vorgesehen ist und es demzufolge schwer möglich ist, eine zutreffende Einschätzung zu erteilen. Meine Empfehlung ist, dass Sie sich mit dem Reiseveranstalter und dem Versicherer vor Antritt der Reise in Verbindung setzen, um diese Frage zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 22.04.2011 | 14:53

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Nach meiner derzeitigen Einschätzung verlieren Sie durch die Inanspruchnahme einer Teilleistung nicht den Anspruch auf Ersatz der Kosten für die übrigen ausgefallenen Leistungen. Ich möchte aber nochmals betonen, dass diese Sachverhaltsvariante, die Sie schildern, im Gesetz nicht vorgesehen ist und es demzufolge schwer möglich ist, eine zutreffende Einschätzung zu erteilen. Meine Empfehlung ist, dass Sie sich mit dem Reiseveranstalter und dem Versicherer vor Antritt der Reise in Verbindung setzen, um diese Frage zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 25.07.2011 | 14:26

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