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Immobilienkauf - Rücktritt

| 12.05.2019 21:56 |
Preis: 57,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


22:54

Zusammenfassung: Ein Grundstückskaufvertrag kann nicht mit einem bloßen "Abgemacht" geschlossen werden, sondern bedarf vielmehr der notariellen Form. Ohne Beachtung der notariellen Form wird ein solcher Vertrag nur gültig, wenn die Auflassung und die Eintragung in das Grundbuch erfolgen.

Hallo,
beim Verkauf meiner Immobilie habe ich folgenden Schriftverkehr per mail gehabt:

Interessent: Wir würden Ihre Immobilie für 355.000,00 € kaufen.

Ich habe bestätigt: Wir würden daher Ihrem Vorschlag, unseren Hof für 355.000,-- € zu kaufen, zustimmen

Antwort des Interessenten, im Betreff stand: "Abgemacht": dann machen wir es so. Wir haben nächste Woche einen weitern Termin bei der Bank, weil wir ja jetzt einen Teil des Kredites für Modernisierung aufnehmen. Die Sachbearbeiterin hat diese Woche frei.
Ich wüsste aber nicht, wieso die Bank nicht mitmachen sollte. Wir haben von vornerein den Kredit so gestalten wollen, dass nur ein Drittel der Immobilie für uns selbst bestimmt ist und 2/3 werden gewerblich zwecks Vermietung genutzt. Die Modernisierungskosten kann man dann noch abschreiben und die Steuerlast minimieren.

Wenig später erhielt ich diese Nachricht: "Wenn Sie am Verkauf des Hauses an uns interessiert sind, beantworten Sie bitte zeitnah und qualifiziert meine Fragen. Wenn Sie sie nicht beantworten können, sind das schlecht kalkulierbare Risiken für uns und wir würden das Haus für 250.000 erwerben wollen. "
Unser ursprünglicher Angebotspreis lag bei 450.000 €

Daraufhin haben wir unser Angebot nochmals für 355.000 € bestätigt. Der Interessent hat dann abgesagt.
Meine Frage: Ist dieses "Abgemacht" verbindlich?

Ich bin gespannt auf Ihre Nachricht - vorab besten Dank!

RJ.


12.05.2019 | 22:22

Antwort

von


(19)
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Sehr geehrter Mandant,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Vorliegend wurde kein Grundstückskaufvertrag geschlossen.

Das "Abgemacht" reicht hierfür nicht aus, denn ein Grundstückskaufvertrag bedarf der notariellen Form gemäß § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB. Ohne die notarielle Beurkundung wird ein solcher Vertrag gültig, wenn die Auflassung und die Eintragung in das Grundbuch erfolgen (§ 311b Abs. 1 Satz 2 BGB), was vorliegend nach Ihren Angaben wohl ebenfalls nicht geschehen ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Leon Beresan


Nachfrage vom Fragesteller 12.05.2019 | 22:34

Ja, der Immobilienverkauf bedarf der notariellen Form. Aber man hat meinem Angebot zugestimmt. Ein Kaufvertrag kam zustande = 2 übereinstimmende Willenserklärungen. Die notarielle Form ist dem Verkaufsgegenstand zur Abwicklung geschuldet - aber Willenserklärungen sind verbindlich.
Gruß
RJ

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.05.2019 | 22:54

Sehr geehrter Fragesteller,

bei einem Grundstückskaufvertrag sieht das Gesetz besondere Anforderungen für einen Vertragsschluss vor. Die Willenserklärungen, die der Form des § 311b BGB nicht genügen, entfalten keine verbindliche Wirkung. Diese Regelung dient dem Schutz vor übereilten Entscheidungen bei Grundstückskäufen. Ein Kaufvertrag wurde vorliegend eindeutig nicht geschlossen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Leon Beresan

Bewertung des Fragestellers 13.05.2019 | 19:39

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 13.05.2019
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