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Inkasse Unternehmen stellt nicht nachvollziehbare Forderungen

| 30.10.2011 20:47 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Hallo,

Ich habe folgendes Problem.
Ich habe von der Hamburg Inkasso (HFG) am 30.09.2011 eine Zahlungsaufforderung bekommen. Angeblich hätte ich 2007 eine Forderung von Arcor in Höhe von 300€ nicht beglichen. Es gab bis 2005 mal eine Telefon-Vertrag, den ich für meinen damaligen Freund abgeschlossen hatte. Diesen Vertrag habe ich nach der Trennung durch ein Sonderkündigungsrecht gekündigt. Ich hatte Arcor damals auch meine andere Adresse mitgeteilt. Ich war nie an der Adresse meines Ex-Freundes gemeldet, sondern immer bei meinen Eltern. Diese Adresse gab ich damals auch bei Arcor an.

Jetzt fordert die HFG ca 735€ die sich angeblich aus Mahnkosten, Gerichtskosten und ähnlichem zusammen setzen.
Da ich nie einen Mahnbescheid oder sonstige Rechnungen erhalten habe, erhob ich auf Anraten eines Anwaltes Einspruch. Ich nutzte hierfür den Vordruck vom Verbraucherschutz. Ich schrieb der HFG, dass ich Nachweise haben wollte.

Im Antwortbrief schickte mir die HFG eine Kopie eines Vollstreckungsbescheids gegen mich, der aber an die damalige Adresse meines Exfreundes adressiert war. Datum des Bescheides ist der 16.10.2007. Sie setzen mir jetzt wieder eine Frist von 20 Tgaen, um die Forderung zu bezahlen.

Ich habe weder den Mahnbescheid, noch den Vollstreckungsbescheid jemals erhalten.

Was mich jetzt sehr irritiert ist die Tatsache, dass die HFG ihre Forderung an die Adresse meine Eltern geschickt hat. Dort bin ich seit ca. einem Jahr nicht mehr gemeldet.

Meine Frage ist jetzt, welche Möglichkeiten habe ich, gegen die Forderung vorzugehen? Ich habe leider keinen Nachweis mehr, dass der Vertrag gekündigt wurde. Aber die Kündigung lag 2 Jahre vor der angeblichen Forderung.

Wie Gehe ich jetzt am Besten vor?

Vielen Dank und freundliche Grüße

Sehr geehrte Fragenstellerin,

ich bedanke mich für Ihre Frage und hoffe Ihnen auf Basis Ihrer Angaben wie folgt weiterhelfen zu können:

Zunächst bleibt festzuhalten, dass nur dann vollstreckt werden kann, wenn der Titel bzw die Klausel ordnungsgemäß zugestellt wurden. Allein das scheint hier schon höchst zweifelhaft! Denn die Beweislast für den Umstand, dass die Zustellung des Vollstreckungsbescheides ordnungsgemäß erfolgt ist, trägt die Klägerseite. Die Klägerseite (nunmehr das Inkassounternehmen aus übergegangenem Recht) muss beweisen, dass der Vollstreckungsbescheid, aus dem die Klägerseite vollstrecken will, auch ordnungsgemäß ergangen ist. Kann Sie dies nicht wäre nach wie vor Widerspruch gegen den Vollstreckungsbescheid möglich.

Wäre der Vollstreckungsbescheid wirksam, weil der obige Nachweis entsprechend geführt werden könnte, muss man um einen Vollstreckungstitel aus der Welt zu schaffen sog. Vollstreckungsgegenklage oder die Einrede der unzulässigen Rechtsausübung bei Gericht erheben: Will heißen: Letztlich müssten Sie beweisen, dass die gegen Sie gerichtete Forderung nicht besteht! Das müssen Sie aber letztlich auch, wenn Sie noch Widerspruch erheben können, da das Inkassounternehmen zumindest die Vertragsunterlagen wird vorlegen können (davon gehe ich aus).

