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Ich habe aus Geldnot meine Firma betrogen, soll ich eine Selbstanzeige machen?


30.11.2009 13:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



hallo,
leider habe ich aus geld not, als freiberufliche mitarbeiterin, die firma betrogen. ich war für die erfassung arbeitsstunden der festangestellten und freiberuflichen mitarbeiter zuständig. ich habe bei freiberuflichen mitarbeitern die in dem monat nicht gearbeitet haben, einfach stunden geschrieben und auf das konto meines freundes überweisen lassen. nun ist wohl alles aufgeflogen. nun meine frage: soll ich eine selbstanzeige machen?
der geschäftsführer will mich heute noch sehen, sollte ich nicht kommen wird er sofort die polizei einschalten, soll ich alleine dort hingehn?
was soll ich jetzt machen?

lg
kaeferfrosch

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand Ihrer Angaben sowie unter Berücksichtigung des ausgelobten Einsatzes beantworten werde. Vorab möchte ich jedoch noch darauf hinweisen, dass im Rahmen dieser Plattform lediglich eine erste rechtliche Einschätzung möglich ist, die die tiefergehende anwaltliche Prüfung und Beratung weder ersetzen kann noch soll.

Ihnen wird sicherlich klar sein, dass Sie sich falsch und sogar strafbar verhalten haben und grundsätzlich den entstandenen Schaden Ihrem Arbeitgeber ersetzen müssen. Unter Umständen kommt aufgrund Ihres strafbaren Verhaltens auch die (fristlose) Kündigung des Arbeitsverhältnisses in Betracht.

Sie sind aber nicht verpflichtet, sich selbst anzuzeigen, denn das deutsche Strafrecht enthält den Grundsatz, dass sich niemand selbst belasten muss. Eine Selbstanzeige würde in jedem Falle die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bedeuten. Das Ermittlungsverfahren könnte dann in eine Anklage und u. U. Verurteilung münden. Die Selbstanzeige kann - muss aber nicht - strafmildernd berücksichtigt werden. Zu bedenken ist ferner, dass Sie mit einer Selbstanzeige u. U. auch Ihren Freund belasten würden, auf dessen Geld das Konto überwiesen wurde.

Von einer Selbstanzeige würde ich daher zunächst abraten. Es sollte auf jeden Fall erst das Gespräch mit dem Arbeitgeber abgewartet werden. Eine Selbstanzeige sollten Sie zudem keinesfalls "auf eigene Faust" durchführen sondern nur nach gründlicher anwaltlicher Beratung und ggf. auch mit anwaltlicher Begleitung.

Das Gespräch mit dem Arbeitgeber sollten Sie m. E. unbedingt wahrnehmen. Es besteht vielleicht die Möglichkeit, in diesem Gespräch den Sachverhalt vollständig aufzuklären und ggf. auch die Modalitäten des Schadensersatzes abzustimmen. Des Weiteren sollte dort auch geklärt werden, ob und ggf. unter welchen Bedingungen das Arbeitsverhältnis beendet oder doch noch fortgeführt werden kann. Wäre es möglich, eine Einigung mit dem Arbeitgeber zu finden, wäre es im günstigsten Falle sogar denkbar, dass von Seiten des Arbeitgebers auf eine Strafanzeige verzichtet wird und die Sache ohne Strafverfahren geklärt werden kann. Diese Chance sollten Sie daher unbedingt nutzen.

Die Frage, ob Sie allein zu dem Gespräch gehen sollten, lässt sich von hier aus nur bedingt beantworten. Sicherlich wäre es u. U. von Nutzen, wenn bei dem Gespräch Zeugen vorhanden wären. Allerdings müssten Sie sich auch darüber im Klaren sein, dass diese Zeugen dann von Ihrem Fehlverhalten und dessen Konsequenzen erfahren. Es müsste also sichergestellt werden, dass die Zeugen / Begleitpersonen den Inhalt und den Anlass des Gespräches mit der notwendigen Verschwiegenheit behandeln und dass diese Zeugen notfalls später auch tatsächlich bereit wären, für Sie auszusagen. Daneben muss sich der Geschäftsführer nicht unbedingt darauf einlassen, dass Zeugen von Ihnen mitgebracht werden. Am besten wäre es natürlich, wenn Sie von einem Anwalt zu dem Gespräch begleitet werden könnten, der für Sie u. U. auch die notwendigen Verhandlungen führt. In der Kürze der Zeit einen Anwalt zu finden, der Sie zu dem Gespräch begleitet, wird aber wohl nur sehr schwer möglich sein. Vielleicht sollten Sie es aber dennoch versuchen, bei einem Kollegen oder einer Kollegin vor Ort telefonisch anzufragen, ob eine so kurzfristige Vertretung und Begleitung doch ausnahmsweise möglich ist.

Auf jeden Fall sollten Sie das Gespräch protokollieren und von der Geschäftsführung gegenzeichnen lassen. Werden Vereinbarungen getroffen - Rückzahlung des Geldes, Absehen von Strafanzeige etc. - sollten diese Vereinbarungen nur schriftlich getroffen und unbedingt von beiden Seiten unterschrieben werden. Nach Möglichkeit sollten Sie aber heute noch gar nichts unterschreiben und sich einige Tage Bedenkzeit einräumen lassen, um die angebotenen Vereinbarungen vor der Unterschrift anwaltlich prüfen zu lassen - dies gilt vor allem dann, wenn Sie allein zu dem Gespräch gehen. Eine Kündigung muss in jedem Fall schriftlich erfolgen; mündliche Kündigungen sind unwirksam.

Sofern keine Einigung mit dem Arbeitgeber möglich ist und/oder von dort Strafanzeige erstattet wird, sollten Sie möglichst umgehend einen Verteidiger (Anwalt) beauftragen. Gleiches gilt im Falle einer fristlosen Kündigung.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung geben und möchte nur rein vorsorglich darauf hinweisen, dass Sie zur Zahlung des hier ausgelobten Einsatzes verpflichtet sind.

Für das Gespräch wünsche ich Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin
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