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Illegal aufgespieltes Motorupdate

20.07.2021 16:30 |
Preis: 48,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,
ein paar Wochen nach meinem letzten Werkstattbesuch (Service) rief mich der Servicemitarbeiter / -leiter an und fragte, wie mein Auto nun nach dem Motorsteuerungs-Update laufen würde. Ich sagte, dass ich kein Motorsteuerungs-Update in Auftrag gegeben hätte und auch keines haben wolle. Dann habe ich die Fa. schriftlich mit Einschreiben mit Rückantwort aufgefordert, das Auto in den "alten" Zustand zurück zu versetzen. Darauf hat sich dei Fa. nicht mehr gemeldet.
Ich möchte nun mein Auto in den Zustand haben, wie ich es vor dem Service hatte.

Gruß

20.07.2021 | 17:39

Antwort

von


(1217)
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50226 Frechen-Königsdorf
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wie Sie vermutlich wissen, spielt die Elektronik bei moderne Fahrzeugen eine immer größer werdende Rolle. So gibt es nicht nur das bekannte Motorsteuergerät, sondern auch andere Steuergeräte im Fahrzeug, die es, um ein Beispiel zu nennen, ermöglichen, mit dem Hersteller zu kommunizieren. Das muss keineswegs immer erwünscht sein, weil der Hersteller unter Umständen Daten über das Fahrverhalten etc. erhält.

So unterliegt die Software auch einer ständigen Weiterentwicklung, zum Beispiel wenn in Einzelfällen, von denen Sie gar nicht betroffen sein müssen, Fehler aufgetreten sind. Gibt es eine neue Software, wird diese im Regelfall im Rahmen einer Inspektion oder eines sonstigen Werkstattaufenthalts aufgespielt.

Das ist heute absolut üblich und Standard.


2.

Über die Software zur Motorsteuerung sind eine Vielzahl von Parametern beeinflussbar. Das kann von der besseren Gasannahme über geringeren Benzinverbrauch bis zu einer Vielzahl anderer Parameter gehen. Man kann über die Motorsteuerungssoftware den Verlauf des Drehmoments beeinflussen, das Ansprechverhalten des Motors ändern, nur um Beispiele zu nennen.

Wenn die Software auf den neuesten Stand vom Hersteller gebracht wird, muss das kein Nachteil sein. Es handelt sich hier nicht um eine (vielleicht unerwünschte) Tuning-Maßnahme, sondern im Regelfall um eine Verbesserung der vorhandenen Software.

Mit der Software verhält es sich ähnlich wie mit der Hardware, die zu einem Fahrzeug gehört. Wurde ein Bauteil im Laufe eines Autolebens weiterentwickelt, werden Sie, wenn an diesem Bauteil ein Defekt aufgetreten ist und dieses Bauteil erneuert werden muss, ein neues geändertes Bauteil erhalten. Sie erhalten dann nicht mehr das alte (defekte) Bauteil in einer Neuauflage.

Vor diesem Hintergrund sehe ich, technisch gesehen, das Aufspielen eines Software-Updates keineswegs als negativ an.


3.

Technisch sollte es grundsätzlich möglich sein, die ursprüngliche Software wieder aufzuspielen. Voraussetzung ist aber, dass die Werkstatt ein Backup gefertigt hat. Hat die Werkstatt das nicht getan, dürfte es schwierig sein, den alten Zustand, also die ursprünglich vorhandene Software, wieder aufzuspielen. Denkbar wären dann nur der Weg, ein anderes Steuergerät, das exakt jene Software hatte, die sich auch auf Ihrem Steuergerät befand, auszulesen und diese Software auf Ihr Steuergerät zu übertragen.

Soweit zum technischen Vorgang.

Ihre Frage zielt aber darauf ab, ob Sie einen Rechtsanspruch haben, dass die ursprüngliche Software wieder aufgespielt wird.

Hier habe ich grundsätzlich Bedenken. Wenn die Software im Rahmen der Weiterentwicklung programmiert worden ist und beispielsweise bekannte Fehler vermeidet, halte ich es durchaus für rechtmäßig, die verbesserte neue Software aufzuspielen. D.h. umgekehrt, ich sehe hier keinen Rechtsanspruch auf Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands.

Etwas anderes würde dann gelten, wäre beispielsweise durch die Software die Motorleistung gravierend erhöht worden. Das dürfte aber kaum der Fall sein, weil dann die Betriebserlaubnis erlöschen würde und eine Wiedererlangung der Betriebserlaubnis vermutlich nur durch eine Einzelabnahme möglich sein dürfte.

Zusammenfassend heißt das, dass ich keine Anspruchsgrundlage dafür sehe, eine „alte" Software wieder aufgespielt zu erhalten, die durch eine neue überarbeitete Software ersetzt worden ist.

Wenn man Wert auf die vorhandene Software legt und vermeiden will, dass eine neue Software aufgespielt wird, sollte man das vor einer Infektion sagen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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