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Ich möchte kündigen - oder soll ich einen Aufhebungsvertrag anstreben?

| 12.07.2013 22:24 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,

ich arbeite seit 33 Jahren in der Firma und vor zwei Jahren hat meine langjährige Kollegin wegen Krankheit plötzlich aufhören müssen. Man hat zwar eine neue Kollegin eingestellt, aber viel von den Tätigkeiten sind auf mich (Halbtagskraft) übergegangen. Die Kollegin wurde nach einem Jahr schwanger. Nun ist wieder seit einem Jahr eine andere Kollegin da, mit der ich aber nicht klarkomme. Die Tätigkeiten sind bei mir haften geblieben, ich war immer im Stress und habe darauf gewartet, dass wenigstens ein Teil der Arbeit wieder zum "alten Arbeitsplatz" zurückgeht, aber die neue arbeitet sehr gemütlich. Ich habe auch bei der Geschäftsleitung um Unterstützung gebeten, die ich jetzt endlich, nach einem Jahr bekommen habe (in Form einer weiteren Halbtagskraft - ahnen die schon, dass ich weg will?).

Leider leide ich wegen dem Druck der letzten zwei Jahre unter Depressionen und war dieses Jahr schon 3 mal eine Woche krank deswegen. Ich möchte die Firma verlassen und denke, dass es mir dann wieder besser geht.
Ich habe eine neue Stelle ab 1.1.2014 gefunden. Nun muss ich mein langjähriges Arbeitsverhältnis beenden. Ich habe die gesetzliche Kündigungsfrist, d.h. 4 Wochen zum 15. oder Monatsende, also recht kurzfristig (Resturlaub noch 4 Wochen).
In dieser kurzen Zeit kann die eingestellte Person nicht eingelernt werden, außerdem wird der Umfang der Tätigkeit nicht ausreichen und evt. würde noch jemand eingestellt werden müssen. Da ich keine Vertretung hatte, würde die Firma dadurch vermutlich ein ernstes Problem bekommen, die viele Tätigkeiten nur von mir beherrscht werden.

Nun meine Frage:

Soll ich ganz normal kündigen?
Oder soll ich versuchen, mit der Firma einen Aufhebungsvertrag zu schließen und evt. noch eine Abfindung aushandeln?
Welche Argumente könnte ich da bringen?
Dass ich mich nicht an die kurze Kündigungsfrist halte, sondern noch länger bleibe und die Nachfolgerin noch korrekt einlerne? Oder ist das "Erpressung"?
Wie hoch könnte die Abfindung sein?

Gerne erwarte ich Ihre Antwort.



-- Einsatz geändert am 12.07.2013 22:36:07

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Es gibt keinen allgemeinen Anspruch auf eine Abfindung. Dies ist bis auf wenige Ausnahmen, die hier nicht einschlägig sind, immer Ergebnis einer Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Wenn der AG Sie "loswerden" wollte, wäre Ihre Position ungleich besser, weil dazu eine Kündigungsgrund benötigt wird, der nicht gegeben wäre. Wenn der AG merkt, dass Sie das Arbeitsverhältnis beenden wollen, wird die Bereitschaft einer Abfindung eher gering sein. Da Sie eine neue Stelle haben, brauchen Sie auf Sperrfristen durch die Bundesagentur ja keine Rücksicht zu nehmen. Es wäre daher sinnvoll und fair, wenn Sie Ihre Absicht frühzeitig mitteilen, wobei Sie nicht verpflichtet sind mitzuteilen, dass Sie bereits etwas Neues haben. Ein frühzeitiger Aufhebungsvertrag würde für den AG Rechts- und Planungssicherheit bedeuten. Daher würde ich raten, auf den AG zu zugehen. Man kann jederzeit heute einen Aufhebungsvertrag schließen, in dem man sich verständigt, das das Arbeitsverhältnis zum 1.1.14 endet. Sie könnten dann bereits jetzt eine Nachfolge einarbeiten. Als "Gegenleistung" wird in solchen Fällen häufig eine etwas längere Freistellung unter Fortzahlung des Lohnes am Ende vereinbart, wobei dabei Urlaubs- und Überstundenansprüche erledigt wären.

Der AG könnte Sie etwa ab dem 1.11. freistellen. Das muss man aber im Detail verhandeln. Sie können mit dem Risiko einer kurzfristigen Eigenkündigung durchaus "drohen", dies ist legitim. Gerade dem AG sollte Planungssicherheit etwas wert sein.

Regelabfindung ist ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Dies ist aber nur eine Richtgröße und nicht verbindlich. Gerade in Ihrem Fall wird man eher deutlich darunter bleiben, weil die Beendigung auch Ihre Initiative erfolgen würde.

Auf der anderen Seite wäre es regulär sehr schwer für den AG Sie zu kündigen soweit Sie sich nichts zu schulden kommen lassen. Eine neue AN hat am Anfang keinen Kündigungsschutz ist auch in der Sozialauswahl weniger Schutzwürdig. Wenn der AG Sie also nach 33 Jahren "los wird", ist damit ein gewisser Vorteil verbunden.

Vor allem das Argument der Einarbeitung und der Planungssicherheit könnte helfen.

Ich rate aber dringend einen Aufhebungsvertrag vor Unterschrift anwaltlich prüfen zu lassen.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.07.2013 | 23:29

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Die Möglichkeit mit der Freistellung am Ende des Beschäftigungsverhältnisses ist eine Alternative an die ich noch nicht gedacht habe. Danke nochmal!

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