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Inkassovergütung u. Zuständigkeit


30.03.2005 17:52 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Meine Frau hat vor 2 Jahren bei einem Versandhandelshaus etwas auf Ratenzahlung bestellt. Weil meine Frau kurze Zeit später zahlungsunfähig wurde (Arbeitslosigkeit), unterbreitete sie dieser Firma (wie auch ca. 10 anderen Gläubigern) ein Angebot zur Zahlung von 60% der Summe, andernfalls meine Frau zahlungsunfähig sei. Alle erklärten sich einverstanden, bis auf die diese Firma. Sie unterbreitete ein neues Ratenzahlungsangebot (4 Raten!) und schaltete dann das Inkasso ein. Trotz allem bediente meine Frau den Deutschen Inkasso-Dienst fortan mit EUR 30,00 monatlich, konnte aber dann wieder nicht zahlen. Ein Angestellter besuchte uns zuhause und nötigte, weil meine Ehefrau nicht zuhause war, mich dazu, in Ihrem Namen die Schuld anzuerkennen, andernfalls er sofort Mahn- und Vollstreckungsbescheid veranlassen wollte. Ab dem kommenden Monat sollten dann wieder 30 Euro bezahlt werden. Ich unterschrieb, um meine Frau aus dem Schlimmsten heraus zu halten. Jetzt habe ich erneut nicht zahlen können, und erhalte ein "selbstständiges Schuldanerkenntnis" dass ich unterschreiben und komplett ausfüllen soll (persönliche Daten, Bank, Arbeitgeber, Kinder etc.) mit der gleichzeitigen Aufforderung, den Gesamtbetrag innerhalb 7 Tagen zu bezahlen. Aus der Grundforderung von 730,91 Euro wurde eine Inkassovergütung von 363,01 Euro zusätzlich berechnet, zzgl. Kontoführung 2,05 Euro monatlich und Zinsen.

Nun meine Fragen:
1. Ich war mir überhaupt nicht bewusst, was ich unterschrieb. Habe ich nun die Gesamtschuld oder meine Fau oder beide?
2. Ist die Berechnung einer Inkassovergütung in der Höhe rechtens? Immerhin hatten wir den Otto-Versand sofort von der Zahlungsunfähigkeit informiert.
3. Muss ich meine persönlichen Daten angeben?
4. Ich bin nachweisbar depressiv erkrankt, der Vertreter hatte darum leichtes Spiel, ich fühle mich betrogen. Durfte er mich zur Unterschrift nötigen?
5. Ich habe schon vor über einem Jahr die EV abgegeben. Habe ich mich vielleicht mit der Unterschrift sogar strafbar gemacht?

Vielen Dank für Ihre Antwort vorab,
freundlichst
Tom

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Sehr geehrter Ratsuchender,

was Sie nun tatsächlich unterschrieben haben, wird Ihnen kaum jemand ohne Vorlage des Schriftstückes beantworten können. Sie sollten schnellstens Ihre Unterschrift SCHRIFTLICH anfechten mit dem Hinweis auf die ausgesprochenen Drohungen.

Wenn die Fa. eine Ratenzahlung vereinbart hat, ist nicht ersichtlich, warum dann zusätzliche Inkassokosten geltend gemacht werden sollen. Die Inkassokosten sind erst ab dem Zeitpunkt zu erstatten, zu dem Ihre Frau sich in Verzug befunden hat.

Die Gesamthöhe ist so nicht nachvollziehbar; hier sollten Sie einmal die Einzelpositionen auflisten.

Bitte unterschreiben Sie selbst nichts, schon gar nicht ein Schuldanerkenntnis (das spricht eigentlich dafür, dass Sie zuvor kein Anerkenntnis abgegeben haben). Auch Ihre Daten sollten Sie nicht angeben. Fechten Sie an und machen sonst nichts. Strafbar haben Sie sich mit der Unterschrift nicht gemacht.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2005 | 18:25

Hauptforderung:_____730,91
Inkassovergütung:___363,01
Kontoführung:_______14,35 (mtl. 2,05)
6,21% Zinsen p.a.
bis 26.03.2005:_____22,00
abzgl. Zahlungen:___90,00 (mtl. 30,00)*
Gesamtbetrag:_____1040,27

*= jeweils 30 Euro Jan,Feb u. März. Die Beträge wurden also sogar gezahlt, nur immer ein paar Tage zu spät.

Ich habe noch einmal kurz nachgeschaut: Es handelt sich um ein selbstständiges Schuldanerkenntnis, das ich unterschrieb, ohne Hinweis auf meine Ehefrau. Bin ich nun allein zahlungspflichtig? Das wäre noch wichtig zu wissen, bevor ich widerrufe, denn dann würde ich das einfach mit in die geplante PrivatInso nehmen, und meine Frau wäre aus der Sache sogar raus!

Lieben Dank für die WAHNSINNIG schnelle Antwort bei dem leider geringen Einsatz-doch mehr konnte ich leider nicht :-(. Ich wünsche einen schönen Abend!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2005 | 18:30

Die Inkassoforderung ist viel zu hoch und dürfte allenfalls rund 25 EUR betragen (3/10 Gebühr nach dem Wert von 730,00 EUR). Alle weitergehenden Forderungen sollten Sie (und Ihre Frau) anfechten.

Wenn es wirklich ein selbständiges Schuldanerkenntnis gewesen ist (aber warum wird von Ihnen dann erneut eines gefordert?) haften Sie neben Ihrer Frau.

Auch ich wünsche einen schönen Abend.

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