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Immobilie nach Scheidung


20.08.2007 22:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernst G. Mohr



Mein Lebensgefährte ist seit Mai dieses Jahres geschieden.
Aus der Ehe gehen 2 Kinder ( 13 und 14 J) hervor, für die er Unterhalt zahlt.
Die Ex-Frau erhält keinen Unterhalt, da mein Lebensgefährte über ein geringes Einkommen verfügt und mit dem Kindesunterhalt an die gesetzliche Selbstbehaltsgrenze kommt.
Das Ehepaar hat sich im Laufe der Ehejahre ein gemeinsames Haus angeschafft, auf dem aktuell noch eine Resthypothek i.H.v. rd 65000,--€ lastet.
Die Ex-Frau möchte das Haus unbedingt behalten.
Sie lebt dort mit den o.g. Kindern, einer weiteren Tochter (18) aus früherer Ehe, einer Behinderten, deren Pflegschaft sie übernommen hat und ihrem neuen Lebensgefährten.
Es war mündlich vereinbart, dass die Ex-Frau die Hypothekenbelastung übernimmt, (mtl rd 470,--€) und dafür mit ihrer ´neuen´ Familie im Haus wohnt und mein Lebensgefährte auf alle Ansprüche, incl. Nutzungsentgeld und Hausrat verzichtet.
Nun kam es aber schon zum 3. mal vor, dass die Exfrau die monatlichen Darlehensraten nicht bezahlt hat. Bei den ersten beiden Mahungen hat sie nach Rückfragen und Mahnschreiben der Bank gezahlt. Nun hat die Bank eine letzte Mahnung geschickt und droht meinem Lebensgefährten mit gerichtlichen Vollstreckungsmaßnahmen.
Dies ist unsere jetzige Ausgangssituation.
Mein Lebensgefährte möchte das Haus am liebsten verkaufen, notfalls auch per Zwangsversteigerung, weil wir fürchten, dass sich die Zahlungsmoral der Ex nicht ändern wird.
Einem freiwilligen Verkauf wird sie nicht zustimmen.
Was raten Sie uns? Zwangsversteigerung selbst einleiten? Abwarten bis die Bank dies tut?
Und kann es sein, dass mein Lebensgefährte für die Finanzierung trotz seines niedrigen Rest-Einkommens herangezogen wird, obwohl sie das Haus alleine nutzt?
Welche Möglichkeiten sehen Sie, um die ganze Haus-Geschichte zu einem endgültigen Abschluss zu bringen?
Schon jetzt ein herzliches Dankeschön für Ihre Bemühungen!

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Sehr geehrte Ratsuchende,

ich gehe davon aus, dass beide ehemaligen Ehepartner Miteigentümer der Immobilie sind, wahrscheinlich zu jeweils ½ und beide ehemaligen Eheleute den Darlehnsvertrag gegenüber der finanzierenden Bank unterschrieben haben.

Das Verfahren der Teilungsversteigerung dient der „Aufhebung einer Gemeinschaft“. Es kommt dann zum Zuge, wenn die Gemeinschaftsmitglieder so zerstritten sind, dass eine einvernehmliche Einigung über die Auseinandersetzung der Gemeinschaft nicht erzielt werden kann.

Die häufigsten Fälle ergeben sich bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eheleuten sowie bei zerstrittenen Erbengemeinschaften.

Hier kann sich die Teilungsversteigerung anbieten, da wohl beiden ehemaligen Eheleuten die Finanzierung, zumindestens alleinige Finanzierung schwer fällt. Bereits hier sei erwähnt, dass beide ehemaligen Eheleute als Gesamtschuldner für die Verpflichtungen aus dem Darlehnsvertrag haften, es also ohne weiteres möglich ist, dass die Bank Ihren Lebensgefährten in Anspruch nimmt. Darauf, wer die Immobilie nutzt kommt es nicht an.

Eine Teilungsversteigerung kann jeder Miteigentümer beantragen.

Der Antrag ist beim Amtsgericht unabhängig von der Anteilsgröße und von der Zustimmung der anderen Miteigentümer zu stellen. Der andere Miteigentümer kann dies nicht verhindern. Er kann die Versteigerung lediglich hinauszögern. Und zwar mit einem Antrag auf einstweilige Einstellung des Verfahrens. Die Teilungsversteigerung kann dann aufgeschoben werden, wenn der Antrag innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist gestellt wird. Ein Aufschub kann gewährt werden, wenn die Versteigerung zur Unzeit erfolgt. d.h., wenn z.B. eine Wertsteigerung des Grundstücks unmittelbar bevorsteht. Das Verfahren könnte dann für maximal 6 Monate ausgesetzt werden.

Die Teilungsversteigerung ist öffentlich. Jeder kann mitbieten, also auch der Miteigentümer.

Aufgrund der Kosten des Teilungsversteigerungsverfahrens könnte es sich anbieten, nochmals mit der Miteigenümerin zu reden, um möglicherweise einen gemeinsamen Verkauf an einen Dritten zu erreichen. Hier sollte der Kostenvorteil des freihändigen Verkaufes gegenüber einer Teilungsversteigerung zum Ausdruck gebracht werden, der mögliche zeitliche Vorteil sowie die Chance, einen marktgerechten Preis zu erzielen. Hier kann sich die Einschaltung eines kompetenten Immobilienmaklers anbieten, der auch sicherlich eine realistische Preisbasis für den Verkauf ermitteln kann. Auch die finanzierende Bank sollte über das Vorhaben – sei es Teilungsversteigerung, sei es freihändiger Verkauf – informiert werden, um möglichst eine etwaige Kündigung des Darlehnsvertrages zu verhindern.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen Überblick gegeben zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr
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