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Immobilien-Makler trotz schlechter Leistung bezahlen?


02.08.2006 10:17 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Vor gut 2 Monaten besichtigten wir eine Immoblie, gezeigt wurde uns die Immobilie durch einen beauftragten Makler. Soweit ich mich erinnern kann, unterzeichnete ich damals eine Erkärung (dürfte sich um die Standardformulierung "Objektnachweis" gehandelt haben), habe aber leider keine Kopie.

Seitdem warten wir auf bestimmte Unterlagen, die uns der Makler liefern soll (Grundbuchauszug, Grundrisse, Pläne), zunächst wurden wir immer vertröstet (Eigentümer lebt im Ausland etc.), seit einigen Wochen reagiert der Makler nicht auf Emails, ist immer nur über Mailbox telefonisch erreichbar und meldet sich nicht zurück. Die letzte Anfrage, uns doch bitte einen Zischenstand zu geben ist nunmer 2 Wochen her - ohne Ergebnis. Wir haben zwischenzeitlich den Eigentümer in Erfahrung gebracht, haben ihn persönlich im Ausland kontaktiert und er ist ebenfalls schlecht auf den Makler zu sprechen (unprofessionel, sehr träge, nicht erreichbar etc.).

Meine Frage:

1. Wir würden den Eigentümer gern bitten, das Geschäft ohne diesen Makler mit uns abzuschließen. Uns widerstrebt es zutiefst einen Makler mit 6% des Kaufpreises zu bezahlen, obwohl seine Leistung ausgesprochen "schlecht" ist. Kann der Verkäufer den Makler von seinem Verkaufsauftrag entbinden, wegen schlechter Leistung? (Anmerkung: ein guter Makler hätte das Geschäft schon vor 4 - 6 Wochen oder länger zum Abschluss gebracht). Durch die steigenden Zinsen haben wir auch einen wirtschaftlichen Schaden.

2. Müssten wir dann dennoch die Maklergebühr zahlen?

3. Was haben wir sonst für Möglichkeiten, gegen diese extrem schlechte Dienstleistung anzugehen ?

4. Die Erkläung habe ich (allein) unterschrieben, könnte wir das Ganze umgehen, wenn lediglich mein Lebensgefährte das Haus kauft? (Anmerkung: er war bei den Besichtigungen dabei).

Vielen Dank vorab & freundliche Grüße!

-- Einsatz geändert am 02.08.2006 17:40:08
Eingrenzung vom Fragesteller
02.08.2006 | 10:18
Eingrenzung vom Fragesteller
02.08.2006 | 17:39

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:

In einem Maklervertrag verpflichtet sich der Auftraggeber, dem Makler für den Nachweis der Abschlussgelegenheit oder für die Vermittlungstätigkeit eine Vergütung unter der Voraussetzung zu zahlen, dass der beabsichtigte Hauptvertrag zustande kommt.
Die Verpflichtung zur Entrichtung der Provision besteht nur dann, wenn der Hauptvertrag infolge des Nachweises oder der Vermittlung des Maklers zustande kommt.

Die Nachweistätigkeit erfordert dabereine Leistung, die es Ihnen als Auftraggeber möglich macht, selbst zu verhandeln und den Hauptvertrag zu schließen.

Da die Gelegenheit zum Vertragsschluss und nicht ein Objekt nachzuweisen ist, bedarf es bei einem Kaufinteressenten der konkreten Bezeichnung des Objektes und des Vertragspartners.

Wenn die Erklärung, die Sie unterschrieben haben diese Voraussetzungen erfüllt, hätte der Makler einen Provisionsanspruch, wenn Sie das Objekt vom Eigentümer erwerben.
Der Sicherung des Anspruchs des Maklers dürfte die von Ihnen unterzeichnete Erklärung daher gedient haben.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 03.08.2006 | 08:50

Sehr geehrter Herr Roth,

danke für Ihre Antwort, ich entnehme Ihren Ausführungen, dass die Maklerprovision mit der Unterschrift auf dieser Erklärung fällig ist, egal wie schlecht die Leistung ist. Ich nehme nochmals Bezug auf meine Frage zur Umgehung und frage Sie: kann diese Provision umgangen werden, wenn "nur" mein Lebensgefährte kauft, der NICHT unterschrieben hat ?

Vielen Dank vorab.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.08.2006 | 09:20

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die von Ihnen angedachte Umgehung der Maklerprovision ist nicht anzuraten, da ein derartiges Vereiteln eines Provisionsanspruchs strafbar ist.
Wenn das erlaubt wäre, würden die Makler keine Ansprüche mehr durchsetzen können, da eine solche Praxis sich schnell herumspräche.

Eine Verwirkung einer Maklerprovision kommt nur bei schweren Pflichtverletzungen in Betracht, wenn der Makler beispielsweise falsche Auskünfte über das Objekt und den Eigentümer gibt. Dies scheidet nach Ihren Angaben aus.

Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -


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