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Inkassogebühren zahlen trotz beglichener Hauptforderung?


19.11.2009 01:49 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Trettin



Hallo,

ich hatte Anfang des Jahres vergessen eine Telefonrechnung zu zahlen, bekam daraufhin
am 27.03.09 die 1. Mahnung = 104,19€ .
am 04.05.09 die 2.Mahnung mit Frist von 7 Tagen: "Halten Sie diese Frist nicht ein, werden wir...den Vorgang einem Inkasso- bzw. Rechtsanwaltsbüro übergeben...."
Am 30.06 kam Post vom Inkassobüro mit einer Gesamtforderung von 180,47€, ohne Begründung wie sich das zusammensetzt. Daraufhin überwies ich am 02.07.09 die eigentliche Forderung von 104,19€ an den eigentlichen Gläubiger, also das Telefonunternehmen.
Am 07.07.09 kam wieder ein Brief vom Inkassobüro: "die an unsere Auftraggeberin geleistete Zahlung in Höhe von 104,19 € haben wir Ihrem Forderungskonto gutgeschrieben. Demzufolge steht noch eine Restforderung in Höhe von 76, 51 € offen". Zusammensetzung : Zinsen, IKU-Gebühren( 45€), Kontoführungsgebühren (18€), Mahnauslagen ( 7,50€) usw.. soll ich bis 18.07.09 bezahlen.
Habe ich aber nicht getan, weil ich der Meinung bin, dass ich meine Telefonrechnung bezahlt habe.
Weiteres Schreiben, jetzt von RA vom 9.10. und 28 10.09, ich solle 114, 93 €bezahlen, die sich aus 27€ Auslagenpauschale und 76,36 € zusammensetzten. Das ist ja schon wieder ein anderer Betrag!
Muss ich wirklich zahlen? Wenn nicht was kann ich tun?

Vielen Dank sagt eine arme Studentin
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt Stellung nehme:

I. Nach § 280 Abs. 1, Abs. 2 i. V. mit § 286 BGB ist ein Schuldner grundsätzlich verpflichtet, dem Gläubiger den durch einen Verzug entstandenen Schaden zu ersetzen. In Verzug gerät der Schuldner in erster Linie, wenn er auf eine Mahnung des Gläubigers, die nach Eintritt der Fälligkeit erfolgt, nicht leistet (§ 286 Abs. 1 Satz 1 BGB).

Vor diesem Hintergrund dürften Sie sich in Zahlungsverzug befunden haben, als Sie die in Rede stehende Telefonrechnung Anfang Juli 2009 beglichen haben. Insofern sind Sie Ihrem Gläubiger dem Grunde nach zum Ersatz seines Verzugsschadens verpflichtet, wobei darunter insbesondere die Kosten der Rechtsverfolgung fallen.

II. In welcher Höhe hier ein ersatzfähiger Verzugsschaden entstanden ist, läßt sich aus der Ferne nicht abschließend sagen.

Denn ob und in welchem Umfang ein Gläubiger die Kosten eines Inkassounternehmens als Verzugsschaden ersetzt verlangen kann, wird sehr unterschiedlich beurteilt. Übereinstimmung dürfte allenfalls darin bestehen, daß höchstens die Kosten zu erstatten sind, die angefallen wären, wenn der Gläubiger sogleich einen Rechtsanwalt beauftragt hätte.

Das bedeutet zum einen, daß die Kosten des Inkassounternehmens nicht höher sein dürfen als die entsprechenden Rechtsanwaltsgebühren, damit sie in voller Höhe auf den Schuldner abgewälzt werden können. Zum anderen können die Inkassokosten im Regelfall nicht zusätzlich zu den Gebühren eines später madatierten Rechtsanwalts ersetzt verlangt werden, weil der Gläubiger sogleich einen Anwalt hätte beauftragen können.

Beim hier interessierenden Streitwert von bis zu 300 € wären dem Gläubiger Rechtsanwaltskosten in Höhe von insgesamt 46,41 € (brutto) entstanden. Die Kosten für die Inanspruchnahme des Inkassoinstituts dürften daher allenfalls in dieser Höhe als erstattungsfähiger Verzugsschaden anzusehen sein.

Darüber hinaus kann der Gläubiger allerdings u. U. Ersatz seiner Mahnkosten verlangen; und auch der Zinsanspruch ist dem Grunde nach wohl berechtigt (vgl. § 288 BGB).

III. Hinsichtlich Ihrer Zahlung ist § 367 Abs. 1 BGB zu beachten. Danach sind Zahlungen des Schuldners zunächst auf die entstandenen Kosten, dann auf die Zinsen und erst zuletzt auf die Hauptforderung anzurechnen.

Ich hoffe, daß ich Ihnen mit dieser Auskunft weiterhelfen konnte. Bitte machen Sie bei Bedarf von der Möglichkeit Gebrauch, hier eine kostenlose Nachfrage zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt
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