Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Inkasso / ELV / Forderung bei erstem Gläubiger beglichen


17.04.2005 22:48 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitte Mai 2004 wurde mit einer ec-Karte eines meiner Konten ein Einkauf (Wert Knapp EUR 50) bei einem Warenhaus getätigt. Die Bezahlung erfolgte mittels Lastschrifteinzugsverfahren, d.h. Unterschrift auf dem Zahlbeleg.

Leider war das benutze Konto eines, das zu diesem Zeitpunkt nicht über ausreichende Deckung verfügte. Die Bank hatte also die Zahlung verweigert, und mich benachrichtigt. Ich habe daraufhin unverzüglich den Betrag von einem anderen Konto dem Warenhaus überwiesen, Ende Mai 2004 war der offene Betrag bereits auf dem Konto des Gläubigers gutgeschrieben.

Wenige Tage später bucht ein Inkasso-Unternehmen den offenen Betrag (nebst "Bearbeitungsgebühr", EUR 20,-) vom erstgenannten Konto ab. Das Konto hat jetzt zwar eine ausreichende Deckung, allerdings ist mir der Posten auf dem Kontoauszug nicht bekannt - ich lasse die Lastschrift von meiner Bank rücküberweisen, bzw. stornieren.

Ich habe das Inkasso-Unternehmen Anfang Juni telefonisch kontaktiert und meine Personalien sowie Adressdaten hinterlassen. Ich führte an, daß ich keine Forderungen seitens dieses Unternehmens gegen mich gelten lassen würde, und bat um Nachweis entsprechender Belege (Abtretungserklärung, etc.).

Das Inkasso-Unternehmen legte Ende Juli 2004 Dokumente vor: den unterschriebenen Zahlbeleg und eine allgemein formulierte Abtretungserklärung, die allerdings von Ende Juli 2004 datiert ist.

Das (vorletzte) Schreiben des Inkasso-unternehmens erhielt ich Ende Juli 2004. In diesem Schreiben wurde, wie in den vorigen, mit einer Anzeige wg. Scheckkartenbetrug gedroht, wenn ich die offenen "Mahnbeträge" nicht zahlte. Ich zahlte natürlich nicht, und hatte erstmal Ruhe. Jetzt meldete sich das Inkassounternehmen wieder, und fordert abermals die offenen "Mahn-/Bearbeitungsgebühren" (mittlerweile EUR 50,-) an, diesmal mit der Drohung eines "Strafantrages wegen vorsätzlichem Scheckkartenbetrug".

Aus meinen Ausführungen können Sie entnehmen, daß ich der festen Überzeugung bin dem Inkassounternehmen gegenüber keinerlei Verpflichtungen zu haben.
Kann meine Überzeugung auch juristisch "gefestigt" werden?

Bitte geben Sie mir eine Empfehlung, wie ich mich in diesem Fall verhalten soll: wie stehen die Chancen für mich, falls dieser Strafantrag tatsächlich gestellt werden würde?
Welcher Rechtsanwalt in meiner Umgebung hätte Interesse, mich dann zu vertreten?
Guten Abend,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Soweit Sie den streitgegenständlichen Betrag (50,- Euro) vor Einschaltung des Inkassounternehmens an das Warenhaus überwiesen haben und der Betrag dort auch zuvor eingegangen ist, wäre die Sache eigentlich erledigt. Es sieht aber so aus, als ob sich Ihre Zahlung und der Einzug durch das Inkassounternehmen überschnitten hätten. Sollte dem so sein, hätten Sie sich zum Zeitpunkt der Einschaltung des Inkassounternehmens durch das Wahrenhaus mit der Zahlung in Verzug befunden, mit der Folge, dass Sie grundsätzlich verpflichtet wären, die Kosten des Inkassounternehmens ( 20,- Euro) als sog. Verzugsschaden zu ersetzen. Da die Inkassovollmacht allerdings erst zu Ende Jiuli 2004 datiert ist, erfolgte die Beauftragung dessen auch erst zu diesem Zeitpunkt, also nach Eingang Ihrer Zahlung an das Wahrenhaus.

Da zu diesem Zeitpunkt kein Verzug Ihrerseits mehr vorlag, haben Sie die Inkassokosten auch nicht zu tragen.

Sie sollten dies dem Inkassounternehmen unter Vorlage des entsprechenden Kontoauszuges so mitteilen und weitere Zahlungen verweigern.

Eine Strafbarkeit Ihrerseits liegt jedenfalls nicht vor. Dies wäre nur der Fall, wenn Sie von Anfang an vor gehabt hätten, nicht zu zahlen. Dies wird allein durch Ihre sofortige Überweisung auszuschließen sein.

Ich bin gern bereit, Sie in dieser Sache gegenüber dem Inkassounternehmen anwaltlich zu vertreten, denke aber, dass ein abschließendes Schreiben Ihrerseits die Angelegenheit bereits endgültig erledigen wird.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER