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Insolvenz - Gläubiger - Bürgschaft


10.03.2006 20:55 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht



Ich bin seit 2003 insolvent, mit Restschuldbefreiung und in der Wohlverhaltensphase. Da ich evtl. ins Ausland gehen werde würde ich gerne einen Vergleich mit meinen beiden Gläubigern - eine Bank - treffen. Dieser Gläubiger hat die Absicherung durch einen Bürgen.
Meine Frage ist: Wird es mir mitgeteilt, ob die Bank die Bürgschaft benutzt hat, und wie finde ich das raus und ob dieser Bürge dann eine offene Forderung gegen mich hat? Auch nach den 6 Jahren die das Insovenzverfahren dauert.
Sollte die Bank schon zu 100% bedient worden sein durch die Bürgschaft, erfahre ich das dann und wer ist dann mein Gläubiger?
Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Die Bürgschaft ist ein streng akzessorisches Sicherungsrecht, das wegfällt, sobald die Hauptforderung nicht mehr besteht.
Sollten Sie somit die Restschuldbefreiung erlangen, wird somit auch mangels Hauptforderung die Bürgschaft als streng akzessorisches Recht entfallen.
Sollten Sie – wie Sie es in Ihrem Sachverhaltsvortrag mitteilen – wegen des künftigen Auslandsaufenthaltes einen Vergleich mit Ihren beiden einzigen Gläubigern hinbekommen, dürfte, insbesondere wenn der Treuhänder/Insolvenzverwalter „mitspielt“, nach Erfüllung des Vergleiches die Bürgschaft entfallen.

Ob aus einer Bürgschaft vorgegangen wird, erfahren Sie auf zweierlei Wegen, wobei die Bank nicht gezwungen werden kann, Ihnen dies mitzuteilen.
Wenn sich die Bank aus der Bürgschaft befriedigt hat, werden Sie das wohl ziemlich schnell merken, indem die Bank nicht mehr gegen Sie vorgeht, da ein gesetzlicher Forderungsübergang zu Ihren Lasten von der Bank auf den Bürgen stattgefunden hat.
Des Weiteren wird sich durch den Forderungsübergang ggf. der Bürge an Sie wenden, um Sie in Regress zu nehmen.
Somit wäre der Bürge dann Ihr Gläubiger und nicht mehr die Bank, da diese dann ja zu 100 % befriedigt wäre.
Nach diesem Forderungsübergang müssten Sie den von Ihnen angestrebten Vergleich nicht mehr mit der Bank, sondern dem Bürgen führen.
Sollte Ihnen dieser nicht bekannt sein bzw. meldet dieser sich nicht bei Ihnen, wird der Vergleich wohl mit dem übrig gebliebenen Gläubiger zu schließen sein.
Dem Bürgen bliebe nach Ihrem Umzug ins Ausland nur noch die Vollstreckung dort.


Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieser Erstberatung auch im Hinblick auf Ihren Einsatz weitergeholfen zu haben.

Ich darf Sie bitten, von der einmaligen Rückfrage Gebrauch zu machen, um Missverständnisse bzw. Ergänzungen noch vornehmen zu können.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2006 | 08:16

Sollte die Bank sich ganz oder teilweise ihr Geld durch die Bürgschaft geholt haben, ist dann der Bürge mein neuer Gläubiger mit einem rechtskräftigen Titel? Würde mein Insolvenzverwalter darüber informiert werden und müßte er mir das mitteilen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.03.2006 | 12:22

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Bürge wäre dann - wie bereits vorgetragen - Ihr "neuer" Gläubiger, was zutage treten würde, wenn dieser seine Forderung
geltend macht, da der Bürge Ihnen wohl nicht bekannt sein dürfte.
Einen Titel hätte dieser nicht automatisch, könnte jedoch titu-lieren lassen, es sei denn ein etwaiger vorläufiger Insolvenz-verwalter hätte bereits die Verwaltungs-und Verfügungsbefugnis oder das Insolvenzverfahren wäre bereits eröffnet.
In diesem Falle werden Verfahren von Gesetzes wegen automatisch geparkt und dürfen nicht weitergeführt werden.
Einzelzwangsvollstreckungsmaßnahmen sind nach Eröffnung ohnehin
nicht mehr möglich.
Dann müsste der Bürge seine Forderung anmelden, so dass der Auszug aus der Insolvenztabelle dessen Titel in der Folge dar-stellen wird.
Bei bzw. nach der Forderungsanmeldung durch den Bürgen würden Sie auch informiert.

Mit freundlcihen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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