Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Inkassobüro berechnet hohe Kosten trotz Widerruf

24. Januar 2023 16:43 |
Preis: 35,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


Bei Evocate Inkasso hatte ich eine Förderung eingebracht über unbezahlte Nebenkosten. Widerruf wäre möglich innerhalb 14 Tagen.
Ich habe zeitnah wiederrufen und das wird von Evocate akzeptiert. Die wollen mir jetzt 200 in Rechnung stellen wegen Bearbeitung, darüber hinaus noch 270 weil ich die Förderung rechtsgültig an denen abgetreten hätte und E. so nicht mehr Kosten für den Schuldner eintreiben kann.
Ich habe nur kürzeste Angaben ausgefüllt über Internet. Evocate hat unmittelbar, ich denke automatisch ein Brief dem Schuldner gesandt. Mehr haben die nicht gemacht.
Meine Fragen sind wohl klar - kann das Widerrufsrecht so missbraucht werden? Und können derartige Kosten auf mich abgeladen werden ? Als Laie meinte ich kostenlos kündigen zu können.

24. Januar 2023 | 18:52

Antwort

von


(301)
Kapitelshof 36
53229 Bonn
Tel: 0228 / 90 888 32
Web: http://www.dietrich-legal.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Man muss hier unterscheiden zwischen Widerruf und Kündigung. Bei einem wirksamen Widerruf dürfte Evocate keine Gebühren von Ihnen mehr verlangen.

Allerdings hört es sich so an, als hätten Sie den Vertrag nicht widerrufen, sondern gekündigt. Ein Widerruf wäre auch nur möglich gewesen, wenn die Leistung noch nicht erbracht worden ist. Diese wäre aber mit Versenden des Schreibens an den Schuldner schon erbracht worden.

Dann bleibt nur die Kündigung übrig, die in Ziff. 15 der AGB geregelt ist. Und dort steht, dass Evocate dann die Gebühren, die in Ziff. 7 aufgelistet sind von Ihnen fordern kann. Diesen AGB werden Sie auch zugestimmt haben bei der Auftragserteilung:

https://www.evocate-inkasso.de/agb

Wenn dem so war, kann Evocate von Ihnen leider die Gebühr verlangen. Ob die konkrete Höhe korrekt ist, kann nur berechnet werden, wenn die Höhe der Forderung bekannt ist. Diese richtet sich dann nach dem Gebührengesetz. Am Ende der AGB ist dazu auch eine Gebührenabelle.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Woche.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 24. Januar 2023 | 20:54

Aber bitte Herr Dietrich...
Widerruf ist bei Anmeldung groß geschrieben und dann unmittelbar unwirksam? Das scheint arglistig oder ja Betrug.
Wie hat Gericht bei solchen Forderungen entschieden?
Bei AGB (die ich mit Haken möglich erlaubt habe) ist noch 30 Prozent Erfolgskosten geschrieben der Totalförderung.... werden die noch fällig über die zwei genannte Forderungen?
Mir erscheint das Ganze total unangemessen und betrügerisch.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24. Januar 2023 | 21:21

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Das Recht zum Widerruf erlischt bei einer Dienstleistung, wenn diese erbracht wurde. Das ist in § 356 BGB geregelt. Mit Verschicken des Schreibens ist die Leistung erbracht und das Widerrufsrecht damit erloschen. Das ist rechtlich so korrekt. Sonst könnte man jeden Vertrag widerrufen nachdem die Leistung erbracht wurde (die auch nicht zurückgegeben werden kann). Ob das Schreiben tatsächlich versendet wurde, können wir nicht wissen. Wenn es aber so war und der Anbieter Sie auch darüber aufgeklärt hat, das mit Erfüllung der Leistung das Widerrufsrecht erlischt, ist ein Widerruf ausgeschlossen. Der Anbieter müsste beweisen dass die Leistung erbracht wurde. Ich gehe aber davon aus, dass dies möglich ist, da es sich wohl um automatisierte Schreiben handelt. Hat es an der Aufklärung gemangelt, wäre der Widerruf noch möglich. Als Aufklärung reicht eine Anzeige auf der Webseite.

Den AGB haben Sie zugestimmt und damit auch den Regelungen. Eine höchstrichterliche Rechtsprechung dazu gibt es nicht. Man kann natürlich klagen und die Wirksamkeit überprüfen lassen, aber im Falle der Niederlage haben Sie dann erheblich höhere Kosten. Es gibt hier sicherlich auch Argumente die für eine Unangemessenheit der Erfolgsstrafe sprechen. Bezüglich der entgangenen Gebühren nach RVG ist es aber eindeutig erlaubt, denn dies wäre sogar ohne gesonderten Hinweis so, da gesetzlich geregelt.

Viele Grüße
Alexander Dietrich

ANTWORT VON

(301)

Kapitelshof 36
53229 Bonn
Tel: 0228 / 90 888 32
Web: http://www.dietrich-legal.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Miet- und Pachtrecht, Vertragsrecht, Internet und Computerrecht, Strafrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Medienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 98794 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Leicht verständlich, und jede Frage wurde zügig beantwortet. Allerdings ging bei mir alles über die Flatrate - kann ich nur empfehlen, sie lohnt sich. ...
FRAGESTELLER
3,8/5,0
Das Thema "Sperrfrist ALG 1" wurde ausführlich und gut beantwortet. Das mir wichtigere Thema "ATZ-Vertrag bei späteren Gesetzesänderungen" hingegen nicht. Von einer anderen Kanzlei habe ich eine genau gegenteilige Antwort erhalten, ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke Ihnen für Ihren Rat! ...
FRAGESTELLER