Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.682
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Insolvenz / Geschäftsführer

16.10.2018 14:32 |
Preis: 55,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,

ich habe zusammen mit meiner Frau von 2008 bis 2012 ein kleines Busunternehmen betrieben ( Einzelfirma).
Meine Frau war Inhaberin und ich als Busfahrer und Geschäftsführer angestellt. Ich hatte die Anstellung als Geschäftsführer, da ich die Unternehmerprüfung bei der IHK abgelegt habe. Um ein Busunternehmen zu führen ist diese Zugangsvoraussetzung.
Leider musste meine Frau im Jahr 2012 Privatinsolvenz anmelden, da es zu finanziellen und gesundheitlichen Problemen durch die Selbstständigkeit bei Ihr gekommen ist.
Der uns zugeteilte Insolvenzverwalter hat in ersten Gesprächen immer gesagt, das wir das Geschäft weiterführen können, da Aufträge vorhanden waren. Als die entsprechenden Aufträge gefahren werden sollten, hat er uns dann aber untersagt "unseren" Bus dafür zu nutzen, da dieser nun zur Insolvenzmasse gehören würde. Wie soll aber ein Busunternehmen ohne Bus funktionieren ? Also haben wir alle Aufträge an andere Busunternehmen abgegeben.
Nach Insolvenzeröffnung hat sich der Verwalter dann praktisch um nichts mehr gekümmert.
Nach ca. 1 Jahr hat sich ein Inkassounternehmen der Mercedes Benz Bank dann bei mir gemeldet, das ich ja als Bürge für den Bus eingetragen sei und ich soll jetzt ca 80.000,00 Eur an Ausfällen und Zinsen an die Bank zahlen. In der Zwischenzeit läuft im Bezug auf die Bürgschaft ein Gerichtsverfahren durch die Inkassofirma gegen mich.
Nun ist meine Frage : Hätte der Insolvenzverwalter mir als "Geschäftsführer" nicht die Möglichkeit geben müssen, das Geschäft zu übernehmen bzw. mich darüber informieren müssen, das ich die Raten für den Bus an die Mercedes Benz Bank zahlen muss?
16.10.2018 | 15:13

Antwort

von


(100)
Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-34
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Generell gilt, dass der Insolvenzverwalter gehalten ist, das wirtschaftlich Beste für die Gläubiger aus einem Insolvenzverfahren herauszuholen. Hierbei ist es ihm überlassen, wie genau er das tut, solange er sich dabei an die insolvenzrechtlichen Regeln hält. Verletzt der Insolvenzverwalter diese Regeln, so ist er für Schäden den Gläubigern gegenüber haftbar.

Damit sind aber nicht die übrigen Beteiligten des Insolvenzverfahrens im weiteren Sinne gemeint, also zum Bespiel ehemalige Arbeitnehmer ohne eigene Forderung, Geschäftsführer ohne Gläubigerstellung oder Bürgen.
Er musste Sie also nicht fragen, ob Sie den Betrieb übernehmen wollen. Es reicht, dass er die Betriebsfortführung als zu risikoreich einschätzt und die Einstellung der Gläubigerversammlung empfiehlt. Die fand in dieser Sache vor Gericht statt und entscheidet über Kernfragen, wie die Fortführung oder einen Verkauf.

Sie als „Geschäftsführer" bzw. richtigerweise Betriebsleiter sind nicht über alle Entscheidungen des Insolvenzverwalters zu informieren, da Sie über das Vermögen und damit den Betrieb nicht/nicht mehr verfügungsberechtigt sind. Ist der Verwalter also zu dem Schluss gekommen, dass er den Bus an den Leasinggeber herausgeben muss, dann kann er das ohne Rücksprache tun. Es wäre an Ihnen gewesen, sich mit der Mercedes Bank in Verbindung zu setzen, um den Vertrag fortzusetzen.

Das bedeutet leider, dass Sie dem Insolvenzverwalter nicht nachweisen werden können, dass er einen Fehler gemacht hat. Zudem hätten Sie als Bürge theoretisch wissen müssen, dass die Bank nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Bürgschaftssumme von Ihnen will. Auch hier gibt es keine Vermögensbetreuungspflicht des Insolvenzverwalters Ihres Ex-Arbeitgebers.

Insgesamt ist der Verfahrensablauf trotzdem unschön. Sie sind an einen Verwalterkollegen geraten, der vielleicht nicht sensibel genug mit der Situation umgegangen ist und mehr hätte kommunizieren sollen. Das ist nicht wirklich eine Hilfe, aber ja, Ihr Bauchgefühl, dass das hätte besser laufen können, stimmt. Nur rechtlich relevant ist es leider nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

ANTWORT VON

(100)

Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-34
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Insolvenzrecht, Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Grundstücksrecht, Erbrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65086 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Liebe Frau Prochnow, ich danke für Ihre Antwort. Präzise, verständlich, mit allem was ich wissen wollte. Einfach super! Viele Grüße ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle ausführliche Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Eine sehr ausführliche und überaus schnelle Rechtsberatung, trotz des geringen Budgets. Ich empfehle diesen Anwalt uneingeschränkt weiter und werde diesen bei weiterem Bedarf auch für meine Belange hinzuziehen. 5***** ...
FRAGESTELLER