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Im Ausland erbrachte Vermittlungstätigkeit in Deutschland steuerbar?


| 15.08.2007 15:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich lebe seit über 10 Jahren im Ausland (Nicht-EU, kein Doppelbesteuerungsabkommen, kein Wohnsitz in Deutschland, weniger als 4 Wochen pro Jahr in Deutschland). Von hier aus habe ich einer deutschen Firma Geschäfte mit anderen deutschen Firmen vermittelt. Hierfür erhalte ich von der einen Firma jeweils Vermittlungsprovisionen, die von der Höhe des Gewinns des jeweils vermittelten Geschäfts abhängig sind. Wenn ich normalerweise Rechnungen (für Beratung, aber auch Vermittlung) an deutsche Firmen stelle, berechne ich keine deutsche Umsatzsteuer. Die Beratungsdienstleistungen sind laut Aussage meines damaligen Steuerberaters in Deutschland nicht steuerbar. Für die Vermittlungsprovisionen werde ich nun von einer Firma aufgefordert, Mehrwertsteuer zu berechnen, da sie angeblich eine in Deutschland steuerbare Tätigkeit darstellen.

Stellen Vermittlungstätigkeiten aus dem Ausland eine in Deutschland steuerbare Tätigkeit dar?

Muss ich dementsprechend Mehrwertsteuer berechnen?

Bin ich womöglich mit diesen Einnahmen auch noch in Deutschland steuerpflichtig???
Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen aus dem Nicht-EU-Ausland heraus erbrachte Vermittlungsleistung gilt nach dem deutschen bzw. EU-Umsatzsteuerrecht als an dem Ort erbracht, an dem der vermittelte Umsatz ausgeführt wird, § 3a Absatz 2 Nr. 4 UStG. Liegt dieser Ort in Deutschland, unterfällt die Leistung grundsätzlich der deutschen Umsatzsteuerpflicht.

Da Sie Geschäfte zwischen zwei deutschen Unternehmen vermitteln, spricht - auch ohne die Einzelheiten zu kennen - einiges dafür, dass der vermittelte Umsatz in Deutschland erbracht wird, Ihre Leistung mithin auch hier umsatzsteuerpflichtig ist.

Für eine endgültige Antwort wäre es allerdings wichtig zu wissen, welche Geschäfte genau von Ihnen vermittelt wurden bzw. werden. Denn zum einen gilt die vorstehende Regelung nicht bei bestimmten, in § 3a Abs. 4 UStG im einzelnen aufgeführten) Vermittlungstätigkeiten, zum anderen könnte Ihre Tätigkeit auch aus anderen, Ihrer Sachverhaltsschilderung bisher nicht zu entnehmenden, Gründen evtl. doch noch umsatzsteuerfrei sein.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser ersten Einschätzung geholfen zu haben. Für eine Beschreibung der von Ihnen vermittelten Geschäfte können Sie selbstverständlich gerne die Nachfragefunktion verwenden.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.08.2007 | 16:04

Sehr geehrter Herr Meisen,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Gesetz den Fall, die Vermittlung ist umsatzsteuerpflichtig, heißt das dann auch, dass ich die Einnahmen in Deutschland versteuern müßte, obwohl ich weder unbeschränkt, noch beschränkt steuerpflichtig bin? (Siehe dritte Frage meiner ursprünglich gestellten Frage).

Vielen Dank schon einmal auch für diese Beantwortung!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.08.2007 | 16:30

Sehr geehrter Fragesteller,

die Frage der Umsatzsteuerpflicht und der Einkommensteuerpflicht sind nicht voneinander abhängig.

Solange Sie hier in Deutschland nicht (unbeschränkt oder beschränkt) steuerpflichtig sind, unterliegen Ihre Einkünfte hier in Deutschland auch nicht Einkommensteuer. Nach Ihren von Ihnen geschilderten Lebensumständen sehe ich keine Anhaltspunkte für eine unbeschränkte Steuerpficht. Die von Ihnen geschilderte Tätigkeit führt auch nicht zu in Deutschland der beschränkten Steuerpflicht unterliegenden Einkünften, insoweit normiert der hierzu einschlägige § 1 Abs. 4, § 49 Abs. 1 Nr. 2 EStG andere, in Ihrem Fall nicht einschlägige, Voraussetzungen als das Umsatzsteuerrecht.

Sie sind daher mit Ihren Einnahmen zwar umsatzsteuerpflichtig, nicht aber einkommensteuerpflichtig.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht

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