Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Inkassomahnung bei Strompreiserhöhung

| 24.08.2012 19:09 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Sehr geehrte Damen und Herren
Ich habe folgendes Problem mit einem Stromanbieter:
Chronologie:

Wechsel zu envacom (als Stromlieferant): 1. Mai 2010

Zwischenzeitlich ab Oktober 2010 mehrere erfolglose Anfragen von mir eine Stromrechnung zu bekommen bzw. der Versuch über das Internetportal den Verbrauchswert einzugeben. Der Stromanbieter lies ein Band ablaufen (bei telefonischer aAfrage), also kein telefonischer Kontakt. email anfragen wurden nicht beantwortet.

6. Juli 2011 Mitteilung seitens envacom das ein Zählerwechsel stattgefunden hat (ist auch korrekt)

Bestätigung der Registrierung im Kundenportal am 17.Juli 2011 ! per email

Anfang 2011: Zeitlich leider nicht mehr korrekt einzuordnen: der Wechsel von envacom zu Gazprom energie durch die übernahme von envacom durch Gazprom.

06. Februar 2012: Mitteilung (schriftlich per Post) über die Strompreiserhöhung 2012

Bis jetzt immer noch keine Rechnung erhalten, der monatliche abschlag ist immer gleichgeblieben.

23. Februar 2012: Durch die Strompreiserhöhung habe ich vom Sonderkündigungsrecht gebrauch gemacht und zum 31.03.2012 gekündigt.

13.04.2012 die erste Jahresabrechnung Zeitraum 01.05.2010-02.02.2011
die zweite Jahresabrechung 03.02.2011-14.01.2012

JETZT KOMMTS: lt erster Jahresabrechnung wurde der Strompreis ab dem 01.01.2011 erhöht. Von dieser Erhöhung wurde ich aber nicht in Kenntnis gesetzt.

09.05.2012 erfolgt die Zustellung der Endabrechnung für den Zeitraum 15.01.2012-31.03.2012.
Es sollten hiefür noch 262,38€ als Nachzahlung geleistet werden.

13.05.2012 teilte ich der Firma Gazprom energie mit das ich von der Strompreiserhöhung Anfang 2011 nichts wusste und sandte ihnen eine Aufstellung der Rechnung OHNE Strompreiserhöhung zu. Der hieraus resultierende Betrag der Nachzahlung von 54,70€ habe ich überwiesen. Gazprom sollte mir diese Aufstellung bestätigen. Ich zog auch die Einzugsermächtigung zurück welches sie mir auch bestätigen sollten

18.05.2012 wurde mir die Rücknahme der einzugsermächtigung per email bestätigt, und sie teilten mir mit, das die Preiserhöhung Anfang 2011 noch durch die Firma envacom erfolgte und und in einem Kundenmagazin "Happy Energie" veröffentlicht wurde, Da sich in deren Postfach von mir kein Postrückläufer befand gingen sie davon aus das ich dieses Magazin erhielt. Ich kann mich aber nicht erinnern dieses Magazin jemals bokommen zu haben.

Zu diesem Zeitpunkt ging ich davon aber aus das durch die Zahlung der Restsumme von 54,70€ alles beglichen wurde.
23.August 2012: Ich komme aus dem Urlaub wieder und find zwei Briefe eines Inkassounternehmens vom 09.08.2012 mit Zahlungsaufforerung über 262,38€ nebst Gebühren, Verzugszinsen und Inkassokosten also insges. 328,73€ mit Zahlungsziel 19.08.2012 und ein Brief vom 20.08.2012 jetzt 329,13€ mit Zahlungsziel 30.08.2012 zu begleichen.
Meine Frage lautet: ist dieses Inkasso-Schreiben rechtens also sollte ich den Betrag bezahlen? Oder lieber nicht, da ja schon die Summe der Hauptforderung nicht stimmt, da ich immerhin schon 54,70€ überwiesen hatte. Bzw. ob durch die eigenartige Information über die Strompreiserhöhung 2011 der ganze Betrag nicht rechtmäßig ist?


Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihnen Ihre Frage nach den mir vorliegenden Informationen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen der Erstberatung wie folgt:

1. Über die Preiserhöhung zum 1.1.2011 musste korrekt informiert werden, damit sie wirksam werden kann. Insofern heißt es in § 5 Abs. 2 der Stromgrundversorgungs-Verordnung (StromGVV): „Änderungen der Allgemeinen Preise und der ergänzenden Bedingungen werden jeweils zum Monatsbeginn und erst nach öffentlicher Bekanntgabe wirksam, die mindestens sechs Wochen vor der beabsichtigten Änderung erfolgen muss. Der Grundversorger ist verpflichtet, zu den beabsichtigten Änderungen zeitgleich mit der öffentlichen Bekanntgabe eine briefliche Mitteilung an den Kunden zu versenden und die Änderungen auf seiner Internetseite zu veröffentlichen."