Jetzt schrieben Sie, dass Sie einen solchen Nachweis einer Kündigung nicht führen können. Gibt es denn etwaige Zeugen die belegen könnten, dass Sie den Vertrag damals gekündigt haben, bzw. könnte sich die wirksame Kündigung z.B. dadurch ergeben, dass ab dem vermeintlichen Kündigungszeitpunkt die Abbuchungen seitens arcor eingestellt wurden oder ähnliches? Denn wenn Sie den Beweis der Kündigung nicht führen können, wäre ein Obsiegen in der Sache gerade wegen der Ihnen obliegenden Beweislast kaum möglich.

Zusammenfassend wäre Ihnen also anzuraten Ihre Unterlagen nochmals durchzusuchen, ob sich wenigstens aus schlüssigen Umständen (wie z.B. der Einstellung der Abbuchungszahlungen seitens arcor) eine Kündigung ergibt oder eben aufgrund der Zeugenaussage Ihres Exfreundes etc…
Sollte der Nachweis der Zustellung seitens des Inkassounternehmens nicht gelingen, könnten Sie dann auch noch Einspruch gegen die Vollstreckung beim zuständigen Amtsgericht erheben!
In jedem Falle sollten sie nur dann gegen die Forderung vorgehen, wenn Sie der Meinung sind beweisen zu können dass sie ungerechtfertigt ist. Ansonsten entstehen Ihnen unverhältnismäßig hohe Mehrkosten im Vergleich zur Zahlung der Forderung!


Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Einblick* in die Rechtslage verschafft zu haben und stehe Ihnen jederzeit und ausgesprochen gern für (kostenlose) Rückfragen zur Verfügung!

Sollten Sie ein persönliches Gespräch wünschen, können Sie mich über 123recht.net auch im Wege einer (kostenpflichtigen) Telefonberatung konsultieren (http://www.123recht.net/loginvoip.asp?lawyerid=104930) oder sich gerne auch über unsere Online-Kanzlei www.onlinerechtsanwaltskanzlei.de mit mir in Verbindung setzen.

Da wir bundesweit tätig sind, vertrete ich Sie auch gerne anwaltlich, wenn Sie dies wünschen, wobei die Kommunikation auch via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen kann und einer daher auch kostengünstigeren Beauftragung nicht entgegen steht.

Ich bedanke mich nochmals herzlichst für Ihre freundliche Frage und verbleibe mit freundlichen Grüßen aus München,

Ihr
Alexander Stephens

__________________________________________________________________________________

*Hinweis:
Bei der obigen Beantwortung Ihrer Frage, die ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Bitte berücksichtigen Sie deshalb, dass dies eine umfassende juristische Begutachtung nicht ersetzen kann und soll.
Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung unter Umständen sogar völlig anders ausfallen. Nutzen Sie deshalb die kostenlose Rückfragemöglichkeit, sollten noch Fragen offen stehen. Über eine positive Bewertung durch Sie würde ich mich sehr freuen.

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2011 | 21:46

Hallo Herr Stephens,

Vielen Dank erstmal für Ihre sehr umfangreiche Antwort. Das hat mir schonmal sehr weiter geholfen.

Ich hätte nur eine kurze Frage zum Vorgehen. Es wäre also sinnvoll, vom Inkasso Unternehmen jetzt den Nachweis zu fordern, dass alles Ordnungsgemäß zugestellt wurde und zeitgleich meine Exfreund wegen einer Zeugenaussage zu kontaktieren? (er hat damals die Rechnungen bezahlt)

Wenn mein Exfreund zur Zeugenaussage bereit ist, würde ich Sie gerne wegen einer Beauftragung kontaktieren.

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2011 | 22:03

Genau! Fordern Sie das Inkassobüro apodiktisch auf Ihnen den NAchweis zu erbringen!

Sie können dann auch schon Ihre Beweismittel (Kontoauszug, Zeugenaussage) ind Feld führen, vielleicht wäre hierdurch sogar ein Vergleich mit dem Inkassobüro möglich...

Herzliche Grüße,

Alexander Stephens

Bewertung des Fragestellers 30.10.2011 | 22:11

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