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Immobilie Mitkauf - Rückforderung Maklerprovision wg. arglistiger Täuschung

09.09.2016 12:10 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind im Februar in eine Doppelhaushälfte eingezogen. Es handelt sich hierbei um einen Mietkauf. Der Mietkauf wurde notariell beurkundet. Es fiel eine Maklerprovision in Höhe von 3% des Kaufpreises in Höhe von 355.000 Euro an.

Der Makler ist gleichzeitig auch Bauträger. Die Doppelhaushälfte ist zehn Jahre alt und wurde zehn Jahre lang von Mietern bewohnt. Bevor wir uns für das Haus entschieden haben, ging in dem Ort, in dem das Haus steht, das Gerücht um, der Keller sei feucht. Wir konnten nichts erkennen, haben aber Vermieter/Verkäufer und auch den Makler, die beide beim Notar anwesend waren, mit diesem Gerücht konfrontiert. Beide haben versichert, dass dies nicht der Fall sei und der Keller trocken sei.

Nun haben wir Ende Juli mit Schrecken festgestellt, dass im Keller viele Dinge (Kinderwagen, Autositze, Bollerwagen etc.) total verschimmelt waren. Wir haben ordnungsgemäß gelüftet. Wir haben uns dann ein Hygrometer zugelegt, das eine Luftfeuchtigkeit von 85% angezeigt hat. Wir haben uns dann einen Luftentfeuchter ausgeliehen, mit dessen Hilfe wir die Luftfeuchtigkeit auf 65% senken konnten. Sobald dieser wieder aus war, stieg die Luftfeuchtigkeit innerhalb von Stunden auf 70% bis 74%. Wir haben nun eine Firma beauftragt, die überprüft, ob Feuchtigkeit von außen eindringt. Das ist nicht der Fall, die Probleme mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit sei in Betonkeller in diesen heißen Monaten ganz normal. Um das Problem in den Griff zu bekommen, müssten wir mit Luftentfeuchter arbeiten.

Wir sind in dieses Haus gezogen in dem Glauben, dass der Keller trocken ist und wir es nicht mit einem Problemkeller zu tun haben. Wir sind der Ansicht, dass Vermieter und auch Bauträger das Problem ansprechen hätten müssen, als wir sie beim Notartermin damit konfrontiert haben. Denn, wenn wir das gewusst hätten, dass wir immer Probleme mit diesem Keller haben werden und auch Ausgaben für einen Luftentfeuchter plus Stromkosten, hätten wir uns auf den Mietkauf nie eingelassen.

Wir haben mit dem Vormieter gesprochen und dieser hat uns bestätigt, dass auch sie Probleme mit der Luftfeuchtigkeit hatten und dieses Problem auch dem Vermieter bekannt ist.

Dass der Vermieter und auch Bauträger nicht ehrlich waren, zeigt auch noch folgendes Problem: Im Dachboden befindet sich die Gastherme. Diese ist nicht an einer gemauerten Wand befestigt, sondern an einer Rigipswand. Das Treppenhaus ist komplett offen, wodurch ein ständiges Brummen vorhanden ist. Dieses überträgt sich über die Rigipswand und das offene Treppenhaus bis runter ins Esszimmer. Wir haben den Vermieter darauf angesprochen und er hat so getan, als habe er zum ersten Mal davon gehört und wir seien zu empfindlich. Der Vormieter hat uns aber bestätigt, dass auch sie die Therme als zu laut empfunden haben und dass sogar ein Gutachter da war, der jedoch bestätigt hat, dass alles den gesetzlichen Normen entspricht. Auch wenn es den gesetzlichen Normen entspricht, hätten wir vom Vermieter erwartet, dass dieser das Problem im Vorfeld anspricht, denn auch dieses permanente Brummen ist für uns ein Grund, dieses Haus nicht zu kaufen.

Ein weiteres Problem stellt der Garten dar. Im Mietvertrag steht, dass der Garten in einem sehr guten Zustand ist. Wie wir jedoch feststellen mussten, fließt das Wasser nicht richtig ab und man hat bei Regen in Kürze nur noch Matsch im Garten, wenn die Kinder dann darauf rum laufen. Auch über dieses Problem haben wir mit dem Vormieter gesprochen und er hat uns bestätigt, dass auch sie diese Probleme hatten und er bei Anlegen des Gartens bereits dem Bauträger seine Bedenken geäußert hat, als er gesehen hat, wie dieser den Garten auffüllt und anlegt.

Wir werden dieses Haus nicht kaufen, da die Beseitigung dieser Probleme sehr kostspielig wären. Wir finden, Vermieter/Verkäufer und auch Bauträger/Makler hätten uns drauf hinweisen müssen, dass diese Probleme vorliegen.

Wie stehen unsere Chancen, dass wir die Provision in Höhe von 12.673,50 Euro wegen arglistiger Täuschung zurückfordern können?

Über eine Einschätzung von Ihnen freue ich mich sehr!

Herzliche Grüße

Sehr geehrterf ragesteller,

Sie fragen explizit nur nach dem Vorgehen gegen den Makler, so dass Rechte gegen Eigentümer auf Minderung, Rücktritt und ähnliches nicht angesprochen werden können. Leider spielt ihr Vorgehen gegen den Grundvertrag jedoch eine durchaus erhebliche Rolle, da bei Anfechtung des Grundvertrages wegen Täuschung auch die Maklergebühr betroffen sein könnte. Lassen wir vorerst aber die rechtichen Schritte gegen den Mietkauf außen vor.

Jeder Makler hat Aufklärungspflichten, und zwar sowohl befragt wie auch ggf. unbefragt. Er darf nichts verschweigen, was für das Zustandekommen des Vertrages erheblich ist, und auf Nachfrage erst recht keine falschen Antworten geben. Weiss er es nicht besser, darf er nichts "ins Blaue hinein" behaupten.

Was ist die Folge? Bei einer vorsätzlicher, aber auch leichtfertiger Pflichtverletzung verliert der Makler seinen Anspruch auf die Provision, § 654 BGB ab. Sie könnten Ihr Geld also zurück erhalten; daneben kommt sogar ein Schadenersatzanspruch in Betracht. SIe hätten also durchaus die von Ihnen vorgestellten Rechte.


Der Haken besteht in einem der Grundzüge des Zivilprozessrechts; danach müssen Sie alle anspruchsbegründen Tatsachen selber beweisen. Die Anfechtung nach § 123 BGB erfordert, dass der Makler Sie zur Abgabe einer Erklärung (Kauf) bewegen wollte, die sie sonst nicht oder nicht so abgegeben hätten. Dazu müssen Sie diesen Schädigungsvorsatz nachweisen. Dies könnte gelingen, wenn Sie nachweisen können, dass der Makler von den Mängeln gewusst hat und ihre Fragen nach dem Kellerzustand dennoch falsch beantwortete. Dazu kommt, dass der Mangel des Kellers nachgewiesen werden muss. Ob all dies klappen kann, kann ich aus Ihrer Schilderung alleine nicht entnehmen, es scheint jedoch durchaus Aussicht auf Erfolg zu geben. Als erstes wäre nachzuweisen, dass der Kellerzustand mangelhaft ist und dies dem Makler bekannt war oder zwingen bekannt gewesen sein muss, was ausreichen könnte. Der Nachweis eines mangels des Kellers muss ggf.über einen Gutachter geführt werden; das gilt aber auch für die anderen von Ihnen aufgeführten Mängel.

Übrigens ist dass dann auch entscheidund bei der Frage nach den rechtlichen Möglichkeiten gegen den Hauptvertrag.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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