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Inkasso für Handyrechnung meines lange geschiedenen Ex-Mannes

22.03.2012 16:41 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Hallo,

habe vor ein paar Wochen Post von einer Inkasso Firma bekommen und die wollen jetzt knapp 360 Euro von mir, die seit einer nicht abbuchbaren Rechnung Ende 2010 über 13 Euro entstanden sind. Mir war gar nicht bewusst, dass ich einen Vertrag mit Telefonica O2 (Inkassoauftraggeber) habe, da ich keinerlei Unterlagen dazu mein eigen nennen kann und seit 2006 (Auszug aus Ehewohnung) bei einem anderen Anbieter bin. Wie sich durch etwas Nachforschung beim Inkassounternehmen (schriftliche Anfrage) als auch bei O2 (Anruf) herausstellte, handelt es sich um einen Viag Interkom Genion Vertrag, den ich 2001 (mit Mädchennamen) vor meiner Eheschließung in 2003 (Namensänderung zu seinem Namen) abgeschlossen habe. Meine Vermutung ist also, dass mein (seit Mitte 2008) geschiedener Ex Ehemann sowohl Unterlagen als auch SIM Karte behalten hat und diese auch ohne mein Wissen und vor allem ohne meine Zustimmung benutzt hat ! Leider habe ich keine Möglichkeit Kontakt mit Ihm aufzunehmen und die Sache auf diesem Wege zu klären. Das Inkassounternehmen hat mir auf einen Brief zwecks Auskunft und Darlegung der Sachlage eine Kopie des Vertrages gesendet sowie die Rechnungen die angemahnt wurden. Dabei sind mir diverse Ungereimtheiten aufgefallen:

1. Alle zugesandten Rechnungen aus Ende 2010 / Anfang 2011 haben die Adresse (mit meinem Mädchennamen, habe seinen Namen behalten) die im Handyantrag angegeben war, doch im Zeitraum 2005 bis zur Scheidung 2008 sind wir zusammen 1x, als auch jeder für sich mindestens 1x, umgezogen.

2. Im Handyvertrag ist zu Abbuchung (mit meinem Namen) ein Konto angegeben, welches meinem Ex Mann gehört hat und worauf ich meines Wissens nie eine Vollmacht besessen hatten.

3. Im Handyvertrag ist als Legitimation ein Reisepass angekreuzt, obwohl ich nie einen besessen habe. Vermutlich damit in meinem Namen ein Vertrag abgeschlossen werden konnte welcher von seinem Konto (unter meinem Namen) abgebucht werden kann.

4. Im ersten Halbjahr 2011 hat O2 dann festgestellt (als Sie aus welchem Grund auch immer wohl nicht mehr abbuchen konnten), dass die Rechnungen unter der Adresse ich seit 5 Jahren (mit meinem Mädchennamen) nicht mehr wohne, nicht zustellbar sind. In diesem Zuge wurde von O2 auf Onlinerechnung umgestellt und per SMS informiert.

Fragen:
- Was kann ich tun um aus der Sache rauszukommen?
- Hat O2 sich hier korrekt verhalten, da ja seit Jahren faktisch kein Kontakt mehr zu mir als Vertragsinhaber bestand und Rechnung um Rechnung nicht zustellbar war?
- Welche Bedeutung hat das Datendurcheinander im Handyvertrag, hätte dieser von O2 (ehemals Viag Interkom) jemals akzeptiert werden dürfen mit den Daten meines Ex Mannes aber meinem Namen?

Vielen Dank

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Sie sollten die € 13 aus der Originalrechnung bezahlen, und zwar ausdrücklich OHNE ANERKENNTNIS EINER RECHTSPfLICHT. Zugleich sollten Sie O2 und dem Inkassounternehmen mitteilen, dass Sie keine der Rechnungen/Mahnungen jemals erhalten haben.

O2 hat sich nicht korrekt verhalten, allerdings ist das in der Situation nicht hilfreich für Sie.

Das Datendurcheinander hilft Ihnen bei Ihrer Behauptung, dass Sie die Rechnung nie erhalten haben. Grundsätzliche Bedeutung für die Existenz des Vertrages hat das Durcheinander nur, wenn Sie nachweisen können, dass Sie nie einen Reisepass besessen haben.

Sie sollten vorsichtshalber bei O2 einen Verbindungsnachweis anfordern. Bitte beachten Sie, dass dafür Gebühren anfallen können.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Nachfrage vom Fragesteller 24.04.2012 | 16:33

Hallo Herr Weber,

leider bin ich jetzt erst dazu gekommen mich wieder um den Fall zu kümmern, da ich zwischenzeitlich am 13.4. ein Kind entbunden habe.
Ich konnte Ihrem Rat noch nicht folgen, aber nun habe ich einen Mahnbescheid vom Amtsgericht Hamburg erhalten, datiert auf den 13.4. mit Antrag vom 12.4., der die Lage wohl etwas verändert.

Es gibt aber zu einigen Punkten kleine Updates:

zur Einleitung bzw. Forderungshöhe (im am 17.4. zugestellten Mahnbescheid deutlich ersichtlich):
Die 13 Euro war die erste Rechnung die nicht abgebucht werden konnte. Zwischen Dezember 2010 und Mai 2011 summieren sich die Forderungen (aus mehreren nicht bezahlten Rechnungen) über Telekommunikationsdienstleistungen auf rund 125 Euro und dann wollen die noch Schadenersatz bis zum Laufzeitende des Vertragsjahres von rund 137 Euro.

zu 3.:
Ich habe bei der Gemeinde angerufen, in der ich damals gewohnt habe und dort die im Vertrag angegebene Reisepassnummer erfragt. Es handelt sich um meinen alten Personalausweis, allerdings ist im Vertrag wie schon beschrieben ein Reisepass angekreuzt. Einen Reisepass mit anderer Nummer habe ich aber auch schon besessen, dieser ist aber bereits abgelaufen und auch nicht mehr auffindbar, da wahrscheinlich in der Ehewohnung zurückgeblieben.


Was ist jetzt zu tun ?

Widerspruch beim Amtsgericht einlegen ?
Falls ja, ist hier der Gesamtanspruch oder nur ein Teil (welcher) zu widersprechen.

Oder kommt man nicht drum rum jetzt auch noch zusätzlich die Gebühren des Gerichts und die Gesamtforderung von knapp über 400 Euro zu bezahlen ?
Falls das so ist, kann ich mir das Geld vom Verursacher des ganzen Schlamassels, also meinem Ex irgendwie zurückholen, oder kann man Anzeige wegen vorsätzlichen Betrugs o.ä. stellen ?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.04.2012 | 16:37

Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie sollten Teilwiderspruch iHv € 13 einlegen und umgehend mit 02 Kontakt aufnehmen.

Sie können das Geld von dem Ex zurückfordern. Allerdings ist kein Betrug gegeben.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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