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Immobilienkauf – Erbschaftsrecht – Uneheliches Kind

18.02.2011 13:21 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,

meine Frau und ich wollen eine Immobilie erwerben für 300000 €.
100.000 ist unser EK, 100.000 würden meine Eltern beisteuern und 100.000 wird finanziert.
Die Immobilie würde unser einziges „Vermögen" darstellen.

Wir sind seit 4 Jahren verh. (Zugewinngemeinschaft) und haben noch keine gemeinsamen Kinder. Ich habe allerdings ein uneheliches Kind (kein Sorgerecht), zu dem kein Kontakt besteht und für das ich Unterhalt bezahle. Es ist bereits auf den Pflichtteil gesetzt.

Für den Fall, dass mir etwas zustößt, würde mein Kind ja einen Teil der Immobilie erben und meine Frau damit in finanzielle Schwierigkeiten bringen, was auch den Verkauf der Immobilie bedeuten könnte. Dieses Problem möchten wir umgehen

Fragen:

1. Wie kann man den Kauf der Immobilie so gestalten, dass im Falle meines Todes mein uneheliches Kind keine Ansprüche geltend machen kann?

2. Wenn der Kaufvertrag der Immobilie nur auf meine Frau läuft, würde mein Kind dann komplett aus der Betrachtung herausfallen?

3. Kann der Kredit auf uns beide laufen oder müsste meine Frau den Kredit allein auf ihren Namen laufen lassen?

4. Müsste das Geld an den Verkäufer unbedingt aus dem Konto meiner Frau fließen? Oder ist es unwichtig aus welchem Konto (z.B. das meiner Eltern oder meines) das Geld an den Verkäufer geht?

5. Spielt in diesem Zusammenhang auch die „Schenkung" meiner Eltern eine Rolle? Falls ja, wie kann sie technisch im Sinne der unter Frage 1 formulierten Fragestellung abgewickelt werden?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Frage anhand des dargestellten Sachverhaltes wie folgt im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworten:

1. Sie geben an per Testament Ihr Kind auf den Pflichtteil gesetzt zu haben sprich enterbt zu haben. Angenommen dies wurde formal richtig vorgenommen hat Ihr Kind auf Ihren Tod lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch auf Zahlung von Geld an die Erben in Höhe der Hälfte seines eigentlichen gesetzlichen Erbrecht(Pflichtteilsanspruch). Sollten lediglich Ihre Frau und Ihr Kind als Erben vorhanden sein, würde der gesetzliche Erbteil Ihres Kindes 50% betragen, der Pflichtteil 25%. Die Höhe des Pflichtteilsanspruches entspricht damit 25% Ihres im Todeszeitpunkt vorhandenen Vermögens, angenommen das Haus wäre zu Ihrem Todeszeitpunkt abbezahlt und 300.000 € wert und würde Ihnen und Ihrer Frau hälftig zustehen, so hätte Ihr Kind einen Zahlungsanspruch i.H.v. 37.500 €. Ihr Kind könnte von Ihrer Frau also lediglich die Zahlung von 37.500 € verlangen, an dem Haus selber wäre das Kind nicht beteiligt. Allerdings könnte das Kind sofern Ihre Frau nicht zahlungsfähig ist mittels Zwangsversteigerung mittelbar auf das Haus zugreifen bzw. Ihre Frau zum Verkauf oder Versteigerung zwingen.

Dies betrifft den Grundfall von dem nur insofern abgewichen werden kann, dass das Haus eben nicht in Ihrem Vermögen steht. Dies hat allerdings mehrere Nachteile, zum einen gehört das Haus dann nicht Ihnen sondern Ihrer Frau, zum anderen ergeben sich durchaus steuerliche Probleme.

2. Ich nehme an Ihre Eltern schenken Ihnen die 100.000 € und Sie verwenden diese auf das Haus. Gegenüber Ihren Eltern haben Sie auch einen ausreichenden Freibetrag in Sachen Schenkungssteuer, Ihre Frau hat aber lediglich einen Freibetrag von 20.000 €, so dass sofern Ihre Eltern direkt an Ihre Frau schenken Schenkungssteuer anfällt. Gleiches würde von der Finanzverwaltung wohl angenommen werden, sollten Ihre Eltern Ihnen den Betrag schenken und Sie schenken diesen direkt weiter an Ihre Frau. Gleichwohl würden sofern lediglich Ihre Frau Eigentümerin des Hauses sein würde, die Zahlungen von Ihnen auf den Hauskredit eine Schenkung darstellen. Letzterer Punkt ist nicht ganz so entscheidend, da Sie innerhalb von 10 Jahren einen Betrag von 500.000 € an Ihre Frau schenken dürfen, solange dieser Betrag nicht erreicht wird fällt auch keine Steuer an.

3. Zusammenfassend ist die Möglichkeit das Haus alleine von Ihrer Frau kaufen zu lassen somit wegen zweier Punkte nicht ratsam, zum einen wären Sie nicht Eigentümer zum anderen würde zumindest hinsichtlich der Schenkung Ihrer Eltern Schenkungssteuer anfallen.
Die wohl noch beste Alternative dürfte sein, das Haus gemeinsam zu kaufen und nach einigen Jahren auf Ihre Frau zu übertragen, solange dann noch 10 Jahre bis zu Ihrem Tod vergehen hat das Kind auch dann keinen Anspruch hierauf. Der Nachteil dass Sie nach der Eigentumsübertragung kein Eigentum mehr besitzen bleibt aber bestehen, allerdings dürfte die Schenkung Ihrer Eltern an Sie und die Jahre hiernach erfolgte Schenkung Ihres Miteigentumanteils an Ihre Frau dann keine Kettenschenkung mehr darstellen, so dass die Schenkungssteuerproblematik zumindest hinsichtlich der Elternschenkung nicht mehr bestehen dürfte.

Angesichts des nicht allzu hohen Pflichtteilsanspruches des Kindes ollte dies aber wohl überlegt sein. Sofern das Haus abbezahlt ist wird Ihre Frau mittels eines Darlehens und der Sicherung durch eine Grundschuld im Stande sein den Pflichtteil zu bezahlen. Sollte das Haus noch nicht abbezahlt werden verringert sich der Pflichtteilsanspruch entsprechend.

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