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Inkasso vs Privatperson (ich)

| 02.04.2021 12:12 |
Preis: 44,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


16:28
Hallo,

ich habe mich dummerweise bei einer Abofalle angemeldet und bekam ein Schreiben von einem Inkassobüro. Daraufhin habe ich selbst ein Schreiben aufgesetzt und dem Inkassobüro per Einschreiben zugeschickt.

Hier mein Brief an das Inkasso:

Anfang Brief
-------------------------------------------

Hallo Herr XXX,

anbei übersende ich Ihnen die rechtskräftige Sendebestätigung der "XXX AG"
Kündigung für "XXY.COM" vom 18.02.2021.

Das Geschäftszeichen Ihrer Zahlungsforderung lautet: XXXXXX

Wie Sie auf der Sendebestätigung der Kündigung entnehmen können wurde der Vertrag
innerhalb der Frist widerrufen und gekündigt, sodass Ihre Forderung eigentlich nicht gültig
ist, da das Vertragsverhältnis zwischen XXX AG und mir vor Ablauf der Frist
widerrufen beziehungsweise gekündigt wurde. Es handelt sich hierbei vermutlich um ein
Missverständnis, ggf. Fehler oder um eine gesetzeswidrige Handlung Ihres Auftraggebers XXX AG.

Weiterhin verweise ich auf die Nutzungsbedingungen von "XXY.COM":

"2. Der User eines kostenpflichtigen Dienstes kann das Dauerschuldverhältnis mit einer
Frist von 14 Kalendertagen zum Ablauf der jeweiligen Vertragslaufzeit kündigen. Die
Kündigung des kostenpflichtigen Vertragsverhältnisses bedarf zu ihrer Wirksamkeit der
Textform (z.B. per Fax an +1234567890). Um eine erfolgreiche Bearbeitung der
Kündigung zu gewährleisten, sollte die Erklärung die Angabe des vollständigen Namens,
des genutzten Dienstes, die zur Registrierung verwendete E-Mail Adresse und des
Usernamens enthalten. Zur Vereinfachung gibt es hier ein Formular zum Ausdrucken."

Es wurden ausreichend Informationen in dem Kündigungsschreiben bereit
gestellt, sodass eine Kündigung problemlos möglich sein muss. Es ist übrigens auch nicht
die Pflicht eines Service-Nutzers eine Kündigung per Fax zu senden. So muss auch eine Kündigung, welche per Post gesendet wurde problemlos vom Betreiber "XXX AG" akzeptiert und ordnungsgemäß verarbeitet werden.

Bitte informieren Sie Ihre Geschäftspartner der XXX AG, sodass diese keine weitere, unrechtmäßige Forderungen Ihnen vermitteln.

Ich bitte Sie davon abzusehen nicht gesetzeskonforme Zahlungsforderungen an mich zu senden. Bestenfalls fordern Sie Ihr Geld von der XXX AG zurück.

Außerdem bitte ich Sie nach "Art. 17 DSGVO (1) Satz 1" (siehe: dsgvo-gesetz.de/art-17-dsgvo) alle meine Informationen zu löschen, da ich der Nutzung widerspreche und da diese zu jeder Zeit obsolet waren.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
YYY YYY

-------------------------------------------
Ende Brief

Es kam bis heute vom Inkassobüro kein Anruf mehr, auch keine Briefe, gar nichts. Es scheint so, als hätte ich "gewonnen". Nun stellt sich mir die Frage, ob ich rechtlich gesehen die geltenden Gesetze richtig interpretiert habe? Ich wollte bei dem Inkassounternehmen den Eindruck erwecken, dass ich mich gut mit den Gesetzen auskenne.

Ich bin zwar Informatiker und ausschließlich für diesen Bereich qualifiziert, dennoch informiere ich mich gerne über Gesetze und setze gerne Schreiben auf. Daran habe ich wirklich Spaß.
Ich setze mich auch gerne für andere Personen ein und möchte auch in rechtlichen Angelegenheiten helfen, sofern ich das darf und bevollmächtigt bin. Manchmal gebe ich Tipps oder schreibe Briefe für Nachbarn, meine Eltern oder Freunde.

Gegenüber Versicherungen konnte ich schon bereits rückwirkend für einen Nachbarn die Auszahlung einer Entschädigung erwirken, obwohl die Versicherung dem Nachbarn telefonisch mitteilte, dass sie keine Entschädigung bezahlen werden. Dazu musste ich dem Nachbarn nur ein einziges Schreiben aufsetzen, welches er dann unterschrieben an das Versicherungsunternehmen gesendet hatte.

Ich bin wirklich motiviert und kann mir vorstellen, dass ich mir eine weitere Ausbildung bzw. Studium zutrauen würde. Auf Grundlage des Briefes: Denken Sie, dass ich dafür Potential habe?

Mit 26 Jahren habe ich noch keine grauen Haare, bin selbstständig als Softwareentwickler/IT-Dienstleister und könnte mir ein berufsbegleitendes Jura-Studium in der Fachrichtung IT-Recht vorstellen. Hätten Sie einen Tipp für mich? Wie kann ich sonst im juristischen Bereich tätig werden? Gibt es Alternativen, eventuell ohne Studium? Gerne würde ich anderen Menschen helfen.

Danke.
Eingrenzung vom Fragesteller
02.04.2021 | 12:28
02.04.2021 | 12:46

Antwort

von


(264)
Gräfelfinger Str., 97a
81375 München
Tel: 089 1222189
Web: http://www.kanzlei-richter-muenchen.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage bringt mich zum Schmunzeln!

Doch zunächst zum rechtlichen Teil:
Laut Sachverhalt besteht kein Zweifel, dass Sie die Kündigungsfrist eingehalten haben.
Sie haben dem Inkasso alle Belege darüber sowie über den Vorgang übermittelt, sodass von einer weiteren Verfolgung des Anspruchs abgesehen wird. Damit haben Sie gewonnen!

Wenn Ihnen diese Art von Denkspiel Spaß macht, dann ist Jura vielleicht das Richtige für Sie.
Das juristische Denken wird während des Studiums noch verstärkt. So wird diese komplexe Materie in Schematas gepresst und ist dann gar nicht mehr so schwierig.

Mit Jura im Nebenfach können Sie nicht wirklich etwas machen. ich empfehle daher ein Hauptstudium.
Hier können Sie mit dem 1. Staatsexamen dann eventuell schon im Bereich der öffentlichen Verwaltung einen Job finden.

So wurden während dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2014/15 Diplomjuristen (also mit 1. Staatsexamen) beim BAMF eingesetzt.

Solche Möglichkeiten können sich immer ergeben.

Ich persönlich habe mein 1. Staatsexamen nach 6 (harten) Semestern absolviert.
Wenn ich das schaffe, dann jeder...


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 02.04.2021 | 15:09

Das klingt doch schon mal sehr gut, wenn ich nichts mehr zu befürchten habe. Da muss ich mir direkt auf die Schulter klopfen. Ohne Arroganz, aber mit dem Bewusstsein, dass ich es einfach drauf habe. Haha :D

Hätten Sie persönlich das Schreiben auch so abgesegnet und versendet? Oder hätten Sie das Schreiben anders aufgesetzt? Wenn ja, wie hätten Sie argumentiert?

Ich bin mit meinem aktuellen Beruf soweit sehr zufrieden, aber wenn ich eine zusätzliche juristische Qualifikation hätte, dann wäre das sozusagen das i-Tüpfelchen und natürlich würde es mir auch Spaß machen. Aber vielleicht wäre das schon zu viel berufliche Anerkennung, denn diese erfahre ich jeden Tag. Es ist wirklich unglaublich wie dankbar Kunden sind, wenn man beispielsweise eine Software schreibt, die Integrität einer Datenbank wiederherstellt oder einfach nur zum Beispiel ein Problem am Computer löst. Ich erfahre bei jedem Kundeneinsatz Bestätigung, wenn ich nun zusätzlich auch noch Rechtsanwalt wäre, würde ich wahrscheinlich an Gotteskomplexen leiden. Zudem würde ich keine Anstellung im öffentlichen Dienst anstreben, sondern eher eine spezialisierte Kanzlei für Strafverteidigung leiten. Ich setze mir immer große Ziele.

Vielen Dank nochmal! Mir war es jedenfalls wichtig zu erfahren, dass ich alles richtig gemacht habe. Mit Gesetzen werde ich mich dennoch weiterhin beschäftigen, da es mich einfach persönlich interessiert und für mich immer nützlich sein wird.

Vor Gericht würde ich mich notfalls sogar selbst verteidigen - so wie Ted Crawford (Anthony Hopkins), der Angeklagte in dem Film "Fracture" (deutsch: "Das perfekte Verbrechen", Jahr 2007). Ich hoffe natürlich, dass dieser Fall nie eintreten wird, da ich mir nie etwas zu schulden kommen lasse und gesetzeskonform lebe. Bezüglich "Fracture", falls Sie diesen Film noch nicht gesehen haben, schauen Sie sich den Film an. Sehr unterhaltsamer, satirischer Gerichts-Thriller, wodurch ich mein Interesse für juristische Themen entdeckt habe.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.04.2021 | 16:28

Hallo,

da bin ich ja erleichtert, dass Sie sich nicht mit Hannibal Lecter vergleichen (ANthony Hopkins in "Schweigen der Lämmer)...
Also das Schreiben hätte ich schon etwas anders aufgebaut, aber das sind juristische Formalitäten.
Inhaltlich haben Sie alles richtig gemacht.

Kompliment.

Nutzen Sie gerne weiter die Plattform und geben Sie gerne 5 Sterne ;-)

Frohe Ostern
RARichter

Bewertung des Fragestellers 02.04.2021 | 16:35

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