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Ich bin Nacherbe, wie beantrage ich Auseinandersetzung?


19.06.2005 21:24 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Ich habe folgenden schwierigen Fall :

Ich bin Nacherbe zu 1/9 an einem Haus in berlin.
Der nacherbfall ist 1995 eingetreten.Der Erbfall war bereits 1965(ehemalige DDR.)
Ich bin der einzige Nacherbe der sich gemeldet hat.Die drei anderen sind nicht aufzufinden.
Das Nachlaßgericht hat bisher nichts getan, ausser mir einen erbschein zu 1/9 auszustellen und die Nacherbschaft in das Grundbuch einzutragen.
WIst es sinnvoll eine Auseinnandersetzung mit den anderen erben zu beantragen.Soll ich die anderen erben für verschollen erklären lassen, da sie wahrscheinlich kinderlos verstorben sind und wie soll ich das tun.
Welche anderen Möglichkeiten gibt es?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie können als Miterbe gemäß § 2042 jederzeit die Auseinandersetzung verlangen. Sie ist nur in seltenen Fällen ausgeschlossen, wenn beispielsweise ein potentieller Miterbe noch nicht geboren oder seitens des Erblassers kraft letztwilliger Verfügung ausgeschlossen ist. Die Auseinandersetzung folgt den Regeln nach §§ 752 ff. BGB. Die Aufhebung der Gemeinschaft an einem Grundstück erfolgt mittels Zwangsversteigerung. Gemäß § 2046 BGB wäre dann der Erlös aus der Versteigerung zunächst zur Berichtigung der Nachlassverbindlichkeiten einzusetzen. Anschließend wird gemäß § 2047 der verbleibende Überschuss auf die Erben entsprechend ihren Erbanteilen aufgelöst.

Zudem können Sie die Möglichkeit prüfen, Ihren Erbteil zu veräußern. Gemäß § 2033 Abs. 1 BGB kann jeder Miterbe mit notariellem Vertrag über seinen Anteil am Nachlass als Ganzes verfügen. Dabei ist zu beachten, dass die Miterben ein Vorkaufsrecht haben.

Ob diese Möglichkeiten angesichts der derzeitigen Lage am Grundstücksmarkt sinnvoll sind, vermag ich nicht abschließend einzuschätzen, auch wenn ich da meine Zweifel habe. Sinnvoll mögen sie allerdings unter Berücksichtigung des Umstandes sein, dass sonst eine Beendigung des Schwebezustandes in absehbarer Zeit nur schwer erreichbar ist.

Hinsichtlich der übrigen Erbanteile gehe ich davon aus, dass Nachlasspflegschaften angeordnet wurden und somit Nachlasspfleger als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Jedenfalls muss gemäß § 1960 Absatz 1 Satz 2 BGB das Nachlassgericht für die Sicherung des Nachlasses sorgen, wenn der Erbe unbekannt ist oder ungewiss ist, ob er die Erbschaft angenommen hat. In der Regel kommt das Gericht dieser Aufgabe durch Bestellung eines Nachlasspflegers nach. Sollte dies gleichwohl bislang nicht geschehen sein, können Sie die Bestellung eines oder mehrer Nachlasspfleger beim Nachlassgericht anregen.

Sollten die Miterben unbekannt sein, kommen Sie mit der Inanspruchnahme der Möglichkeiten nach dem Verschollenheitsgesetz nicht unbedingt weiter. Auch wenn die Miterben verschollen und möglicherweise ohne Kinder geblieben sind, müssen noch keine anderen Erben bekannt sein, die an deren Stelle treten können. Es wäre dann, so gesetzliche Erbfolge eintreten würde, Sache des Nachlassgerichtes das Verfahren gemäß §§ 1964 ff. BGB zur Feststellung der Erbvermutung für den Fiskus einzuleiten.

Etwas anderes würde gelten, wenn Sie – was ich nicht überschaue - dann als Nacherbe der anderen (Nach-)erben in Betracht kämen. Dann hätten Sie ein rechtliches Interesse daran, die übrigen Miterben für tot erklären zu lassen und könnten gemäß § 16 Abs. 2 lit. c des Verschollenheitsgesetzes einen Antrag auf Einleitung eines der Todeserklärung vorausgehenden Aufgebotsverfahrens stellen. Gemäß § 15 a dieses Gesetzes müsste dieser Antrag, so noch keiner gestellt wurde, bei dem für Ihren Wohnsitz zuständigen Amtsgericht eingereicht werden.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen weiter geholfen zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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