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Immobilienverkauf Steuer

18.07.2018 21:36 |
Preis: 70,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um Fragen der Haltefrist im Zusammenhang mit der Spekulationssteuer beim Immobilienverkauf.

Mein Bruder hat mit seiner Partnerin 1996 ein EFH gebaut.
Trennung der beiden 2000.
Mein Bruder hat den Haus-Anteil der Partnerin übernommen und ist alleiniger Besitzer.
Haus ist schuldenfrei.
2012 stirbt mein Bruder.
Aufgrund der gesetzlichen Erbfolge erben die noch lebenden Eltern.
Eltern benötigen das Haus im hohen Alter jedoch nicht und schenken es mir (einziger Bruder).
Habe das Haus seit 2 1/2 Jahren vermietet.
Die Mieterin würde das Haus nun gerne kaufen.

Meine Frage: muss ich Spekulationssteuer auf den Erlös (oder einen Teil des Erlöses) zahlen?

Gerne zu Ihrer Frage:

Grundsätzlich beträgt die „Spekulationssteuerfrist" (= Haltefrist) 10 Jahre. Bei einem geschenkten oder geerbten Grundstück kommt es für diese Haltefrist darauf an, wann der oder die Vorbesitzer das Grundstück erworben hat.

Wenn Sie das Wohnhaus zwischen der Anschaffung und der Veräußerung komplett selbst als Wohnung genutzt haben, bleibt der Verkaufsgewinn steuerfrei. Das gilt auch, wenn Sie das Wohnhaus im Jahr der Veräußerung und in den vorangegangenen 2 Jahren selbst genutzt haben. Da Sie die Wohnung geschenkt bekommen haben, wird die Zeit, in welcher der frühere Eigentümer die Wohnung bewohnt hat, Ihnen zugerechnet. Und das gilt ebenso für den Fall der Erbschaft.

Man könnte meinen, hier wären jetzt noch die exakten Wohn- bzw. Nutzungsverhältnisse vor dem Zeitpunkt Ihrer Vermietung sowie der Zeitpunkt der Schenkung zu eruieren, um den Ihnen zurechenbaren Anteil zu bestimmen.

Wenn aber die Haltefrist von 10 Jahren bei dem oder den „Vorgängern" einmal abgelaufen ist, kommt Ihnen das zu Gute. Insofern sollte keine Spekulationssteuer anfallen.

Beachten Sie aber bitte, dass dies eine erste Einschätzung aus der Ferne ist, ohne dass ich die genauen Umstände und Abläufe bei den Voreigentümern kenne.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.07.2018 | 23:15

Danke für die Antwort, zur Verdeutlichung / Verständnis:
- die 10-jährige Haltefrist ist durch das Bewohnen der Immobilie durch meinen Bruder gegeben bzw. überschritten
- die Erbschaft und Schenkung beeinflussen die Haltefrist nicht
- ein Verkauf jetzt würde demnach keine Besteuerung zur Folge haben

Bitte kurz um Bestätigung ob Ihre Antwort richtig verstanden ist, vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.07.2018 | 00:46

Das haben Sie richtig verstanden. Wenn "die 10-jährige Haltefrist ist durch das Bewohnen der Immobilie durch Ihren Bruder gegeben bzw. überschritten ist" (wie Sie schreiben) hat der Erbfall an Sie quasi keine neue Frist initiiert.
Beachten Sie aber bitte, dass Schenkungssteuer angefallen sein kann. Das ist ein anderes Kapitel.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

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