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In Ehe erworbene Auslandsimmobilie bei Trennung/Scheidung

| 01.08.2012 21:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe folgende Frage. Mein Mann und ich sind seit 3 Jahren verheiratet und haben keinen Ehevertrag gemacht. Letztes Jahr im November haben wir gemeinsam eine Wohnung in der Türkei gekauft. Er hat 3/4 des Kaufpreises bezahlt, ich 1/4. Wir stehen beide im Kaufvertrag, allerdings stehe ich allein im Grundbuch. Nun werden wir uns trennen bzw. scheiden lassen und er möchte seine Investition komplett zurück, wenn ich das Apartment allein behalten möchte. Steht ihm das zu? Ich dachte, dass ihm im Falle einer Scheidung die Hälfte des aktuellen Immobilienwertes zusteht...

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Der Fall ist relativ einfach, wenn im ganzen deutsches Recht anzuwenden ist. Wenn Sie "allein im Grundbuch stehen", sind sie alleiniger Eigentümer. Ist deutsches Güterrecht anzuwenden, gilt der deutsche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Hierbei handelt es sich um eine modifizierte Gütertrennung. Jeder behält sein eigenes Vermögen, in ihrem Falle würde das bedeuten, dass sie Alleineigentümer der Wohnung sind.
Am Ende der Ehe wird der "Zugewinn" ausgeglichen.
Der Zugewinn würde wie folgt berechnet: ich nehme einmal an, der Wert der Wohnung beträgt 100.000 € und sie beide haben jeweils am Beginn der Ehe kein Vermögen gehabt. Dann haben Sie ein Endvermögen von 100.000 € und ihr Mann ein Endvermögen von 0 €. Ihr Zugewinn würde somit 100.000 € betragen, sie hätten an ihren Ehemann die Hälfte zu zahlen.
Wenn Sie türkische Staatsangehörige sind oder waren, könnte es sein, dass türkisches Güterrecht anzuwenden ist. Ich verweise auf Art. 14 und 15 EGBGB. Dann könnte die Situation güterrechtlich ganz anders sein.

Ich habe das Gefühl, dass in ihrer Darstellung des Sachverhaltes einige Punkte fehlen, die aufgeklärt werden müssen. Angesichts der recht kurzen Ehe und der Tatsache, dass sie eine Immobilie erworben haben, ohne offenbar einen Kredit aufzunehmen, spricht einiges beispielsweise dafür, dass möglicheweise bei einem oder beiden Anfangsvemögen vohanden war, was die ganze Berechnung verändern würde.
Außerdem ist der Satz: „Wir stehen beide im Kaufvertrag, allerdings stehe ich allein im Grundbuch." nach deutschem Recht nicht recht verständlich.
Ich rate Ihnen deshalb dringend, einen Fachanwalt für Familienrecht zu konsultieren. Sollte die Möglichkeit bestehen, dass türkisches Recht anzuwenden ist, sollte er möglichst Kenntnisse im türkischen Grundstücksrecht und dem türkischen Familienrecht haben.

Nachfrage vom Fragesteller 02.08.2012 | 17:29

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich bin deutsche Staatsangehörige, mein Mann ebenfalls. Die Wohnung hat 40000 Euro gekostet, demnach hat er 30000 und ich 10000 Euro bezahlt. Bedeutet dies, dass ich ihm 15000 Euro auszahlen müsste? Wir stehen beide im Kaufvertrag, jedoch stehe nur ich im türkischen Grundbuch, da er zum Zeitpunkt der Übertragung nicht vor Ort war und man in der Türkei bei der Übertragung der Immobilie vor Ort sein muss. Am Anfang unserer Ehe besaß mein Mann noch ein Haus, was er jedoch in der Ehe verkauft hat. Nach Ablösung seines Kredites blieben ihm rund 55000 Euro. Ich hatte einen Bausparvertrag, der mir in der Zeit der Ehe ausbezahlt wurde (7000 Euro), außerdem bekam ich im Laufe der Ehe 10000 Euro von meinen Eltern, die sie seit meiner Geburt für mich gespart und dann überwiesen haben. Vielen Dank für Ihre erneute Hilfe, ich freue mich auf die Antwort.

Nachfrage vom Fragesteller 02.08.2012 | 17:56

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich bin deutsche Staatsangehörige, mein Mann ebenfalls. Die Wohnung hat 40000 Euro gekostet, demnach hat er 30000 und ich 10000 Euro bezahlt. Bedeutet dies, dass ich ihm 15000 Euro auszahlen müsste? Wir stehen beide im Kaufvertrag, jedoch stehe nur ich im türkischen Grundbuch, da er zum Zeitpunkt der Übertragung nicht vor Ort war und man in der Türkei bei der Übertragung der Immobilie vor Ort sein muss. Am Anfang unserer Ehe besaß mein Mann noch ein Haus, was er jedoch in der Ehe verkauft hat. Nach Ablösung seines Kredites blieben ihm rund 55000 Euro. Ich hatte einen Bausparvertrag, der mir in der Zeit der Ehe ausbezahlt wurde (7000 Euro), außerdem bekam ich im Laufe der Ehe 10000 Euro von meinen Eltern, die sie seit meiner Geburt für mich gespart und dann überwiesen haben. Vielen Dank für Ihre erneute Hilfe, ich freue mich auf die Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.08.2012 | 21:23

Der Zugewinnausgleich funktioniert nach einem reinen Stichtagsprinzip. Der 1. Stichtag ist das Datum der Eheschließung, der 2. Stichtag ist das Datum der Zustellung des Scheidungsantrages. (Da das Scheidungsverfahren bei Ihnen noch nicht läuft, gibt es zunächst mal noch keinen Anspruch auf Zugewinnausgleich.)
Die ganzen Vermögensverfügungen und Vermögensverschiebungen in der Ehe interessieren nicht, mit wenigen Ausnahmen, sondern nur, wie hoch das Vermögen ist, das bei der Eheschließung und bei Zustellung des Scheidungsantrages vorhanden war.
Die Werte sind gegebenenfalls um die Inflationsrate zu bereinigen. Erbschaften und Schenkungen werden dem so genannten Anfangsvermögen zugerechnet.
Da Ihre Ehe von kurzer Dauer war, gehe ich einfach einmal von den Werten aus, die Sie genannt haben. Es müsste dann wie folgt gerechnet werden:
Bei Eingehung der Ehe hatte ihr Mann das Haus im Wert von 55.000 € (Anfangsvermögen). Am Ende der Ehe hat er gar nichts mehr (Endvermögen), der Zugewinn ist also 0.
Am Beginn der Ehe hatten sie 17.000 € (Anfangsvermögen)und am Ende 40.000 €, nämlich das Eigentum am Haus (Endvermögen). Sie haben also in der Ehe einen Zugewinn von 23.000 € gehabt und müssen Ihrem Ehemann 11.500 € ausgleichen.
Bitte beachten Sie, dass das alles nur Annäherungswerte sind. Der Rechengang ist aber grundsätzlich richtig.

Bewertung des Fragestellers 02.08.2012 | 22:19

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 02.08.2012 5/5,0
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