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Immobilienkauf geplatzt - Makler schreibt Rechnung


| 30.05.2006 14:43 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrter Damen und Herren,

Mein Mann und ich wollten uns ein Haus kaufen. Alles war geregelt, die Finanzierung schriftlich bestätigt und der Notartermin stand auch schon fest.
Der Makler meinte, wir könnten seine Werbefolien (am Fenster aufgeklebt) ja schon entfernen, denn dem Kauf stünde ja nichts weiter im Wege. Darauf hin entfernten wir die Folie.

Fünf Tage vor dem Termin stand plötzlich Wasser im Keller, dessen Herkunft uns weder der Makler, noch der Eigentümer zuverlässig erklären konnte. Stutzig geworden, entfernte mein Mann daraufhin an einigen wichtigen Stellen Teile der Verkleidung des Daches um die Balken sehen zu können. Und natürlich kam die böse Überraschung: Der komplette Dachstuhl, vor allem aber die tragenden Balken waren vom Holzwurm zerfressen und vollkommen zerstört. Unter diesen Umständen zogen wir unser Kaufangebot zu den ausgehandelten Konditionen zurück. Der Eigentümer wollte aber nicht mit dem Kaufpreis runter gehen mit der Begründung, daß er selbst das Haus verkleidet gekauft hatte und von einem morschen Dachstuhl nichts wisse. Daraufhin lehnten wir einen Kauf ab, der Notartermin platzte.

Nun bekamen wir von dem Makler eine Rechnung über 33 Euro für die entfernte Klebefolie. Das Geld würde uns beim Erwerb des Hauses von der Maklerprovision abgezogen werden. Zahlbar binnen fünf Tagen (ab heute, den 30.05.2006).

Mein Mann und ich sehen aber überhaupt nicht ein, warum wir ihm das Geld zahlen sollen, denn
1. hat er uns selbst gesagt, daß wir die Folie abnehmen sollen,
2. hätten wir von vornherein anders verhandelt, wenn man uns offen gesagt hätte, daß sich eine unterirdische Quelle auf dem Grundstück befindet und jedes Jahr zur Schneeschmelze Wasser im Keller steht,
3. Vom Tag der Erstbesichtigung bis zum Notartermin auf Drängen des Maklers hin nur 14 Tage vergangen waren, weil der Eigentümer zu einem späteren Zeitpunkt (ab 29.05.2006) im Ausland beschäftigt sei und somit nicht zu erreichen wäre, nach unserer Absage aber plötzlich doch mit dem Eigentümer noch verhandeln werden konnte (es aber immernoch nicht zu einer Einigung kam).

Daher meine Frage:
Müssen wir den Betrag zahlen oder sind das nicht Auslagen des Maklers, die aufgrund seines Berufes nunmal entstehen und die er mit einer möglichen Provision zu decken hat? Ich stelle ihm doch auch nicht meine Aufwendungen in Rechnung, die wir Aufgrund seiner schlechten Informationen über das Haus zusätzlich hatten.
Wenn wir nicht zur Zahlung verplichtet sind (darüber liegt auch nichts schriftlich vor), wie sollen wir gegen die Rechnung vorgehen?

Mit freundlichen Grüßen

"Galoppi"

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Nach § 652 Abs. 2 BGB gilt Folgendes:

(2) Aufwendungen sind dem Mäkler nur zu ersetzen, wenn es vereinbart ist. Dies gilt
auch dann, wenn ein Vertrag nicht zustande kommt.

Ich gehe mangels anders lautender Angaben von Ihnen davon aus, dass eine solche Vereinbarung nicht bestanden hat. Falls doch, teilen Sie dies bitte im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion mit. Insoweit hat der Makler nach der allgemeinen gesetzlichen Bestimmung keinen Anspruch auf Ersatz für die entfernte Klebefolie.
(Weiterhin ist mir noch nicht ganz klar geworden, wer (Käufer (also Sie) oder Verkäufer) den Makler beauftragt hat. Auch dies sollten wir ggf. im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion klären.)

II. Daneben könnte der Makler von Ihnen Schadensersatz nach allgemeinen Grundsätzen fordern. Dies setzt dem Grunde nach aber ein Verschulden voraus. Daran dürfte es hier jedoch fehlen, da der Makler Sie „beauftragt“ hat, die Folien zu entfernen. Insoweit kann Ihnen ein schuldhaftes Verhalten nicht vorgeworfen werden, weshalb Sie für den Ersatz der Folien nicht einzustehen haben.

III. Teilen Sie dem Makler schriftlich mit, dass Sie seine Rechnung nicht zahlen, weil Sie insbesondere für den „Schaden“ nicht verantwortlich sind, da Sie auf Geheiß des Maklers die Folien abgezogen haben.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2006 | 18:37

Erst mal vielen Dank für ihre Auskunft.

Zum Thema: Zwischen uns und dem Makler gab es nur die üblichen Vereinbarungen über die Maklercourtage in Höhe von 3,48% fällig bei Unterschrift des Kaufvertrages beim Notar. Ansonsten haben wir weder mündlich noch schriftlich etwas mit ihm vereinbart.

Der Makler wurde vom Verkäufer des Hauses beauftragt, das Haus zu veräußern. Wir sind lediglich Interessenten gewesen, die über den Makler Interesse an dem Objekt bekundet haben und sämliche Kaufverhandlungen ebenfalls über ihn geführt hatten.

Auch, als er uns sagte, daß wir doch die Folie entfernen sollen, hat er mit keinem Wort erwähnt, daß er diese uns in Rechnung stellen würde, falls es wider erwarten nicht zum Kauf kommt. Hierfür haben wir auch Zeugen (mein Mann, meine Schwester und deren Lebensgefährte), denn die genannten Personen waren anwesend und haben sich teilweise aktiv am Gespräch mit beteiligt.

Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Galoppi

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2006 | 08:10

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die weiteren Informationen.

Es bleibt bei dem oben Gesagten. Zum einen bestand keine vertragliche Vereinbarung auf „Ersatz von Aufwendungen“ zwischen Ihnen und dem Makler, zum anderen hat der Makler gegen Sie keinen Anspruch auf Ersatz des „Schadens“, da es wegen des Abnehmens der Folie im Auftrag des Maklers an einem Verschulden Ihrerseits fehlt.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.03.2010 | 15:19


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Besten Dank für die kompetente Beratung!"
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