Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Inkasso von 2007


| 09.11.2017 11:32 |
Preis: 25,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Hallo,

ich habe gestern (08.11.2017) ein Inkasso schreiben erhalten.
Die eigentliche Rechnung war von Oktober 2007. Angeblich sei die Post seit 2011 nicht mehr zustellbar gewesen (Umzug)
Nun haben Sie wohl 6 Jahre später meine neue Adresse ausfindig gemacht (soll ich auch zahlen) und es sind natürlich sämtliche Mehrkosten entstanden. Ausgangsrechung war 97,-€ nun sind wir bei 305,-€.
Ist dies rechtens? Ich habe mich immer brav umgemeldet und ich wäre jederzeit ausfindig zu machen gewesen. Wie kann ich nun mit diesem Schreiben umgehen? Muss ich es bezahlen oder nicht?

Vielen Dank für die Unterstützung

Mit freundlichem Gruß
Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Ich gehe hier einmal nach Ihrer Schilderung von einer in Verzug geratenen fällig Forderung in Höhe von 97 Euro aus dem Jahre 2017 aus, welche bisher nicht tituliert, also kein vollstreckbares Urteil oder ein aus einem gerichtlichen Mahnverfahren herrührender Vollstreckungsbescheid vorliegt, ist.

Die Forderung unterliegt sehr wahrscheinlich der regelmäßigen Verjährung von 3 Jahren. Und dürfte damit seit dem 31.12.2010 verjährt sein.

Um das Recht der Verjährung für sich gelten zu lassen, müssen Sie sich der Einrede der Verjährung aktiv bedienen und gegenüber der Gegenseite diese ausdrücklich erklären.

Der Anspruch gegen Sie ist damit zwar nicht aus der Welt, Sie könnten, wenn Sie wöllten die Schuld immer noch erfüllen, aber der Gläubiger ist mit der Erhebung der Verjährungseinrede in der Durchsetzung seines Anspruchs gehemmt.

Die angeblichen Kosten von gut 208 Euro sind meines Erachtens wesentlich zu hoch.
Hier darf es sich nur um Verzugsschaden handeln. Dieser besteht im Wesentlichen nur aus Verzugszinsen und Rechtsverfolgungskosten.

Letztere sind gesetzlich in der Höhe der gesetzlichen Gebühr, die ein Rechtsanwalt für seine Inanspruchnahme ansetzen dürfte, begrenzt. Auch Inkassokosten dürfen nur in dieser Höhe veranschlagt werden. Der Gläubiger kann diese Kosten nur einmal in Ansatz bringen, also entweder Inkasso oder Rechtsanwalt.
Diese Gebühr kann hier allenfalls 46,41 Euro brutto betragen. https://anwaltverein.de/de/service/prozesskostenrechner

Die Verzugszinsen nach § 288 Abs. 1 BGB betragen seit dem 01.10.2007 ca. 51 Euro. http://basiszinssatz.info/zinsrechner/index.php


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Nachfrage vom Fragesteller 09.11.2017 | 12:45

Sehr geehter Herr Wehle,

also werde ich dem Anspruch nachkommen müssen. Das beläuft sich aber auf die 97€ inkl. 46,41€ +51€?
Ich wende mich demnach bei dem Inkasso Unternehmen und teile mit, dass ich von meinem Recht der Verjährung geltend machen möchte.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, ob ich nun zahlen muss oder nunmal nicht. Wozu raten Sie mir in diesem Fall?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.11.2017 | 13:11

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

NEIN, das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, Sie sollen sich hier auf Verjährung berufen. Ich habe auch gesagt, dass Sie gern zahlen können, aber dies nicht müssen, soweit Sie sich auf Verjährung berufen und es noch keinen Vollstreckungstitel gibt.

Bitte verfassen Sie ein Schreiben an die Inkassofirma, wie folgt (bitte ergänzen!)…

An Inkasso…
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Bezug auf die aufgerufene Forderung in Höhe von 305 Euro, basierend auf der Ausgangsforderung vom … in Höhe von 97,00 Euro, erhebe ich die Einrede der Verjährung. Mit Ablauf des 31.12.2010 dürfte hier die Verjährung eingetreten sein. Eine Unterbrechung oder Hemmung der Verjährung ist hier nicht zu erkennen.
Eine Zahlung meinerseits wird daher nicht erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Ort, Datum

Da Sie sich auch später immer noch auf die Verjährungseinrede berufen können, benötigen Sie grundsätzlich keinen Nachweis über den Eingang Ihrer Erklärung bei Ihrem Gegenüber, so dass hier ein normaler Brief ausreichend sein sollte. Seien Sie dennoch nicht überrascht, wenn das Inkasso aufgrund Ihrer Rückmeldung Sie fortan mit weiteren Forderungen und wüsten Bedrohungen anschreibt.


Ihre Rechnung, dass die Grundforderung von 97 Euro die zusätzlich entstandenen Verzugskosten enthalten soll kann ich nicht nachvollziehen. Nach meinem Verständnis wären diese zu addieren.
Aber das nur am Rande, erklären Sie Verjährung und lassen Sie die Sache auf sich beruhen.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Bewertung des Fragestellers 09.11.2017 | 13:58


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Super! Danke für alles! Ich werde dies genau so machen. Witzigerweise wird nun behauptet, dass ich gestern telefonisch einem Vergleich zugesagt haben soll. Inkasso eben!

Vielen Dank
"