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Immobilieüberschreibung zu Lebzeiten

03.11.2006 12:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


10:51

Meine Eltern möchten zu Lebzeiten ihr Haus auf mich überschreiben. Ich wohne mit meiner Familie seit 14 Jahren im
Obergeschoß ( 80m²).Nun geht es darum wieviel ich meinem älteren Bruder und meiner jüngerern Schwester an Geld zukommen
lassen muß.Beide besitzen eigene Häuser an denen mein Vater maßgeblich zur Fertigstellung beigetragen hat.(Er ist Maurer).
Meine Mutter ist 65 und mein Vater 73 Jahre alt und beide sind voll fit.
Ich muß am Haus die Fenster erneuern sowie das Dach isolieren und erneuern. Die Ölheizung ist Baujahr 1983, also auch bald dran.Ansonsten habe immer wieder Beträge in Haus und Grundstück investiert.(Pflasterung (200m²), Garage usw.Das Grundstück ist 1150m² groß und das Haus ist Baujahr 1964 und wurde 1973 angebaut.Wohnfläche unten:ca.110m². Barvermögen meiner Eltern z.Zt:60.000 €

Wieviel Geld steht meinen Geschwistern zu wenn man den Altenteil berücksichtigt?

03.11.2006 | 12:38

Antwort

von


(344)
Wessels Str. 13
49134 Wallenhorst
Tel: 05407-8575168
Web: http://www.scheidung-ohne-rosenkrieg.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Geschwister haben noch keine Ansprüche gegen Sie oder Ihre Eltern, wenn Ihre Eltern Ihnen zu Lebzeiten ihr Haus überschreiben. Sie "müssen" ihnen derzeit also kein Geld zukommen lassen.

Erst beim Tode Ihres Vaters oder Ihrer Mutter, können Ihre Geschwister Ansprüche haben. Das Ihnen überschriebene Haus gehört dann zwar nicht mehr zum Nachlass. Schenkungen des Erblassers werden zu Gunsten der Pflichtteilsberechtigten aber noch berücksichtigt, wenn der Erbfall innerhalb von zehn Jahren seit der Leistung des geschenkten Gegenstandes eingetreten ist. Der Pflichtteilsberechtigte hat in diesem Fall einen sog. Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen den Erben. Das ist der Betrag, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird, <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://dejure.org/gesetze/BGB/2325.html" target="_blank">§ 2325 BGB</a>. Die 10-Jahres-Frist beginnt aber erst dann zu laufen, wenn der Erblasser nicht nur seine Rechtsstellung als Eigentümer aufgibt, sondern auch darauf verzichtet, den verschenkten Gegenstand - egal ob aufgrund vorbehaltener dinglicher Rechte oder durch Vereinbarung schuldrechtlicher Ansprüche - im wesentlichen weiterhin zu nutzen (<a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.recht.com/heymanns/start.xav?SID=anonymous1625787622&startbk=heymanns_bgh_ed_datz&bk=heymanns_bgh_ed_datz&hitnr=1&start=%2f%2f*%5B%40node_id%3D%27297960%27%5D&noca=N008881D002125EE0&anchor=fh" target="_blank">BGH, Urteil v. 27.4.1994, Az. IV ZR 132/93</a>).

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 03.11.2006 | 14:27

Das heißt, die 10-Jahres-Frist zählt erst dann wenn meine Eltern ausziehen ?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.10.2008 | 10:51

Nachfrage wurde per Ergänzungsfunktion beantwortet

Ergänzung vom Anwalt 03.11.2006 | 17:23

Sehr geehrter Fragesteller,

damit die 10-Jahresfrist nach Überschreibung anfängt zu laufen (falls es sich dabei um eine Schenkung handelt), darf die Immobilie von Ihren Eltern nicht mehr genutzt werden. Der Beginn der 10-Jahresfrist setzt also deren Auszug voraus. Sie dürfen die Immobilie dann aber auch z.B. nicht im Rahmen eines vorbehaltenen Nießbrauchs an einen Dritten vermieten, auch das wäre dann eine Nutzung.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

ANTWORT VON

(344)

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Tel: 05407-8575168
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