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Inkassobrief = Schufaeintrag?

17.01.2016 15:53 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Liebes Anwälteteam,

Ich habe etwas bei Versandhandel X bestellt. Auf Rechnung.
Rechnungsdatum 12.12.15
Zahlungsfrist 26.12.15
Heute 17.01.16 bezahlt (Kontoauszug)

Aus völliger Dummheit, (anders kann man es nicht nennen, da es mir noch nie passiert ist) habe ich diese Rechnung vergessen zu bezahlen.

Ich habe heute, weil ich ein paar aktuelle Rechnungen begleichen wollte gesehen dass ich diese vergessen habe. Es geht um einen Betrag von 180 Euro.

Sofort habe ich diese gerade beglichen und eine Email an Versandhaus X geschickt mit einem Screenshot meiner Überweisung. Mich entschuldigt und noch gefragt ob ich Versäumniskosten zahlen muss, (bin ich selbstverständlich bereit zu tun).
Ich bin aber sicher, dass eine Email kommt mit der Aussage: Wir haben alles an unser Inkassobüro weitergeleitet. Das berichten fast 90 Prozent der Käufer die Versäumnis hatten bei diesem Versandhaus ....

Ich habe keine einzige Mahnung oder Zahlungserinnerung bekommen. Sehr seltsam, aber soweit ich weiß sind Versandhäuser nicht verpflichtet dass zu tun.

Nun leider, habe ich über das Internet herausgefunden, dass genau DIESES Versandhaus je nach Lust und Laune Zahlungserinnerungen schickt, manchmal gar nicht (aber immer behauptet es würde gemacht), sondern alles sehr schnell und zügig direkt! an ein Inkassobüro weiterleitet.

Ich rechne also mit einem Brief vom Inkasso unternehmen.

Jetzt erübrigen sich bei mir ein paar Fragen:

Wenn sich das überschneidet und ich einen Brief von einem Inkassounternehmen bekomme mit Hauptzahlung + Gebühren , kann ich nur die Gebühren bezahlen und eine Kopie meines Überweisungsträgers mitschicken, dass ich bereits die Hauptzahlung an das Versandhaus getätigt habe? Ich denke Versandhaus X wird das sicher dem Inkassobüro weiterleiten. Aber meine Frage bezieht sich darauf falls es sich überschneidet. Ich möchte ungern den Hauptbetrag doppelt zahlen, da dieser ja morgen auf dem Konto ist und somit ausgeglichen.
Ich will mich gar nicht weigern die Gebühren zu bestreiten oder nicht zu bezahlen obwohl das ja viele tun. Ich habe Angst dass es dadurch, falls ich nicht alles direkt bezahle, sich das ganze zieht und ich einen Schufaeintrag bekomme.

Die wohl wichtigste Frage ist der Schufaeintrag. Momentan ist mein Score bei 98,2 %. Das ist wohl noch gut, und ich habe eine aktuelle Bonitätsauskunft die gut ist. Keine negativen Eintragungen. Ich kann auch immer alles online einsehen.

Kann dieser Inkassobrief zu einem Schufaeintrag führen, wenn ich wie gesagt alles sofort bezahle ? (Abzüglich der Hauptkosten, die ich ja dem Versandhaus gerade überwiesen habe)

Wie gehe ich am besten vor?

Ich ärger mich so über mich selber. Wir planen eine Wohnung zu kaufen in einem Jahr und ich möchte nicht mit einem Negativeintrag meinen Ehegatten ruinieren? Geht das überhaupt? Frisch verheiratet und dann sowas :/
Sowas ist mir noch nie passiert und war definitiv das letzte Mal dass ich irgendwas auf Rechnung bestelle.

Eventuell passiert ja nichts, aber ich möchte vorbereitet sein und richtig vorgehen, damit ich keine Probleme bekomme (hätte ich früher nachdenken sollen, ist mir bewusst) und das nun mal die Erfahrungen bei diesem Versandhandel sind.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Solange Sie noch keine Mahnung erhalten haben, wäre ein Schufa-Eintrag unverhältnismäßig und daher rechtswidrig. Daher ist ein entsprechender Eintrag unwahrscheinlich, so dass Sie beruhigt sein können. Dennoch sollten Sie auch weiterhin rein aus Gründlichkeit Ihre Schufa-Auszüge genau prüfen.

Wenn sich Ihre Überweisung und ein eventuelles Inkassoschreiben kreuzen, reicht es völlig aus, wenn Sie dem Inkassobüro die Zahlung nachweisen, idealerweise per Kontoauszug. Ich empfehle daher, diesen baldmöglichst anzufertigen und gut aufzubewahren. Eine Doppelzahlung ist NICHT notwendig.

Dennoch kann es sein, dass Sie Mahnkosten zahlen müssen, wenn der Mahnvorgang bereits gestartet wurde. Allerdings sollten Sie dann die Höhe der Mahnkosten sehr genau prüfen, oft übertreiben die Inkassobüros es dort etwas.

Eine Ruinierung Ihres Ehepartners rein aufgrund eines Schufaeintrages wegen vergessener Zahlung ist sehr unwahrscheinlich, schlimmstenfalls müssen Sie etwas höhere Zinsen zahlen. Notfalls können Sie und Ihr Ehepartner auch getrennt Darlehen beantragen, dass fällt Ihr Schufascore bei Ihrem Ehepartner nicht ins Gewicht.

Ich empfehle daher, demnächst einen Kontoauszug anzufertigen, diesen gut aufzubewahren und ansonsten einfach mal abwarten, ob und was da noch kommt.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.01.2016 | 18:20

Vielen Dank für ihre Antwort. Sie haben das ganz toll und ausführlich beschrieben. Ganz kurze Nachfrage

Sie sagen ein Eintrag ohne Mahnung ist rechtswidrig. Aber das Versandhaus behauptet öfters Mahnungen verschickt zu haben (bei anderen Leuten, denen das Pech widerfahren ist). Wäre das dann ganz rechtens, allein aus der Behauptung? Obwohl man seine Inkassokosten ausgleicht?

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.01.2016 | 00:01

Sehr geehrte Ratsuchende,

ein Eintrag alleine wegen der Behauptung ist nicht erlaubt, die Gegenseite muß die Mahnung und deren Zugang bei Ihnen auch beweisen können.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

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