Ob eine Broschüre, die wie Werbung aussieht, eine briefliche Mitteilung einer Strompreiserhöhung sein kann, halte ich für sehr zweifelhaft. Ihr Fall erinnert mich stark an das frühere Geschäftsgebaren des Stromanbieters Flexstrom, der von der Verbraucherzentrale Hamburg u.a. deshalb abgemahnt wurde. Das Nähere dazu können Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale unschwer finden. Meiner aktuellen Kenntnis nach ist in der Sache noch keine Entscheidung des Kammergerichts Berlin ergangen. Es liegt also kein Urteil vor, das diese Form der „versteckten" Erklärung für unzulässig erklärt. Abgesehen davon, dass sich ein Gericht bei Ihnen vor Ort ohnehin nicht an eine Berliner Entscheidung halten müsste, kann ich nicht prognostizieren, wie in Ihrem Fall entschieden werden würde.

2. Inkassokosten können nicht einfach bei Verzug dem Schuldner auferlegt werden, sondern nur dann, wenn der Gläubiger, als er das Inkassounternehmen beauftagte, davon ausgehen konnte, dass dieses auch erfolgreich tätig werden würde, wenn also der Gläubiger nicht mit der Notwendigkeit rechnen musste, einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Eine Ersatzpflicht besteht daher u.a. nicht, wenn der Schuldner – also Sie – erkennbar zahlungsunwillig ist, Einwendungen gegen die Forderung erhebt und gegenüber dem Gäubiger – also dem Stromunternehmen – deutlich macht, dass er nicht bereit ist zu zahlen. Genau dies haben Sie mit Ihrer Gegenrechnung in aller Deutlichkeit getan. Das Stromversorgungsunternehmen musste in Ihrem Fall damit rechnen, dass die Beauftragung eines Inkassounternehmens nicht reicht und stattdessen die Beauftragung eines echtsanwalts notwendig ist. Dann kann es die Inkassokosten auch nicht als Verzugsschaden von Ihnen verlangen.

3. Im übrigen weise ich darauf hin, dass meine Ausführungen nur Ihrer ersten Orientierung dienen und dass sich bei weggelassenen oder hinzugefügten Sachverhaltsangaben möglicherweise eine andere rechtliche Beurteilung ergeben kann.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Susanne Kristen

- Rechtsanwältin -

Rückfrage vom Fragesteller 28.08.2012 | 19:54

Sehr geehrte Frau Kristen,
ich bedanke mich für schnelle Antwort. Ich habe jetzt den noch fälligen Betrag unter Vorbehalt bezahlt, solange kein rechtskräftiges Urteil existiert.
Der Forderung des Inkassounternehmens bin ich nicht nachgekommen, ich habe mich ausschließlich an die Firma Gazprom gehalten, habe aber dem Inkassobüro eine Kopie des Schreibens zugesandt.
In dem Schreiben erklärte ich der Firma Gazprom das ich schon durch meine Gegenrechnung die Endrechnung nicht akzeptiere, und somit die beautragung des Inkassounternehmens nicht rechtmäßig sei und ich auch für deren kosten nicht aufkomme.
Da ich aber unsicher bin wie ein Rechtstreit enden würde, ich nicht Rechtschutzversichert bin und eventuell hohe anfallende Kosten scheue, habe ich mit dem Hinweis auf ein eventuelles rechtkräftiges Urteil den fälligen Betrag bezahlt. Ich hoffe das ich hiermit alles mögliche getan aber und die Sache aus der Welt ist.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.08.2012 | 06:09

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich finde, es ist eine verantwortungsvolle Entscheidung, die Sie getroffen haben. Ein Rechtsstreit birgt nun einmal ein gewisses Risiko, mal höher, mal kleiner, aber ein Risiko ist dabei. Man muss sorgfältig abwägen und es ist immer der Mandant, der entscheiden muss. Er ist es auch, der mit den Folgen leben muss, wenn etwas nicht so läuft wie erwartet.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Susanne Kristen

- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 28.08.2012 | 20:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich bin sehr froh eine solche unkomplizerte Seite nutzen zu können, da der GANG zu einem Anwalt aus meiner Erfahrung sehr viel teurer wird als hier. Gerade wenn es um die scheinbar banalen Dinge geht, also nur mal eben eine Frage. Hier wird einem schnell geholfen (bei mir binnen 2 Stunden). Kann ich sehr weiter empfehlen und werde es im Falle eines Falles auch wieder nutzen."