Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Information der Erben /Guthaben auf Konto

| 15.07.2008 16:33 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Verehrte Damen/Herren Rechtsanwälte,

Wie ist der Ablauf bei der Information der Erben, wenn auf einem Konto des Verstorbenen ein kleineres Guthaben (2000 Euro) befindlich ist?

Nichte möchte Erbschein beantragen, hat Sterbeurkunde von verstorbenem Onkel und beiden Brüdern. Verstorbener war nicht verheiratet und hatte keine Kinder. Beide Eltern des Verstorbenen leben nicht mehr. Es gibt ausser der Nichte nur zwei weitere Neffen, zu der der Verstorbene seit 20 Jahren keinen Kontakt hatte. Weitere Verwandte existieren nicht.

Meine Frage:
Wie erfährt das Nachlassgericht (NRW) von den Neffen und von dem Konto? Welche Angaben (ausser der Vorlage der 3 genannten Sterbeurkunden) muss die Nichte machen um den Erbschein (möglichst allein) zu erhalten? Welche Informationen bekommen die Neffen, um über den Erbantritt (ja/nein) zu entscheiden?

Über Ihre Auskunft freue ich mich sehr. Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich beantworte Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes zusammenfassend wie folgt:

Wenn die Nichte einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragt, dann muss Sie gemäß § 2354 BGB auch angeben, in welchem Verhältnis sie zu dem Verstorbenen stand und ob es weitere Personen gibt, die einen Anspruch auf das Erbe haben könnten. Diese Angaben erfolgen in Form einer eidesstattlichen Versicherung. Eine falsche eidesstattliche Versicherung ist gemäß § 156 StGB strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren geahndet werden.

Vor diesem Hintergrund kann ich der Nichte nur dringend abraten, die Existenz der weiteren Neffen zu verschweigen. Das Nachlassgericht wird zwar keine aufwendigen Erbenermittlungen durchführen (wie etwa ein Nachlasspfleger), allerdings können die Angaben im Erbscheinsverfahren durchaus überprüft werden.

Zudem ist zu überlegen, ob sich die ganze Sache überhaupt lohnt. Als Erbin wäre die Nichte beispielsweise verpflichtet, die Beerdigungskosten zu übernehmen, welche den Betrag von 2000,- sicher übersteigen. Zudem müsste sie als Erbin auch für etwaige Schulden des Verstorbenen haften.

Ich rate der Nichte, die Gesamtvermögensverhältnisse unter Einbeziehung der Verbindlichkeiten (Beerdigungskosten, Schulden etc.) eingehend zu überprüfen und dann zu entscheiden, ob nicht vielleicht viel eher eine Ausschlagung der Erbschaft von Nöten wäre. Dies ist jedoch nur bis zu 6 Wochen nach Kenntnis des Erbfalls möglich.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt



Rückfrage vom Fragesteller 15.07.2008 | 18:45

Herzlichen Dank Herr Rechtsanwalt, das hilft mir schon durchaus weiter. Eine Frage wurde noch nicht für mich verständlich beantwortet:

Erhalten - nach meinen wie von Ihnen vorgeschlagen ordnungsgemäßen Angaben beim Nachlassgericht - die Neffen vollständige Angaben über die Höhe des Betrages auf dem Konto oder werden diese über die Existens des Kontos (und ggf. weiterer existierender und sich noch offenbarenden Konten) informiert?

Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.07.2008 | 18:55

Nein, die Erben erfahren vom Nachlassgericht nichts über die Konten. Auch das Nachlassgericht selbst interessiert sich nicht für die Erbmasse, sondern nur die Erben selbst.

Erbe wird man automatisch Kraft Gesetzes. Das bedeutet, zum jetzigen Zeitpunkt sind die Nichte und die Neffen bereits Erbe geworden und können über das Erbe verfügen. Der Erbschein dient nur zum NACHWEIS der Erbschaft.

Um die Abwicklung/Auflösung des Erbes müssen sich die Erben selbst kümmern. Die Erben haben aber einen Auskunftsanspruch gegen die Banken sowie die anderen Miterben. Um diesen Auskunftsanspruch (z.B. gegenüber der Bank) durchzusetzen, bedarf es aber insbesondere bei entfernten Verwandten der Beweiskraft des Erbscheins.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen nunmehr zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Herzlichen Dank - Sie haben mir sehr weitergeholfen. Ich habe eine sehr kompetente und fachlich sehr gute Antwort bekommen. Ich würde Sie jederzeit wieder zurate ziehen.

"