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Immobilienkauf verheiratetes Paar, Eigenkapital/Erbschaft absichern

| 23.10.2019 09:03 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Hallo,
ich habe vor ca. einem Jahr geheiratet (Zusammenveranlagung Steuerkl. 4 / Keine Gütertrennung und kein Ehevertrag) und nun steht ein Immobilienerwerb an.
Meine Eltern hatten mir (und das war noch vor der Ehe) 30.000€ "vorab vererbt",
inkl. einem Bausparvertrag habe ich nun insgesamt 50.000€ Eigenkapital.
Meine Eltern sponsorn mir nun zum Haus noch 10.000€ dazu, meine Frau bringt 0€ Eigenkapital mit ein (Ihre Eltern unterstützen uns aber bei der Renovierung), wir tragen die Raten gemeinsam ab und zukünftige Investitionen wollen wir weitgehendst auch zusammen machen.
In der heutigen Zeit sollte man sich natürlich auch immer überlegen, was "im Falle einer Scheidung" passieren könnte - gerade meine Eltern mit Ihrem 40.000€-Einsatz möchten das vor dem Kauf noch geregelt haben, und ich finde dazu leider nur etwas widersprüchliche Aussagen dazu im Netz.

Wäre die einfachste Lösung so umzusetzen:
- Ich sollte mir bei der Bank einfach eine Saldenbestätigung für den Zeitpunkt der Eheschließung ausstellen lassen, demnach wären ja schonmal 40.000€ aus dem Zugewinn als "Anfangsvermögen" ausgeschlossen,
für die 10.000€ zum jetzigen Zeitpunkt lasse ich mir von meinem Eltern bestätigen, das es eine Schenkung zum persönlichen Zweck ist. Wenn die Schwiegereltern eine größere Investition zuschießen, kann Sie sich das ja ebenfalls bestätigen lassen.
Würde das bereits zur Absicherung ausreichen?

Weitere Lösungen:
- Man hätte einen Ehevertrag machen müssen bzw. sollte es jetzt noch (wäre jetzt nachträglich nur wegen dem Hauserwerb wahrscheinlich teuer und kompliziert)
- Es kann eine zusätzliche Partnerschaftsvereinbarung geschlossen werden, um das von mir und Eltern zugeschossene Eigenkapital abzusichern (hatten meine Eltern vorgeschlagen, aber ich finde dafür leider keine Beispiele wie sowas ungefähr formuliert sein müsste)
- Unterschiedlicher Grundbucheintrag (soll aber "gerechterweise" eigentlich 50/50 bleiben, da meine Frau ja im Laufe der Zeit durch gemeinsame Investitionen auch immer mehr "Anteil" am Haus bekommt, bei der Bank haften wir auch 50/50)

Die Immobilie kostet 160.000€ und wird erst in ca. 26 Jahren abbezahlt sein, einer von uns alleine
könnte wahrscheinlich nicht alle Kosten tragen.

Was würde beispielsweise im Scheidungsfalle passieren:
- nach 5 Jahren (der größte Anteil am Haus liegt ja noch bei mir wegen des Eigenkapitals und es wäre noch nicht viel abbezahlt)
- nach 15 Jahren (evtl. schon einige Investitionen zusammen getätigt und ca. die Hälfte abbezahlt)
- nach 26 Jahren wenn das Haus abbezahlt ist
Je früher die Trennung, desdo wahrscheinlicher müsste das Haus verkauft werden - falls einer von beiden darin wohnen bleibt, müssten meine 60.000€ ja irgendwie "angerechnet" werden?
Ändert sich daran etwas, wenn noch 1-2 Kinder im Spiel sind?

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Unabhängig von der Frage, wann eine eventuelle Scheidung erfolgt: Vermögensauseinandersetzung hinsichtlich der Immobilie und Zugewinn werden sich immer überschneiden:

Bei der Immobilie gilt: Wer sie allein übernehmen will, muss das restliche Darlehn übernehmen und dem anderen die Hälfte des freien Wertes (Verkehrswert minus Restschuld) als Kaufpreis zahlen.

Beim Zugewinn ist es in der Tat wichtig, das Sie ihr Anfangsvermögen (und dazu gehört nach dem Gesetz auch eine Schenkung von den Eltern während der Ehezeit) nachweisen können. Eine Saldenbestätigung zum Stichtag der Heirat und möglichst ein Kontoauszug, aus dem sich Wert und Rechtsgrund der Zahlung Ihrer Eltern ergeben, dürfte hier genügen. Andernfalls kann auch ein Verzeichnis über das Anfangsvermögen erstellt werden, dass beide unterschreiben.

Ihr Anfangsvermögen wirkt sich nicht bei der Immobilie aus, wenn Sie sich trennen. Hier kommt es nur auf den Miteigentumsanteil an. Erst beim Zugewinn mindert Ihr Anfangsvermögen Ihre Ausgleichspflicht, wenn Sie mehr Zugewinn erwirtschaftet haben, bzw. erhöht Ihren Anspruch, wenn Ihre Frau den höheren Zugewinn erzielt hat.

Ob einer von Ihnen allein das Haus halten kann, hängt dann von den wirtschaftlichen Gegebenheiten, also u. a. auch von der Anzahl der Kinder und den damit bestehenden Unterhaltspflichten, aber auch von der Höhe der Restschuld und der Höhe und der Richtung eines eventuellen Zugewinnausgleichsanspruchs. Bei gleichem Endvermögen müsste Ihre Frau Ihnen einen Zugewinnausgleich zahlen, weil Sie das höhere Anfangsvermögen und damit den geringeren Zugewinn haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2019 | 11:25

Sehr geehrte Frau Holzapfel,
herzlichen Dank für Ihre Antwort!
Ich hätte noch eine kurze Rückfrage - also bei der anstehenden Schenkung meiner Eltern sollte dann zwischen mir und den Eltern ein "Schenkungsvertrag" aufgesetzt werden, in dem die 10.000€ explizit als "Zuwendung bzw. vorgezogene Erbschaft zum persönlichen Zweck" definiert ist, richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.10.2019 | 11:33

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Die Schenkung muss im Streitfall bewiesen werden. Das kann durch einen schriftlichen Vertrag bzw. eine schriftliche Bestätigung Ihrer Eltern erfolgen. Wenn sich aus dem Kontoauszug im Verwendungszweck aber entnehmen lässt, dass es sich um eine Schenkung an Sie handelt, dürfte auch das genügen. Sie müssen den Kontoauszug nur sorgfältig aufbewahren.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 29.10.2019 | 13:13

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