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Im Zuge seiner eigenen Aufarbeitung.


| 13.10.2009 21:25 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich als angehender Erzieher, habe hier eine interessante Fragestellung, bezüglich einer Situatiom mit der ich gerade konfrontiert werde. Ich habe von einen Fall , bei dem vor 20 Jahren die "Dr. -Spiele" über die Stränge geschlagen haben. Es soll so abgelaufen sein: Drei Kinder, davon zwei Geschwister und ein dritter haben zusammen Dr. Spiele gemacht. Was in diesem Alter als normaler Reifeprozess gilt. Doch eines Tages wurde die Sexualtität des dritten reifer und er vollzog eine sexuelle Handlung. Eine Coitus ähnliche Handlung. Ein "echter" Coitus mit eindringen des Penis in die Vagina, konnte nicht bestätigt werden. Beide Kinder ( Ich spreche bewusst von Kindern ) waren weit unter dem 14ten Lebensjahr. Bis dato wurde der Übergriff nicht thematisiert. Der Dritte (ich formuliere es nun so), ist sehr reuemütig. Er selbst wurde in diesem Zeitraum, vor dem eigentlichen Übergriff auf einen Geschwisterteil selbst Opfer durch sexuelle Handlung sowie dem zugängig machen von Hardcore-Pornografischen Materials. Im Zuge der Aufbereitung seines eigenen Missbrauchs, hat er sich bei einem Geschwisterteil für die Handlungen entschuldigt und bereut diese zutiefst. Er berichtet darüber, dass die Dr. Spiele zu weit gegangen sind und man das schon hätte verhindern müssen. Er berichtete das er das Geschwisterteil, bei dem er sich Entschuldigt hatte, mastubiert hat. Das Geschwisterteil war erstaunt denn es wusste nichts über die an ihm geführte Masturbation. Das Geschwisterteil befragte den anderen Geschwisterteil, der einen sexuellen Missbrauch bejahte.

Die Problematik an diesem Fall ist:

Alle beteiligten waren unter 14 Jahren. Der Fall geschah vor mehr als 20 Jahren. Wie ist diese Situation in Hinblick auf Opfer-Täter - Opfer zu bewerten? In dieser Situation ist es besonders problematisch da der Täter selbst von einem zu diesem Zeitpunkt älteren Missbraucht wurde.

Da es sich um ein Fallbeispiel aus meinem Anerkennungsjahr handelt und ich für diesen Sonderfall keine passende Literatur gefunden habe möchte ich die Frage auf folgendes fokussieren: Ist diese Straftat verjährt? Wie verhält es sich mit dem Alter des Täters zu dieser Zeit? Mit welchen Folgen haben alle beteiligten zu rechnen? Sollte der Täter eine Anzeige gegen sich und seinen Täter stellen, da der ihn Missbrauchende über 16 war?


Vielen Dank!
13.10.2009 | 22:26

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

auf der Grundlage Ihres geschilderten Sachverhalts und in Form einer Erstberatung möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

1. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass gemäß § 19 StGB Kinder bis zum vollendeten 14 . Lebensjahr schuldunfähig sind.

2. Zur Verjährung ist folgendes zu sagen:
Das Strafgesetzbuch unterscheidet bei der Verjährung zwischen der Verfolgungs- (§§ 78ff StGB) und der Vollstreckungsverjährung (§§ 79ff StGB).

Gemäß § 78 Absatz 1 StGB schließt die Verjährung eine Ahndung sowie Anordnungen von Maßnahmen aus.
Die Verjährungsfristen benennt insoweit § 78 Absatz 3 StGB. Da die 30 jährige Verjährungsfrist nur für Taten gilt, die mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind und auch eine zwanzige jährige Verjährung gilt, soweit die Straftat im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als zehn Jahren bedroht sind, ist wohl vorliegend von einer Verjährung auszugehen, da hier die §§ 174 ff. StGB (Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung) zu prüfen sind, genauer gesagt § 176 StGB (Sexueller Mißbrauch von Kindern), dass eine Verjährung von 10 Jahren gilt, da im Falle der Verwirklichung des § 176 StGB ein Regelstrafrahmen von 6 Monaten bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe gilt.
Zu beachten ist jedoch, dass die Verjährung gemäß § 78b Absatz 1 Nr. 1 StGB bei Straften nach §§ 174 bis 174c und 176 bis 179 StGB bis zu Vollendung des achtzehnten Lebensjahres des Opfers ruht und sich daher der Beginn der Verjährung (§78a StGB) entsprechend verschiebt.


Bitte bedenken Sie, dass an dieser Stelle nur eine erste Einschätzung möglich ist und das jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Baumgärtner
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Daniel Baumgärtner

Nachfrage vom Fragesteller 13.10.2009 | 22:33

ist in diesem falle eine strafverfolgung auszuschliessen, da der täter unter dem 14ten lebensjahr war? laut aussage des täters habe er dem opfer in schriftform mitgeteilt, dass er diese handlungen vollzogen hat. er bejaht allerdings, dass es nie zur anwendung physischer oder verbaler / psychischer gewalt gekommen ist. ferner wurden auch kein abwehrverhalten bejaht. auf die frage ob es eine einvernehmliche handlung war, verneinte er es, da in diesem alter diese frage nicht gestellt wurde und auch kein unrechtsbewusstsein vermutet wurde.

mit freundlichen grüßen

der fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.10.2009 | 22:51

Eine Straftat liegt nur bei einer tatbestandsmäßigen, rechtswidrigen und schuldhaften Handlung vor.
Da eine Straftat nur für schuldhafte Handlungen vorliegt, und hier wie unter 1. geschrieben § 19 StGB eingreift. Ist Täter, da unter 14 Jahre, schuldunfähig.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Baumgärtner
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.10.2009 | 22:52


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