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Inkasso widerruft Zahlungsvereinbarung trotz pünktlicher Zahlung

06.08.2016 23:26 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Guten Abend,
ich bin 1999 in eine Ehegattenbürgschaft geraten, dadurch, das mein Mann eine Firma hatte und die Bank mich als Bürgen mitunterschreiben lies, obwohl ich eigentlich als Bürgein nicht in Frage gekommen wäre, da ich zu diesem Zeitpunkt im Mutterschaftsurlaub war. 2004 ging die Firma kaputt und die Bank verkaufte die Forderung an ein Inkasso. Dieses Inkasso nahm mich in die Bürgschaft und ich konnte für 2 Privatkonten eine Vergleichsumme von 6500 Euro abschliessen die ich mit 50 Euro im Monat seit 2004 Rückzahlte. Nun war die letzte Rate am 28.6.2016 und obwohl ich die letze Rate gezahlt habe, kommt Heute ein Schreiben von diesem Inkasso. Man Widerruft die Zahlungsvereinbarung und ich soll bis zum 14.8. eine Summe von 11.084 Euro bezahlen. Was soll ich nun tun?
Habe ich gegen so viel Dreistigkeit eine Chance? Ich habe mich doch an die Vereinbarungen gehalten.

Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn Sie einen Vergleich mit dem Inhaber der Forderung wirksam abgeschlossen haben, dann wird man nicht mit Erfolg heute von Ihnen plötzlich doch noch den Rest fordern können. Man kann einen geschlossenen Vergleich auch nicht widerrufen, wenn nicht ein Widerrufsvorbehalt vereinbart war. Vor allem geht das nicht, wenn Sie sich an Ihren Teil der Vereinbarung gehalten hatten.

Allerdings verwenden Inkassounternehmen eine Vielzahl von Vereinbarungen mit Schuldnern - von Ratenzahlungsvereinbarungen über Stundungen hin zu Teilvergleichen und Vergleichen. Stets muss man genau auseinanderhalten, ob eine Vereinbarung nur ein vorübergehender zeitlicher Verzicht ist oder ob eine dauerhafte und abschließende Vereinbarung getroffen wird. Zudem muss immer auch geschaut werden, ob einer solchen Vereinbarung nicht nur auf Seiten des Schuldners wirksam zugestimmt wurde, sondern auch seitens des Gläubigers.

Hier gibt es meiner Erfahrung nach sehr häufig Probleme dahingehend, ob das Inkassounternehmen überhaupt bevollmächtigt ist, derartige Vereinbarungen abzuschließen. In Ihrem Fall schreiben Sie jedoch, dass die Bank die Forderung an das Inkassounternehmen verkauft hat, sodass das Inkassounternehmen selbst natürlich Vergleiche schließen kann, wenn es selbst auch Forderungsinhaber ist. Allerdings müsste man auch dies hier näher prüfen.

Zu Ihrer Frage: Natürlich haben Sie eine Chance gegen ein derart dreistes Vorgehen - allerdings muss hierfür der Schriftverkehr zwischen Ihnen und dem Inkassounternehmen (und allen sonstigen Beteiligten) genau ausgewertet und geprüft werden. Dazu rate ich Ihnen auch sehr, weil es natürlich sein kann, dass dem Inkassounternehmen keinerlei Ansprüche mehr gegen Sie zustehen und es sehr ärgerlich wäre, wenn Sie hier wegen der Drohkulisse womöglich aus Angst oder Sorge weiter zahlen würden, obwohl dazu rechtlich kein Grund besteht.

Dies muss anhand aller Unterlagen von Ihnen rechtlich geprüft werden.

Man könnte in diesem Fall auch den Spieß umdrehen und das Inkasso-Unternehmen anwaltlich "anschießen" und es unter Androhung gerichtlicher Schritte auffordern, unverzüglich damit aufzuhören, weiter Gelder von Ihnen zu verlangen, auf die kein Anspruch mehr besteht. Es gibt also einige Mittel, um auch konkret vorzugehen, wenn die Vereinbarung damals wirksam geschlossen wurde.

In Ihrem Fall würde ich aber auch gern näher prüfen wollen, wie weit hier womöglich aber auch bereits ein Großteil der Zinsen schon längst verjährt ist, falls sich herausstellen würde, dass ein Vergleich damals nicht wirksam zustande gekommen war.

Bitte melden Sie sich doch unter meiner Kanzleinummer 030-95999353, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Ich vertrete regelmäßig und auch gegenwärtig Mandanten in vergleichbaren Situationen. Ich bin in solchen Angelegenheiten bundesweit und sehr gern auch für Sie tätig.

Freundliche Grüße

Tobias Mai

Rückfrage vom Fragesteller 07.08.2016 | 17:43

Vielen Dank für Ihre Antwort, ich habe mir Heute die Forderungsaufstellung vom April des Inkasso angesehen und musste feststellen, das einige Zahlungseingänge bei denen nicht verbucht waren. Jetzt habe ich selbst ein Schreiben aufgesetzt und habe auch sehr lange dafür gebraucht und viel recherchiert. Kann ich das Schreiben so lassen? Oder hätten Sie noch einen Tipp. Ich möchte keinen groben Fehler machen.
Und zwar folgendes:

Widerspruch gegen Ihre Forderung

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Schreiben vom 4.8.2016 fordern Sie einen Betrag in Höhe von 11084,73 von mir. Hiermit widerspreche ich dieser Forderung. Ich werde sie nicht bezahlen, da sie unberechtigt ist.

Ich begründe meinen Widerspruch wie folgt:
Im März 2016 bat ich Sie um die Angaben wie hoch die Restsumme von dem letzten Vergleich (3500 Euro) noch sei um den Dauerauftrag entsprechen zu lenken. Im April bekam ich die Antwort das noch 2850 Euro offen sein was meiner Ansicht nach nicht sein konnte.

Nach durchsicht Ihrer Forderungsaufstellung ist mir aufgefallen, dass Sie meine Zahlungen nicht ordnungsgemäß verbucht haben.

In Ihrer Aufstellung fehlen folgende Zeiten:
März 2007 – Dezember 2009 (34 Monaten)
November 2011 – Mai 2012 (7 Monaten)
November 2012 – April 2013 (7 Monaten)

Die Zahlungen wurden mit einem Dauerauftrag geleistet und zwar an:
S-Inkasso GmbH, Quedlinburg
Konto: xx – BLZ: 1xx
Az.: xx

Erst ab Mai 2013 wurden ebenfalls mit einem Dauerauftrag die Zahlungen an:
Proceed Collection Services GmbH
Inkasso-Nr. xxxx
Konto-Nr. xx922 – BLZ: xx0 geleistet.

Ich habe seit August 2005 einen Dauerauftrag in Höhe von 50 Euro bis Mai 2016 gemacht.
Damit sollten die beiden Vergleiche von 3000 Euro (Bezahlung wurde bestätigt)
und 3500 Euro ordnungsgemäß zur Schuldenentlastung erfüllt worden sein. Meiner Meinung nach wurde sogar eine Überzahlung von 50 Euro getätigt.

Ebenfalls teile ich Ihnen mit, dass die Bürgschaften sittenwidrig und damit gem. § 138 Abs. 1 BGB nicht in Ordnung waren, da ich durch diese Bürgschaften krass überfordert wurde. Zu dem Zeitpunkt als die Bank diese Bürgschaft von mir verlangte, weil das alle Ehefrauen so machen würden, war ich nicht berufstätig und hatte 2 kleine Kinder im Alter von 1 und 4 Jahren. Ich hatte außer dem Kindergeld kein eigenes Einkommen und war finanziell auf meinen Mann angewiesen und hatte rein gar nichts mit der Firma zu tun.

Rein vorsorglich mache ich Sie darauf aufmerksam, dass eine widersprochene Forderung nicht an die Schufa oder eine andere Auskunftei (Creditreform, Infoscore, Bürgel etc.) gemeldet werden darf.

Ich bitte Sie, mir innerhalb von 2 Wochen ab Erhalt dieses Einschreibens schriftlich mitzuteilen, ob Sie die Angelegenheit weiter verfolgen werden.

Bitte erlassen Sie keine weiteren Mahnschreiben und verzichten Sie auf die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides. Einem solchen würde ich widersprechen. Den hier geäußerten Forderungswiderspruch halte ich gegen alle Forderungen die sie gegen mich haben konsequent aufrecht, da Ihre Forderungen nicht berechtigt sind.

Mit freundlichen Grüßen
xxx


xx 07.08.2016

PS: In der Anlage erhalten Sie ein PDF mit den gezahlten Raten in der Zeit von November 2011 bis April 2012, damit sie sehen, das diese Zahlungen getätigt wurden, jedoch bei Ihnen nicht verbucht wurden

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.08.2016 | 12:33

Sehr geehrte Fragestellerin,

der Sachverhalt ist komplex und wird mit Ihrer Nachfrage noch komplexer. Aus Ihrer Nachfrage ergibt sich nun zudem, dass Forderungen auch noch einmal erneut von einem Inkassounternehmen auf ein anderes übergegangen sein könnten.

Zudem ist in Ihrer Nachfrage nun von mehreren Vergleichen die Rede.

Ich kann ohne Kenntnis des geführten Schriftverkehrs leider nichts Hilfreiches beisteuern.

So Sie am Ende Ihres Entwurfes ausführen, dass Sie darum bitten, keinen weiteren Mahnbescheid zu erlassen, stellt sich zudem die Frage, ob und inwieweit die Hauptforderung überhaupt tituliert ist, sodass meine Ausführungen in meiner ersten Antwort noch dahingehend zu ergänzen sind, ob vielleicht nicht nur Zinsen, sondern sogar die Hauptforderung verjährt sein könnten.

All dies würde ich tatsächlich sehr gern näher für Sie prüfen. Da es um nicht ganz wenig Geld für Sie geht, kann ich nur empfehlen, sich anwaltlicher Hilfe zu bedienen. Insbesondere, wenn man Sie weiter nicht in Ruhe lassen sollte. Wenn wir Zahnweh haben, entfernen wir uns doch auch nicht selbst die Karies und füllen die Zähne selbst. Besonders große Vorsicht ist bei sämtlichen Schriftstücken geboten, die man Ihnen vorformuliert zur Antwort übersendet.

Zu Ihrer Nachfrage: Gegen dieses von Ihnen formulierte Schreiben habe ich - vorbehaltlich der Tatsache, dass ich den Schriftverkehr nicht kenne - keine Einwände.

Bitte melden Sie sich bei mir, wenn Sie allein nicht weiterkommen. Ich bin gern für Sie da.

Freundliche Grüße

Tobias Mai, RA

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