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Ich kann die rückständige Miete nicht zahlen


12.12.2011 10:08 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hatte die letzte Zeit öfter Kontofähndungen.
Habe ein P Konto.
Allerdings habe ich jetzt drei Monatsmieten schulden.
Mein Vermieter möchte bis zum 20.12.2011 das Geld haben,sonst muss ich aus der Wohnung.Ich weiss nicht mehr weiter.
Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Ihrem Vermieter steht ein Recht zur außerordentlichen, fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund zu, wenn Sie mit mehr als einer Monatsmiete (einschließlich der Nebenkosten) mit der Zahlung in Verzug sind. Wann der Mieter in Verzug gerät, ergibt sich aus dem Mietvertrag. Üblicherweise ist dort ein Zahlungsziel für die monatliche Zahlung der Miete angegeben. Häufig ist dies entsprechend der gesetzlichen Regelung der dritte Werktag eines Monats, bis zu dem die Miete dem Vermieter gezahlt sein muss. Einer besonderen Mahnung durch den Vermieter bedarf es für den Verzug nicht. Wird das Zahlungsdatum, wie oben beschrieben, überschritten, so liegt ein Grund für eine außerordentliche Kündigung vor.

Ihrer Anfrage entnehme ich, dass eine Kündigung durch den Vermieter noch nicht ausgesprochen wurde, sondern er Ihnen eine Zahlungsfrist bis zum 20. Dezember 2011 gesetzt hat. Es versteht sich fast von selbst, aber so ist auch die gesetzliche Regelung, dass, wenn Sie dem Vermieter den gesamten Mietrückstand zahlen, bevor er die außerordentliche Kündigung ausgesprochen hat, das Mietverhältnis nicht mehr gekündigt werden kann, sondern weiter besteht. D. h. in Ihrem Fall, dass Sie bis zum 20. Dezember dem Vermieter drei vollständige Monatsmieten zahlen müssten, um eine Kündigung auszuschließen.

Es besteht in Ihrer Situation natürlich u. U. auch die Möglichkeit, mit dem Vermieter einen Zahlungsvergleich zu schließen, d. h. ihm einen Vorschlag zu unterbreiten, wie Sie die rückständige Miete ausgleichen und dabei auch laufende Mietzahlungen erfüllen. Das setzt natürlich die Bereitschaft des Vermieters voraus, auf eine solche Vereinbarung einzugehen. Lässt sich der Vermieter hierauf ein, weil er z. B. so schnell keinen neuen Mieter findet, so sollten Sie zusammen ein Schriftstück aufsetzen, in dem die Gesamtsumme der Rückstände genannt ist und die Daten, an denen die einzelnen Raten zum Ausgleich der Rückstände "abgestottert" werden. Daneben hätten Sie natürlich auch für Januar, Februar, März 2012 usw. die ganz normale Miete zu zahlen, um nicht damit wieder in Rückstand zu geraten.

Wenn Sie jetzt schon absehen können, dass Sie bis zum 20. Dezember 2011 das Geld für die rückständige Miete nicht zusammen bekommen, sollten Sie bereits jetzt und nicht erst am 20. Dezember Ihren Vermieter ansprechen und ihm Ihre Situation schildern, sowie einen konkreten Ratenzahlungsplan unterbreiten.

Sollte Ihr Vermieter nicht zum Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung bereit sein und sollten Sie auch das Geld zum Ausgleich der rückständigen Miete nicht bis zum 20. Dezember zusammen bekommen, so ist spätestens mit Ablauf des 20. Dezember 2011 Ihr Vermieter berechtigt, Ihnen außerordentlich und fristlos zu kündigen. Die Kündigung muss in Schriftform erfolgen. Der wichtige Grund ist im Kündigungsschreiben anzugeben, also hier die Kündigung wegen Mietrückständen. In der Kündigung müssen Sie vom Vermieter auch darauf hingewiesen werden, dass Ihnen u. U. ein Widerspruchsrecht gegen die Kündigung gegenüber dem Vermieter zustehen kann. Ein solches Widerspruchsrecht ist allerdings regelmäßig ausgeschlossen, wenn Gründe für eine außerordentliche Kündigung - wie in Ihrem Fall - vorliegen.

Wenn Sie trotz der Kündigung des Vermieters die Wohnung nicht verlassen und die Wohnung nicht geräumt an ihn herausgeben, sondern wohnen bleiben, muss der Vermieter Sie auf Räumung verklagen. Rechtlich verändert sich dann das Mietverhältnis in ein Nutzungsverhältnis, praktisch läuft aber alles so weiter wie bisher, auch Strom und Wasser können Ihnen nicht abgeschaltet werden, allerdings müssen Sie natürlich für sämtliche Kosten aufkommen, die während der Nutzung wie beim Mietverhältnis entstehen. Sie haben dann eine allerletzte Chance, das Mietverhältnis noch fortdauern zu lassen, wenn Sie bis zum Ablauf von zwei Monaten, nachdem Ihnen die Räumungsklage zugestellt wurde, sämtliche Mietrückstände, also aus der Mietzeit bis zur Kündigung und nach der Kündigung (in gleicher Höhe wie die Miete) während der Nutzungszeit begleichen. Zusätzlich haben Sie in einem solchen Fall die Kosten des Gerichtsverfahrens zu tragen, soweit sie bis dahin angefallen sind.

Können Sie auch diese Möglichkeit nícht nutzen, werden Sie vom Gericht zur Räumung der Wohnung verurteilt und, da der Vermieter natürlich in dem Räumungsprozess auch die rückständigen Zahlungen einklagen wird, auch zur Zahlung sämtlicher Rückstände einschließlich der Prozesskosten.
Einschließlich der Gerichtskosten und der gegnerischen wie der eigenen Anwaltskosten wird das dann eine ziemlich teure Angelegenheit. Bevor es soweit kommt sollten Sie sich gegebenenfalls besser eine andere Wohnung suchen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass diese Auskunft zwar nach bestem Wissen gegeben ist, ich Ihnen jedoch hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Eine Haftung – insbesondere auch Dritten gegenüber – kann in keiner Hinsicht übernommen werden. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, können Sie mich gern kontaktieren, um die Sachlage bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern. Bei Fragen zur weiteren Vergütung meiner anwaltlichen Tätigkeit besuchen Sie unsere Website.
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