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Individuell gebuchte Ferienwohnung – Minderungsanspruch bei erheblichem Baulärm?

| 04.08.2021 18:12 |
Preis: 47,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


15:20

Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt: Über ein großes Online-Buchungsportal hatte ich für meine Familie und mich eine Ferienwohnung in Südfrankreich gebucht. Der Buchungspreis für fünf Übernachtungen betrug rund 1.400 Euro. Die Ferienwohnung wurde an einem Samstag bezogen, sie entsprach voll und ganz der Beschreibung auf dem Buchungsportal und war in keinster Weise zu beanstanden. Wir stellten beim Bezug jedoch fest, dass es unmittelbar vor dem Terrassenbereich der Wohnung eine Baustelle gab. Dort wurde offenbar ein Haus abgerissen, einige Mauern standen noch und schweres Gerät auf der Baustelle deutete daraufhin, dass diese noch aktiv betrieben wurde.

Am Montagmorgen gegen 7 Uhr wurden die Arbeiten an der Baustelle schließlich aufgenommen. Der Lärm durch die Baugeräte war derart laut – es wurde einerseits Bauschutt abgetragen und auf LKWs geladen und zum anderen am Abbruch der verbleibenden Mauern gearbeitet –, dass es zum einen nicht mehr möglich war, weiter zu schlafen, zum anderen war es nicht möglich, im Freien auf der Terrasse zu frühstücken.

Wir haben die erhebliche Lärmbelästigung unmittelbar als einen großen Mangel empfunden. Durch den Baubeginn um 7 Uhr war ein Ausschlafen nicht möglich und darüber hinaus ein Teil der Wohnung, nämlich die Terrasse, in den Morgen- und Tagstunden nicht zu nutzen – dabei ist der Aufenthalt im Freien einer der Gründe, warum wir im Sommer in den Süden reisen. Weil uns klar war, dass der Baulärm bis zu unserer Abreise am Donnerstag bestehen bleiben würde, habe ich diesen Mangel unmittelbar angezeigt, und zwar beim Buchungsportal als auch beim eigentlichen Vermieter der Ferienwohnung, einer französischen Immobilienverwaltung. Ich wies darauf hin, dass wir uns bei der Buchung getäuscht gefühlt haben, weil die Baustelle, die hätte bekannt sein müssen, dort nicht erwähnt wurde. Beispielsweise hätte man eine Preisreduktion anbieten können mit Verweis auf die Baustelle und Kunden hätten dann selbst entscheiden können, ob sie bereit sind, dies in Kauf zu nehmen. Dazu stellte ich die Frage, wie beide, das Buchungsportal und der Vermieter, mit der Situation umzugehen gedenken und was man uns anbieten könne.

Von beiden Seiten blieb eine Reaktion auf meine Anfrage aus, obwohl ich über die angebotenen Kanäle mehrfach nachgefragt habe. Auch eine Antwort auf eine Nachricht an die jeweiligen Kundenservice-Abteilungen des Buchungsportals und des Vermieters, die ich nach der Rückkehr aus dem Urlaub gesendet habe, blieben bis heute aus, obwohl ich bereits ankündigte, hier ggf. Minderungsansprüche geltend machen zu wollen.

Meine Frage ist, wie Sie hier die Chancen sehen, den Reisepreis mit Verweis auf den erheblichen Baulärm, der dadurch eingeschränkten Nutzbarkeit von Teilen der Wohnung sowie der geminderten Urlaubserholung insbesondere durch die frühe Lärmstörung nachträglich mindern zu können bei einer wie hier individuell gebuchten Reise mit Vertragspartnern mit Sitz in den Niederlanden (Buchungsplattform) bzw. Frankreich (Vermieter)?

04.08.2021 | 19:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Eine Minderung wegen Baulärm kommt grundsätzlich in Betracht, wenn Sie etwa durch Protokoll oder Videomitschnitten darlegen können, wie oft, wie lange und wie laut der Baulärm war. Können Sie dies nachweisen, stellt sich die Frage nach der Durchsetzung.

2. Bei einer individuell gebuchten Reise ist das Hotel Vertragspartner. Sie müssten den Anspruch daher vor einem französischem Gericht durchsetzen. Dies ist mit einigen Unsicherheiten verbunden.

3. Es kommt eine Minderung bis zu 30 Prozent des Reisepreises in Frage. Ob es sich dafür lohnt, einen französischen Anwalt zu beauftragen und mit der Durchsetzung zu beauftragen, ist Ihre Entscheidung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 05.08.2021 | 15:16

Sehr geehrter Herr Richter,

vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage. Eine Verständnisfrage dazu: Wäre die Beauftragung eines französischen Anwalts ein Muss, weil die Durchsetzung an einem französischen Gericht laufen würde oder kann es auch ein deutscher Anwalt?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.08.2021 | 15:20

Sehr geehrter Fragesteller,

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es wie in Deutschland, dass man sich bei Zivilklagen mit geringem Streitwert selbst oder durch einen deutschen Anwalt vertreten lassen kann.

Wenn Anwaltszwang herrscht, wird eine französische Anwaltszulassung gefordert.

Hier könnte ein deutscher Anwalt die Klageschrift verfassen. Allerdings ist zu beachten, dass die Amtssprache französisch ist.

Beste Grüße
RA Richter

Bewertung des Fragestellers 05.08.2021 | 15:18

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Meine Frage konnte hinlänglich beantwortet werden und hat mir in der Einschätzung meiner Angelegenheit weitergeholfen.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 05.08.2021
4,8/5,0

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