Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Inkasso - Trotz HF beglichen, an Anwalt übergeben


05.12.2015 16:07 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Zusammenfassung: Rechtsverfolgungskosten
Erforderlichkeit


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 19.10.2015 habe ich ein Inkassoschreiben (maschinell erstellt) erhalten, mit einer Forderung der Firma XY

Forderungsdarlegung:

Forderungen aus Rechnung: 36,80€
Mahngebühren: 9,95€
Gesamt: 46,75€
Zinsen 4,17%: 0,03€
Inkassokosten 1,0 Gebühr (Nr.2300VV) 45€ zzgl. Auslagen (Nr.7002 VV) 9€
zusätzliche Zinsen bis 29.10.2015: 0,04€
Restschuld per 29.10.2015 = 100,82€

Frist bis 29.10.2015

Mir ist durchaus bewusst, dass ich mich im Zahlungverzug befunden habe.

Die Hauptforderung in Höhe von 46,75€ (inkl. Mahngebühr), habe ich direkt an die Firma XY am 27.10.2015, überwiesen - Innerhalb der auferlegten Frist durch das Inkassounternehmen.

Eine Bestätigung über den Zahlungseingang habe ich durch die Firma XY per Mail erhalten.


Am 02.11.2015 habe ich ein weiteres Schreiben des Inkassounternehmens erhalten, in dem sie mich letztmalig aufgefordert haben, den offenen Betrag in Höhe von 100,88€ bis spätestens zum 12.11.2015 zu überweisen. Ansonsten würden sie die Angelegenheit einer Anwaltskanzlei zur Durchsetzung der Forderung übergeben.


Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die HF längst beglichen (27.10.). Noch offen war die Inkassogebühr in Höhe von 54,00€

Diese habe ich (noch) nicht beglichen, da ich nicht zahlungsfähig war.

Wenige Tage später habe ich ein weiteres Schreiben des Inkassounternehmens erhalten, in dem mir der Zahlungseingang der HF bestätigt wurde.
Weiter wurde ich aufgefordert, die Inkassogebühr zzgl. Zinsen zu überweisen.
In diesem Schreiben gab es keine erneute "Drohung" bzgl. mit der Abgabe an ihre Anwaltskanzlei.


Heute (04.12.2015) habe ich ein Schreiben von dieser Anwaltskanzlei erhalten.

In diesem Schreiben - Betreff: Forderung der Firma XY - steht:

"... Wir zeigen an, die Firma XY anwaltlich zu vertreten.
Unsere Beauftragung erfolgte, nachdem Sie trotz der in dieser Sache erfolgten Mahnungen die Forderung unserer Mandantin nicht ausgeglichen haben. Wir fordern Sie deshalb auf, den Ges.Betrag bis spätestens zum 13.12.2015 (ZE) zu überweisen

Gesamtbetrag: 124,46 (Saldo zum Zahlungstermin)

Die Zusammensetzung der Forderung im Einzelnen und woraus diese resultiert, entnehmen Sie bitte den folgenden Seiten.

Der Ges.Betrag beinhaltet auch die Gebühr für unsere Beauftragung in Höhe von 70,20€.
Sollten wir bis zum genannten Termin keine Zahlung erhalten haben, werden wir ggf. einen Mahnbescheid gegen Sie beantragen.
Mit der Beantragung entstehen weitere Kosten:

RA Gebühren: 54€
Gerichtskosten: 32€
Gesamt: 86€

Sollte die Forderung rechtskräftig tituliert werden, kann die Forderung über einen Zeitraum von 30 Jahren..." usw.

Dieses Schreiben wurde ebenfalls maschinell erstellt - Unterschrift ist gedruckt

Forderungsdarlegung:

Forderungen aus Rechnung: 36,80€
Mahngebühren: 9,95€
Inkassokosten 1,0 Gebühr (Nr.2300VV) 45€ zzgl. Auslagen (Nr.7002 VV) 9€
./. Direktzahlung mit Geldfluss Saldo: -46,75€ (ZE 28.10.2015)
Zinsen 4,17% bis 3.12.2015: 0,22€
RA Gebühren aus dem uns erteilten Mandat (Verzugsschaden §§280, 286 BGB) gem. §13 RVG i.V.m. VV 1,3 Gebühr 58,50€ (Nr.2300VV), zzgl. Auslagen 11,70€ (Nr.7002 VV)
zusätzliche Zinsen bis 13.12.2015: 0,04€
Restschuld per 13.12.2015 = 124,46€


Wie kann die Firma XY die Anwaltskanzlei mit einer Forderung beauftragen, die ich längst und fristgemäß lt. Inkasso, beglichen habe?
Zudem steht selbst in der Forderungsdarlegung durch die Kanzlei, dass dieser Betrag bereits bezahlt wurde.
Offen ist im Prinzip nur die Inkassogebühr und nun zusätzlich die Anwaltskosten für die angebl. Beauftragung durch die Firma XY.

Die Kanzlei schreibt hier aber nicht, dass sie das Inkassounternehmen vertreten, sondern eben die Firma XY, der ich nichts mehr schuldig bin.

Wie soll ich mich nun weiter verhalten?

Muss ich nun Inkassogebühr + Anwalt bezahlen?

Wenn die Kanzlei hier, wie sie schreibt, die Firma XY vertritt, kann sie dann zugleich die Inkassogebühren miteinfordern?

Mir erscheint dieses erstellte Schreiben der Anwaltskanzlei, als völlig sinnfrei. Im Prinzip wird hierdurch doch nur versteckt versucht, die Inkassogebühr einzutreiben, oder sehe ich das falsch?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Zeit und Einschätzung.
MfG
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt.

1) Wie soll ich mich nun weiter verhalten? Muss ich nun Inkassogebühr + Anwalt bezahlen?

Da Sie sich mit der Zahlung der Hauptforderung in Verzug befunden haben, schulden Sie dem Gläubiger / der Firma XY auch die Erstattung der Rechtsverfolgungskosten gemäß § 280 Abs. 1 und 2 i.V.m. 286 BGB. Rechtsverfolgungskosten sind die Kosten auch eines Inkassounternehmens. Höchstgrenze ist die Vergütung, die auch ein Rechtsanwalt abrechnen könnte.

> Sie müssen nicht Inkassogebühr und Anwalt, sondern nur die erforderlichen Rechtsverfolgungskosten bezahlen.

2) Wenn die Kanzlei hier, wie sie schreibt, die Firma XY vertritt, kann sie dann zugleich die Inkassogebühren miteinfordern?

Der Firma XY ist durch die ursprüngliche Nichtzahlung und die Beauftragung des Inkassounternehmens ein Schaden in Höhe der Inkassogebühren entstanden, den Sie zu erstatten haben (s.o.). Diesen Schaden kann die XY weiterhin geltend machen, auch durch einen Rechtsanwalt.

Es gilt jedoch im Rahmen des Schadensersatzanspruchs für die Firma XY § 254 BGB. Es besteht eine Schadenminderungspflicht. Inkasso und Rechtsanwaltskosten sind nicht erstattungsfähig. Die Firma XY hätte ja auch gleich einen Rechtsanwalt beauftragen können. Dann wären die Inkassokosten nicht entstanden.

> Die Anwaltskanzlei darf die Inkassokosten mit geltend machen. Die erstattungsfähigen Kosten sind aber gedeckelt in Höhe der Anwaltskosten.

3) Mir erscheint dieses erstellte Schreiben der Anwaltskanzlei, als völlig sinnfrei. Im Prinzip wird hierdurch doch nur versteckt versucht, die Inkassogebühr einzutreiben, oder sehe ich das falsch?

Es ist das gute Recht der Firma XY, die entstandenen Inkassokosten von Ihnen erstattet zu bekommen und sich dafür auch eines Rechtsanwalts zu bedienen.

Wie bereits beschrieben, müssen Sie aber nur die Kosten zahlen, die bei Beauftragung eines Rechtsanwalts ohne Einschaltung eines Inkassounternehmens entstanden wären.

> Sie müssen lediglich die Kosten des Rechtsanwalts zahlen. Das sind 70,20 €.

Zahlen Sie nicht, könnte die Firma diese Kosten einklagen, mit den weiteren Kosten für das gerichtliche (Mahn)Verfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60164 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER