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Inkassoforderungen nach 15 Jahren


08.02.2005 18:11 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe da mal eine Frage, in der Hoffnung, dass Sie als Profi mir vielleicht helfen können: Ich bin 1989 mit meiner eigenen Recyclingfirma insolvent gegangen. 1990 habe ich mich auf eigene Kosten zahnärztlich behandeln lassen; konnte die damaligen Kosten i.H.v. ca. 200,00 DM (ca. 100,00 Euro) nicht bezahlen.
Nun habe ich einen Brief eines Inkassounternehmens bekommen, mit der Aufforderung, diese Kosten samt Zinsen und Gebühren, nun insgesamt 650,00 Euro(!) umgehend zu bezahlen. Die Rechtsgrundlage ist ein vollstreckbarer Titel gegen mich. Mir ist bekannt, dass vollstreckbare Titel erst nach 30 Jahren verjähren, allerdings dachte ich dennoch, dass mir der Gläubiger nicht einfach nach 15 Jahren "probehalber" mal wieder eine Zahlungsaufforderung schicken darf, sondern nachweisen muss, dass er sich auch in den letzten Jahren darum bemüht habe, diese Forderung von mir zu erhalten. Ich bin seit 2001 erneut wieder selbständig und baue mir gerade wieder ein geregeltes Leben auf. Deshalb wollte ich wissen, welche Rechtsmittel ich habe, um das Inkassounternehmen darauf aufmerksam zu machen, welche Pflichten sie in den letzten Jahren versäumt haben. Ausserdem wäre ich sehr dankbar über einen Rat, ob die Höhe der Zinsen und Gebühren angemessen ist (aus einer Forderung von 100,00 Euro sind immerhin nun 650,00 Euro geworden).
Ich bedanke mich vielmals über Ihre Hilfe und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Janine
Sehr geehrter Ratsuchender,

etwas kann ich Sie beruhigen.

Die Hauptforderung und einen Teil der titulierten Zinsen werden Sie zahlen müssen. Alle Zinsen aber, die länger als drei Jahre zurück liegen, sind verjährt (soweit sie nicht erneut tituliert worden sind).

Sie sprechen die Frage der Verwirkung an. Neben der Verjährung kann eine Verwirkung eintreten, wenn der Gläubiger sich über einen langen Zeitraum nicht gemeldet hat. Theoretisch besteht hier zwar die Möglichkeit, da die Hauptforderung aber tituliert ist, würde ich mich an Ihrer Stelle darauf nicht einlassen.

Inkassokosten sind zwar in der Regel erstattungsfähig. Sofern Sie aber die Forderung nicht bestritten haben und die Zahlungsbereitschaft gezeigt haben, ist dieses schon strittig. Auf jedenfall muss eine Höchstgrenze beachtet werden, die sich nach dem RVG richtet. Bei einer Hauptforderung von 100,00 EUR (die Zinsen spielen dabei keine Rolle) würde die Gebühr nach dem RVG HÖCHSTENS 39,00 EUR netto betragen. Mehr würde ich auch freiwillig nicht zahlen, sondern es dann darauf ankommen lassen.

Die Hauptfoderung nebst nicht verjährte Zinsen würde ich an Ihre Stelle aber schnell zahlen. Bitte vermerken Sie auf der Überweisung deutlich, dass Sie zunächst auf die Hauptforderung und dann erst auf die Zinsen zahlen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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