Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Im selben Haus wohnender Sohn terrosisiert Eltern


03.02.2005 21:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Meine Schwiegereltern (70 & 80 Jahre alt) wohnen mit dem Sohn (40 Jahre) des Mannes in einem gemeinsamen Haus. Der Sohn ist neben dem Vater im Grundbuch eingetragen. Desweiteren ist die leibliche Mutter (bzw. Ehefrau) bereits verstorben, sodas dem Sohn doch vermutlich ein "Pflichanteil" am Haus zusteht. Der Sohn ist alkoholabhängig und psychisch labil (agressiv), war deshalb auch schon in Behandlung - leider ohne Erfolg. Derzeit ist er erwerblos.
Der Sohn terrorisiert meine Schwiegereltern massivst in der Form, das er tagsüber schläft und nachts eine extreme Lärmbelastung durch Musik und Schreie erzeugt, das meine Schwiegereltern bereits seit Monaten nicht mehr schlafen können und die Gesundhet der alten Menschen extrem darunter leidet. Auch sonst ist er unselbstständig, lässt den Teil des Hauses den er bewohnt verwahrlosen, kümmert sich um Nichts. Auch bei den umliegenden Nachbarn ist die Lärmbelastung bereits aufgefallen. Mehrere Gespräche der Eltern mit dem Sohn endeten in dem Ergebnis das der Sohn meine Schwiegereltern beleidigt und Ihnen immer wieder unmissverständlich klar macht, das sie ihm sowieso "nichts anhaben/beweisen" können, da er sowohl von seiner physischen als auch psychischen Konstitution den Schwiegerletern überlegen ist. Auch hat es bereits tätliche Angriffe gegenüber meinen Schwiegereltern gegeben, die allerdings von keinem Dritten bezeugt werden können.

Das Problem ist das weder meine Schwiegereltern, noch die Nachbarn die Polizei rufen wollen. Zum einen aus Angst der Eltern vor noch stärkerem (wiederholten körperlichen) Terror des Sohnes, mit dem dann vermutlich zu rechnen ist, als auch das die Nachbarn den Eltern "keine Unannehmlichkeiten" bereiten wollen.

Meine Schwiegereltern sind bereits psychisch so stark angegriffen, das sie ausziehen wollen, sich eine Mietswohnung angesehen haben, um dem Terror zu entfliehen.

Nun meine Fragen:
1. Welche Möglichkeiten bestehen, den Sohn (gegen den Willen des Sohnes) ohne Veräußerung der Immobilie aus dem Haus zu bekommen?
2. Kann mein Schwiegervater seinen Anteil (gegen den Willen des Sohnes) an einen Dritten veräußern?
3. Kann mein Schwiegervater seinen Sohn (gegen den Willen des Sohnes) auszahlen, um ihn anschließend aus dem Haus zu werfen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

WoFried

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Ihren Fragen:

Frage 1:
1. Welche Möglichkeiten bestehen, den Sohn (gegen den Willen des Sohnes) ohne Veräußerung der Immobilie aus dem Haus zu bekommen?

HIer ist zu überlegen, ob Sie eine Anordnung nach dem sog. Gewaltschutzgesetz beantragen.

§ 1 Abs. 1 GewSchG lautet:
Hat eine Person vorsätzlich den Körper, die Gesundheit oder die Freiheit einer anderen Person widerrechtlich verletzt, hat das Gericht auf Antrag der verletzten Person die zur Abwendung weiterer Verletzungen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Die Anordnungen sollen befristet werden; die Frist kann verlängert werden.

Gemäß §2 Abs. 1 gilt dies grds. auch für Personen, die in ener Wohnung leben. Dieser Abschnitt besagt wörtlich:

"§ 2
Überlassung einer gemeinsam genutzten Wohnung

(1) Hat die verletzte Person zum Zeitpunkt einer Tat nach § 1 Abs. 1 Satz 1, auch in Verbindung mit Abs. 3, mit dem Täter einen auf Dauer angelegten gemeinsamen Haushalt geführt, so kann sie von diesem verlangen, ihr die gemeinsam genutzte Wohnung zur alleinigen Benutzung zu überlassen."

§2 Abs. 2 S. 1 besagt aber, daß die o.g. Maßnahme nur befristet werden kann, da der Sohn Miteigentümer ist.
"Die Dauer der Überlassung der Wohnung ist zu befristen, wenn der verletzten Person mit dem Täter das Eigentum, das Erbbaurecht oder der Nießbrauch an dem Grundstück, auf dem sich die Wohnung befindet, zusteht oder die verletzte Person mit dem Täter die Wohnung gemietet hat"

Sie sollten daher zu einem Anwalt gehen, der den Antrag bei Gericht stellen wird.

Anderer Maßnahmen helfen nach Ihren Angaben nichts.

Frage 2.
Kann mein Schwiegervater seinen Anteil (gegen den Willen des Sohnes) an einen Dritten veräußern?

Dies zwar nicht, doch der Schwiegervater kann eine sog. Teilungsversteigerung bei Gericht beantragen. Dann wird das Grundstück verkauft und der Erlös geteilt. Es kann sogar soweit gehen, daß dann Ihr Schwiegervater das Haus erwirbt.

Bevor Sie so etwas beginnen, sollten Sie sich anwaltlichen Rat einholen.


3. Kann mein Schwiegervater seinen Sohn (gegen den Willen des Sohnes) auszahlen, um ihn anschließend aus dem Haus zu werfen?

Ihr Schwiegervater kann Ihren Sohn nicht auszahlen, aber er kann - wie gesagt - die Teilungsversteigerung beantragen.
Dies geht auch gegen den Willen des Sohnes.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER