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Ich wollt das alles nicht (ebay-Betrug), haben sie einen Rat für mich?

30.04.2012 01:12 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


schönen guten Abend,

ich bin wegen mehrfachen ebay betrug auf 2 jahre bewährung verurteilt wurden. ich tat dies nicht aus bösen willen, ich hab viele schulden und wollte diese damit begleichen. das ganze endete in einem teufelskreis und ich komm da irgendwie nicht mehr raus. Nach der verurteilung tat ich das selbe wieder um den leuten die ich betrogen habe ihr Geld wieder zu geben. Natürlich kam es wieder zu Anzeigen. jn bekamm ich einen Brief das die Bewährung 1/2 jahr verlängert wurde, jedoch laufen immer noch anzeigen ich bin jetzt seit 6 Wochen Mama und habe riesen Angst ins Gefängniss zu müssen ich wollt das alles nicht. haben sie einen rat für mich?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen gern beantworte.

Begeht jemand während der laufenden Bewährungszeit erneut eine Straftat, so kann nach § 56 f StGB die Bewährung widerrufen werden oder aber - wie bei Ihnen - verlängert werden. Grundsätzlich kann die Bewährung auch mehrfach verlängert werden. Es besteht daher auch in Ihrem Fall grundsätzlich die Möglichkeit, dass die Bewährung wegen der noch laufenden Strafanzeigen noch einmal verlängert wird. Dennoch ist zu bedenken, dass die Bewährung nicht endlos verlängert werden kann und soll, sondern dass es nach § 56 f Abs. 2 StGB eine zeitliche Begrenzung gibt. Demnach darf die Bewährung nicht um mehr als die Hälfte der ursprünglichen Bewährungszeit verlängert werden. Wenn bei Ihnen die Bewährungszeit ursprünglich 2 Jahre betragen hat, darf sie nach herrschender Meinung auch nach evtl. Verlängerungen maximal 3 Jahre nicht überschreiten. Insoweit wäre also noch einmal eine Verlängerung um weitere sechs Monate denkbar.

Der Umstand, dass Sie vor kurzem Mutter geworden sind, steht einem Widerruf der Bewährung nicht zwingend entgegen. Allerdings wird man es meiner Einschätzung nach eher vermeiden, in diesem Fall die Bewährung zu widerrufen, solange es noch andere Möglichkeiten wie die Verlängerung und/oder zusätzliche Auflagen oder Weisungen gibt. Mit Ihrer Mutterschaft und der damit einhergehenden Veränderung der Lebenssituation könnte man jedenfalls gut gegen einen Widerruf der Bewährung argumentieren. Ein Widerruf der Bewährung soll immer nur das letzte Mittel sein, wenn alle anderen milderen Maßnahmen ohne Erfolg geblieben sind.

Wenn die Bewährung aufgrund der neuen Taten widerrufen werden soll, soll Ihnen vorher nach den Verfahrensvorschriften die Möglichkeit zur Anhörung gegeben werden. Spätestens dann sollten Sie einen Strafverteidiger vor Ort mit Ihrer Vertretung beauftragen, der für Sie im Rahmen dieser Anhörung die Gründe darlegt, die gegen einen Widerruf sprechen. Zudem sollten Sie dann diese Sache auch unbedingt mit Ihrem Bewährungshelfer besprechen.

Natürlich sollten Sie keine weiteren Straftaten irgendwelcher Art begehen und sich um eine legale Schadenswiedergutmachung bei den Geschädigten bemühen. Auch die Bemühungen um eine Schuldenbereinigung - ggf. auch im Rahmen einer Verbraucherinsolvenz - könnten die Prognose und damit die Möglichkeit einer weiteren Verlängerung der Bewährung positiv beeinflussen.

Insgesamt sollten Sie sich also mit aller Kraft darum bemühen, aus diesem Teufelskreis herauszukommen und ein straffreies Leben zu führen. Darüber hinaus sollten Sie alle Bewährungsauflagen zuverlässig erfüllen. Nur wenn das Gericht weiterhin zu der Überzeugung kommt, dass Sie künftig keine Straftaten mehr begehen werden und man Ihnen trotz der neuen Taten nach der Verurteilung eine günstige Sozialprognose ausstellt, wird das Gericht letztlich die Verlängerung der Bewährung und ggf. noch eine weitere Verlängerung begründen und verantworten können.

Wegen der evtl. laufenden Verfahren und Anzeigen sollten Sie sich nach Möglichkeit anwaltlich vertreten lassen, um zu versuchen ein möglichst mildes Urteil zu bekommen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung geben und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin






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