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Im Ausland geheiratet, aber ausländ. Frau in England und Mann in Deutschland

12.10.2010 18:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich habe 2010 im Ausland geheiratet (französische Heiratsurkunde liegt vor) und möchte gerne wissen, was ich machen kann, um mögliche steuerliche Vorteile realisieren zu können. Folgende Situation liegt vor: Meine französische Frau wird 2010 komplett in England gearbeitet haben. Sie ist nur dort gemeldet und hatte kein Einkommen in D in 2010 und zahlt daher in D auch keine Steuern. Ich werde 2010 komplett in D gearbeitet haben, bin nur in D gemeldet und verdiene ca. 40% mehr als meine Frau. Macht es für mich /meine Frau / uns beide Sinn die Steuerklasse(n) zu wechseln und sollen wir unsere Ehe auch in D eintragen lassen? Kann ich / können wir in England u.U. steuerliche Vorteile realisieren?

Sehr geehrter Fragesteller,

gem. § 1 Abs. 1 EStG sind natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist in § 8 AO bestimmt. Danach hat Wohnsitz jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird. Maßgeblich für die Beurteilung nach tatsächlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten sind sämtliche objektive Umstände des Einzelfalles im jeweiligen Veranlagungszeitraum (Kirchhof/Gosch § 1 Rn. 7). Da Ihre Ehefrau in England arbeitet, sprechen sowohl wirtschaftlich als auch tatsächliche Gesichtspunkte dagegen, dass sie die Wohnung, falls sie sich hier anmelden lässt, beibehalten will. Eine andere Möglichkeit wäre, dass sie hier ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat. Als gewöhnlicher Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes ist stets und von Beginn an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer anzusehen, § 9 Satz 2 AO . Da Ihre Ehefrau in England arbeitet, ist davon auszugehen, dass sie hier in Deutschland unter keinen Umständen mehr als 6 Monate verweilt.

Für die Ausübung des Wahlrecht, ob Sie eine Zusammenveranlagung mit Ihrer Ehefrau wünschen oder eine getrennte, ist gem. § 26 EStG Voraussetzung, dass beide Ehegatten unbeschränkt steuerpflichtig sind. Da dies bei Ihnen nicht der Fall ist, können Sie sich in DE alleine dem Besteuerungsverfahren unterziehen lassen.

Lohnsteuerklasse werden gem. § 38 b EStG verteilt. Da ist auch eine Voraussetzung, dass der Arbeitnehmer unbeschränkt steuerpflichtig ist. Das ist nur bei Ihnen der Fall. Sie sind gem. § 38b Nr. 1 b in die Steuerklasse I einzustufen. Steuerklasse III entfällt mangels unbeschränkten Steuerpflichtigkeit Ihrer Ehefrau.


Was die Steuerpflichtigkeit in England angeht, können Sie nach der Besteuerung Ihres Einkommen in DE weder Nachteile wegen Doppelbesteuerungsabkommen noch Vorteile hinsichtlich der Besteuerung in England haben. Verbringt ihre Ehefrau mehr als 183 Tage im Jahr in England, ist sie Sie dort in jedem Fall uneingeschränkt einkommensteuerpflichtig. Sie bleiben dort als Ehegatte unberücksichtigt, weil Sie dort nicht steuerpflichtig sind. Dort gilt auch ein anderer Steuertarif als hierzulande.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Einblick in die Rechtslage verschafft zu haben.

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