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Inkasso - Brief + Gebühren


20.07.2007 18:46 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Trettin



Guten Tag
Ich habe am 19.4.2007 eine rechnung erhalten von 150.39€, dachte ich hätte sie bezahlt und habe mich nicht mehr darüber bekümmert. Ich ging in Ferien vom 6.6.2007 bis 25.06.07 und als ich zurückkam fand ich eine Mahnung von dieser Rechnung. Die soll am 15.06.2007 versendet worden sein. Da stand 2te Mahnung drauf obwohl ich gar keine erste Mahnung bekommen habe. Wie es halt so ist habe ich erst am 11.7.2007 in meinen Bankpapieren nachgeschaut wo denn die Bezahlung sei, weil ich glaubte ernst diese gemacht zu haben. Als ich sah dass die Bezahlung nicht gemacht worden ist, habe ich diese gleich erledigt. Ein paar Tage später also am 17.07.07 flattert ein Inkasso-Brief herein über die summe + nebenkosten. Ich rief das Inkasso an und habe gesagt alles wär bezahlt. Die haben mir das auch bestätigt und sagten mir das ich trotzdem alle Nebenkosten bezahlen soll. Die nebenkosten :

- Nebenforderung : 21€
- Zinsen : 1.90€
- Inkassovergütung (§§280,286 BGB) 20€
- Auslagen (§§280,286 BGB) 13.50€

Wütend habe ich ein Brief gesendet in dem ich verweigere die kosten zu zahlen da ich ja die Forderung bezahlt habe und das befor das inkasso mir überhaubt geschrieben hat.
Heute (20.07.2007) kam wieder ein brief vom Inkasso, mit der abrechnung von der hauptforderung, und ich hätte nur noch die nebenkosten zu zahlen, die sich inzwischen leicht geändert haben :

- Nebenforderung : 21€
- Zinsen : 1.79€
- Inkassovergütung (§§280,286 BGB) 20€
- Auslagen (§§280,286 BGB) 16€

Meine Frage ist diese muss ich tatsächlich diese Kosten tragen/bezahlen obwohl die Schuld beglichen war bevor ich ein schreiben vom Inkasso bekommen habe und das die forderung an die Firma bezahlt worden ist nicht an das INKASSO da ich dies überhaubt nicht kannte ?


Danke
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworte:

Die Kosten eines Inkassounternehmens kann der Gläubiger unter Umständen als Verzugsschaden ersetzt verlangen (§ 280 Abs. 1, Abs. 2 i. V. mit § 286 BGB). Deshalb sind Sie insbesondere dann nicht zum Ersatz der Inkassokosten verpflichtet, wenn das Inkassounternemen erst nach Verzugsende beauftragt wurde, oder die Kosten sich auf Maßnahmen beziehen, die nach Verzugsende ergriffen wurden.

Ihre Schilderung verstehe ich so, daß Sie am 11.07.2007 den Betrag von 150,39 € an den Gläubiger überwiesen haben. Zwar endete der Verzug noch nicht mit Veranlassung dieser Überweisung, wohl aber in dem Zeitpunkt, in dem der Betrag dem Gläubigerkonto gutgeschrieben wurde (vgl. LG Bonn, Urt. v. 01.04.2005 - 11 O 112/04).

Insofern kommt es darauf an, ob das Inkassounternehmen vor oder nach diesem Zeitpunkt beauftragt wurde bzw. seine Tätigkeit entfaltet hat. Dies sollte sich anhand der Ihnen vorliegenden Unterlagen leicht ermitteln lassen.

Daß Sie als Überweisungsempfänger nicht das Inkassounternehmen angegeben haben, dürfte im übrigen unschädlich sein. Dieser Umstand könnte allenfalls zu Ihrem Nachteil wirken, wenn der ursprüngliche Gläubiger die Forderung abgetreten hätte, und Sie davon bei Vornahme der Überweisung auch Kenntnis hatten (vgl. § 407 Abs. 1 BGB). Davon ist aber gerade nicht auszugehen.

Ich hoffe, Ihnen damit eine erste Orientierung gegeben zu haben. Gerne stehe ich Ihnen weiter zur Verfügung, insbesondere im Rahmen einer kostenlosen Nachfrage.

Sofern Sie darüber hinaus eine Beratung oder Vertretung in dieser Sache wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt über die u. a. E-Mail-Adresse auf.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

fea@trettin-rechtsanwaelte.de
www.trettin-rechtsanwaelte.de

Nachfrage vom Fragesteller 20.07.2007 | 20:16

Hallo und danke für ihre schnelle antwort.
Da ich nicht gut in Deutsch bin möchte ich Sie fragen was genau Sie unter "Verzugsende" verstehen und wie kann ich feststellen wann das Inkasso Unternehmen beauftragt worden ist, dies steht nirgends in meinem Brief einzige datums sind Briefdatum (16.07.07). Das geld ist bei meinem Gläubiger am 12.07.07 eingegangen dies hatte mir das Inkasso am tel bestätigt.

Mit freundlichen Grüssen
R.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.07.2007 | 20:53

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Unter "Verzug" versteht man die pflichtwidrige Verzögerung einer Leistung (z. B. einer Geldzahlung) aus einem vom Schuldner zu vertretenden Grund. Wird die Leistung erbracht, endet der Verzug.

Im vorliegenden Fall dürfte die Gutschrift auf dem Gläubigerkonto am 12.07.2007 zur Beendigung des Verzugs geführt haben. Da das Inkassounternehmen erst am 16.07.2007 tätig geworden ist, und Sie sich zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr in Verzug befanden, gehe ich davon aus, daß Sie die Kosten des Inkassounternehmens nicht ersetzen müssen.

Bitte beachten Sie jedoch, daß diese Einschätzung ausschließlich auf Ihren Angaben basiert.

Außerdem bitte ich zu berücksichtigen, daß Ihr Gläubiger für die Zeit des Verzugs Zinsen verlangen kann. Ob auch die geltend gemachte "Nebenforderung" in Höhe von 21 € berechtigt ist, vermag ich nicht zu sagen. Insoweit wäre zunächst zu klären, was genau sich hinter dieser Position verbirgt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen. Für eine weitergehende Beratung oder Vertretung in dieser Sache stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

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