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Inkasso mahnt Vollstreckungsbescheid nach 8 Jahren

11.04.2008 21:30 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Tagen bekam mein Mann ein Schreiben zur Zahlungsaufforderung eines Vollstreckungsbescheides aus dem Jahr 1999 von einem Inkassounternehmen.

Dies sind "alte Schulden" aus "jungen Tagen" die mein Mann einfach vergessen hatte. All die Jahre kam auch keine Erinnerung oder ählnlich Aufforderung.

Im Schreiben heißt es nun "...das damit weitere Kosten un Unannehmlichkeiten auf Sie zukommen, bedarf wohl keiner besonderen Erklärung. Einschließlich Zinsen und Kosten beläuft sich die Forderung zwischenzeitlich auf 2500 EUR."

Ein Aufstellung der genauen Kosten wurde dem Schreiben nicht beigelegt.

Auf erste Nachfrage wurde uns jetzt der Vollstreckungsbescheid in Kopie zugesandt. Höhe des Bescheides 2100 DM. Eine genaue Aufstellung über die weiteren Kosten fehlt weiterhin.

Klar ist für uns, dass die Schuld gezahlt werden muss. Nun aber unsere Fragen:

- können wir eine genaue Aufstellung über die zwischenzeitlich aufgelaufenden Zinsen einfordern?
- welche Gebühren müssen wir neben den Zinsen zahlen? (Inkassogebühren?)
- gibt es bei den Zinsen estwas zu beachten? (im Vollstreckungsbescheid heißt es "Die Kosten des Verfahrens sind ab dem 12.07.99 mit 4% zu verzinsen")
- müssen wir überhaupt an das Inkasso zahlen, oder können wir die Schuld direkt an den Gläubiger zahlen?
- Gibt es sonst noch Dinge die wir berücksichtigen können?

vielen Dank im Voraus!
mfg

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und dem eingesetzten Betrag wie folgt:


1.
Sie sollten eine Aufstellung der Forderung verlangen und damit zu einem Kollegen/ einer Kollegin vor Ort gehen und diesen / diese mit der Detailprüfung beauftragen.
Im Rahmen dieses Forums kann eine solche Prüfung nicht abschließend erfolgen.
Dies bitte ich zu beachten.
Aufgrund der langen Zeitspanne von Erlass des Vollstreckungsbescheides bis heute kommt eine Verjährung der Zinsen in Betracht.
Gerade aus diesem Grund sollten Sie auf eine Aufstellung bestehen.


2.
Neben den Zinsen müssen Sie sämtliche Kosten übernehmen, die durch den Zahlungsverzug entstanden sind.
Es ist also der Verzugsschaden zu ersetzen.
Darunter fallen die Kosten für den Erlass eines Mahnbescheides und eines Vollstreckungsbescheides.
Falls damals ein Rechtsanwalt beauftragt wurde auch dessen Kosten.
Bei den Inkassokosten ist die Rechtslage sehr uneinheitlich.
Hat der Gläubiger allerdings einen Vollstreckungsbescheid erwirkt und erfolglos vollstreckt, dann darf er selbstverständlich ein Inkassobüro mit der Forderungseintreibung beauftragen.
Die Kosten sind aber maximal auf die Gebühren eines Rechtsanwalts begrenzt.


3.
Laufende Zinsen aus dem Vollstreckungsbescheid verjähren gemäß § 195 BGB nach 3 Jahren, soweit die Verjährung nicht gehemmt ist.
Die Verjährungsfrist beginnt gemäß § 199 Abs.1 Nr.1 BGB mit dem Schluss des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist.
Nach § 214 Abs.1 BGB ist der Schuldner berechtigt nach Eintritt der Verjährung die Leistung zu verweigern.
Die eigentliche Forderung aus dem Vollstreckungsbescheid verjährt, da der Vollstreckungsbescheid ein rechtskräftiger Titel ist, gemäß § 197 BGB in 30 Jahren.


4.
Da der Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragt hat, sollten Sie an das Inkassobüro zahlen und nicht an den Gläubiger.


5.
Auf Grundlage des Vollstreckungsbescheides kann der Gläubiger die Zwangsvollstreckung durchführen.
Hierzu kann er folgende Maßnahmen einleiten:
- Beauftragung eines Gerichtsvollziehers mit der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen
- Antrag auf Abgabe der eidesstattlichen Versicherung
- Pfändung von Einkommen
- Kontopfändung


Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen und eine erste rechtliche Orientierung bieten konnte.

Mit freundlichen Grüßen


Tanja Stiller
Rechtsanwältin

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