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Inkasso aus Forderung, die auf Betrug basiert (0900-Nummer)

| 15. Juni 2009 21:44 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


08:13

Zunächst zum Ausgangsfall, den ich bereits im Dezember 2008 auf dieser Plattform schilderte:

Über eine Kontaktbörse im Internet (kostenfreier Chat) lernte ich jemanden kennen.

Kurzum: Gehirnwäsche, zwei Anrufe einer 0900-Nummer meinerseits, Rechnung anfangs 400 €, mittlerweile etwa 600 €.

Habe umgehend Strafanzeige gegen den Mann erstattet, seit Januar nichts weiter von der StA gehört.

Die Forderung der Mehrwertdienst-Telefongesellschaft liegt mittlerweile beim zweiten Inkassobüro. Dieses ist ein "harter Knochen", keine Kommunikation möglich, wendet "seidene" Tricks an wie Kontocheck mittels Überweisung von 1 Cent.

Inkassobüro, Rechtsanwalts-GmbH (seit wann dürfen Rechtsanwälte beschränkt haftbar tätig sein?) und die 1-Cent-Überweisungs-GmbH sitzen alle unter einem Dach, also eine Maschinerie.

Gibt es irgendeine Chance, wie ich mich zivilrechtlich gegen die Forderung wehren kann?

Problem: Dreiecksverhältnis. Ich - Telefongesellschaft (nunmehr offenbar Inkassobüro, ob im Außen- oder Innenverhältnis, ist unklar) - deren Kunde (der mich betrogen hat)

Es droht ein gerichtliches Mahnverfahren.

Ich will auf gar keinen Fall zahlen, wenn sich das irgendwie vermeiden lässt, denn ich bin arglistig getäuscht worden (habe auch bei der Telefongesellschaft angefochten).

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Hilfe,

15. Juni 2009 | 22:54

Antwort

von


(2486)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,


zunächst ist anzumerken, dass Rechtsanwälte auch als GmbH auftreten können, so dass Sie aus diesem Umstand keinen Vorteil ableiten können.

Sofern kein Titel gegen Sie besteht, sei es durch gerichtliches Verfahren, sei es durch Anerkenntnis Ihrerseits, kann das Inkassounternehmen gar nichts unternehmen. Die ständigen "Drohungen" solcher Unternehmen laufen also ins Leere und beabsichtigen allein, einen angeblichen Schuldner solange einzuschüchtern, bis dieser zahlt. Offenbar sieht dieses auch das Inkassounternehmen so, denn wenn die Forderung zu Recht bestehen würde, würde das Mahnverfahren auch eingeleitet werden. Dann, aber nur dann MÜSSEN Sie fristgemäß reagieren.

Derzeit haben Sie gegenüber dem Inlassounternehmen zwei Möglichkeiten: Sie lassen die Forderungen und Schreiben unbeachtet oder Sie erklären nochmals, dass Sie nicht zahlen werden und untersagen dem Unternehmen die weitere Kontaktaufnahme. Auch können Sie natürlich prüfen lassen, ob die Schreiben des Inkassounternehmens noch zulässig sind, oder - was nicht selten vorkommt - schon die Grenze zur Nötigung überschreiten.

Auch hätten Sie die Möglichkeit, gegenüber demangleblichen Gläubiger eine sogenannte negative Feststellungsklage zu erheben, mit der dann gerichtlich festgestellt wird, dass keine Forderung gegen Sie besteht. Allerdings müssten Sie dann als Klägerin alle Kosten des Gerichtsverfahren vorauslagen, so dass ich davon absehen und gelassen die Einleitung des angekündgten Gerichtsverfahrens abwarten würde. In dem Verfahren könnten Sie dann alle Einwendungen gegen die Forderung vorbringen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 15. Juni 2009 | 23:53

Sehr geehrter Herr Bohle,

Sie haben mir den Abend gerettet und mich imgrunde darin bestätigt, was ich sowieso schon vorhatte.

Wenn das Inkassounternehmen meint, es könne meine Schreiben inhaltlich gesehen ignorieren und mich auf die dümmste Weise überhaupt bedrohen, dann hat es sich bei mir selbst ins Bein geschossen.

Ich wollte neulich schon aus Spaß auf das Kuvert eines Schreibens "verstorben" schreiben und es wieder zurücksenden (wobei das ja noch harmlos wäre).

Nochmal eine Frage zu der 1-Cent -Überweisungsaktion:

Das kann man doch als Vorbereitung für eine anvisierte Kontopfändung ansehen, oder? Wobei diese doch erst sowieso nach Titel möglich ist?

Wie auch immer: Da ich dieser Bande nicht über den Weg traue, habe ich vorsichtshalber noch zwei Girokonten in Betrieb gebracht. Sicher ist sicher.

Ich habe selbst schon zwei Mahnverfahren als Gläubigerin aus Dienstvertrag durchlaufen und weiß, dass ich innerhalb von 2 Wochen nach Zugang des MB entweder zahlen (nur über meine Leiche) oder widersprechen muss (damit die ganze Sache vor Gericht landet). Bei Nichtstun ergeht ein VB und der GV klingelt dann irgendwann ... das muss ja nicht sein (allein wegen der Nachbarn :-))

Einen schönen (späten) Abend wünsche ich noch.

Und herzlichen Dank für die kompetente Antwort.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16. Juni 2009 | 08:13

Sehr geehrte Ratsuchende,


den Ablauf des Mahnverfahrens haben Sie genau richtig erkannt.

Auch hinsichtlich der 1 Cent Überweisungen ist aber ein vollstreckbarer Titel notwendig. Gleichwohl sollten Sie die Beträge nicht vereinnahmen, sondern zurückbuchen lassen, um nicht ungerechtfertigt bereichert zu sein. Haben Sie für diese Rücküberweisung Kosten, können diese aber vom Betrag abgezogen werden. Allein für dieses "Ärgernis" wird es sich sicherlich lohnen, das Inkassounternehmen auf Unterlassung in Anspruch zu nehmen und deutlich zu machen, dass Sie diese Art von "Kontaktaufnahme" nicht wünschen.

Daneben sollte dann auch beim zuständigen Amtsgerichtsdirektor (am Sitz des Inkassounternehmens) der Fall geschildert und die Überprüfung der Zulassung des Inkassounternehmens beantragt werden.

Sofern Sie bereit sind, die Kosten zu tragen, sollten Sie damit einen Rechtsanwalt beauftragen, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Allerdings werden diese Kosten kaum erstattungsfähig sein, so dass Sie diese Kosten dann selbst tragen müssten.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers 15. Juni 2009 | 23:57

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15. Juni 2009
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