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Ich befürchte in der Probezeit gekündigt zu werden, was kann ich tun?

| 11.03.2009 20:29 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Vogt


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Probezeit läuft Ende des Monats aus.

Arbeite in einem sozialen Betrieb, der Träger ist die Stadt.

Es ist eine Schichtdienstarbeit und man ist sehr viel alleine mit den Kunden, Dienst zu zweit gibt es aufgrund der Arbeitsaufteilung kaum.

Meines Wissens läuft es in der Arbeit sehr gut, die Gruppenkollegen sind zufrieden mit meiner Arbeitsweise, der Alltag läuft meiner Meinung nach sehr gut. Ich fühle mich im Team ausgesprochen wohl, und obwohl es ein schwieriges Arbeitsfeld ist möchte ich dort gerne einige Jahre arbeiten.
Auch meine Vorgesetzte ist von mir eine geschätze, fähige Person. Von dem her bin ich sehr überrascht.
War bisher kaum krank und bin jederzeit für andere kranke Mitarbeiter eingesprungen.

Aber anscheinden differenziert sich meine Wahrnehmung von der Wahrnehmung meiner Vorgesetzten ( nicht im Kinderdienst ).
Auf Teamsitzungen wurden zwar mal Kritikpunkte in meiner Arbeit thematisiert wie z.b. Termin für eine Veranstaltung ( Fortbilundung ) vergessen, Mal eine Sache zu erledingen im Raum vergessen, als ich die Abschlußrunde gemacht haben, oder einen Fall nicht ausführlich genug vorgestellt bekommen. Für mich normale Kritikpunkte die in der Einarbeitungszeit in einer Einrichtung vorkommen.

Desweiteren gab es nie von der Vorgesetzten noch meinen Kollegen Kritikpunkte an meiner pädagogischen, organisatorischen Arbeitsweise.
Vor kurzem wurde ausgemacht, daß ich regelmäßige Gespräche mit meiner Vorgesetzten habe, damit wir Zielvereinbarungen für meine Arbeit treffen können.
In diesen Gesprächen wurden, abgesehen von den oben genannten, keine weiteren Kritikpunkte erörtert.

Ich war immer für Kritik offen und bin froh mich weiter entwickeln zu können. Meine bisherigen Arbeitgeber stellten mir ausgezeichnete Arbeitszeugnisse aus, die auch vorliegen.

Die Stimmung kippte vor etwa 2 Monaten, als ich anmeldete, daß ich 3 Monate Elternzeit nehmen möchte.
Ich verstehe, daß es für die Arbeit eventuell ungünstig fällt, aber meine privaten Bedingungen erfordern die Anwesenheit von mir zu Hause. Diese Gründe habe ich offen ausgesprochen und dargelegt.

Da es für die Arbeit schwierig ist, eine Vertretung für mich zu finden, habe schon vorgeschlagen, daß ich bereit bin nur 1 Monat zu nehmen wenn ich daran 2 Wochen Urlaub hängen kann. Ich fühle mich in der Arbeitsstelle sehr wohl und so wollte ich dem Arbeitgeber auch entgegen kommen.
Denn eine Anwesenheit von 6 Wochen nach Geburt des Kindes ist aus gesundheitlichen Gründen meiner Frau sehr angeraten.

Ein Kollege meinte es wäre ungeschickt sowas schon in der Probezeit zu "offenbaren", da dies sich ungünstig auswirken könnte. Aber aufgrund von meiner guten Arbeitsweise sieht er keine Problem mich zu halten , dieser Kollege ist mein Vorgesetzter im Gruppendienst. .... .
Für mich war es aber eine Frage der Fairneß, denn wenn die Kollegen ihren Sommerurlaub gebucht hätten, und ich hätte erst 7 Wochen vorher Bescheid gesagt, wäre das Drama perfekt gewesen.

Jetzt habe ich das ungute Gefühl, daß mir doch in der Probezeit gekündigt wird. Was mich sehr schockieren würde.

Meine Frage -
- darf das so aus heiterem Himmel kommen ?
- müssen nicht vorher konkrete Kritikpunkte angesprochen werden, bzw. mir gesagt werden, damit ich mich verbessern kann ?
- ist es rechtens das so kurzfristig zu machen, so daß ich zum 1. April ohne Arbeit da stehe - Ich habe eine schwangere Frau mit zwei Kleinkindern zu Hause

Bisher hatte ich noch keinen einzigen Urlaubstag, mein geplanter Urlaub von 3 Wochen konnte wegen Personalmangel nicht genehmigt werden.


Für mich ist es nicht nur traurig diese Stelle zu verlieren, sondern auch daß durch diese Beendigung der Probezeit, alle Stellen beim Träger der Stadt wahrscheinlich weg fallen. Denn der Arbeitgeber ist ja die Stadt.



Vielen Dank für Ihre Meinungen

Mann von Tochter


Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage darf ich auf der Basis des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten:

Grundsätzlich soll das Probearbeitsverhältnis den Vertragsparteien die Möglichkeit geben, sich gegenseitig im Hinblick auf eine längerfristige Zusammenarbeit zu prüfen.

Dieses Probearbeitsverhältnis kann entsprechend § 622 Abs. 3 BGB innerhalb der vereinbarten Probezeit mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden, wobei diese Kündigung keines speziellen Grundes bedarf.

So folgt nach der Rechtssprechung des Bundesarbeitsgerichts aus der Vereinbarung der Probezeit keine Kündigungsbeschränkung. Vielmehr ist der Arbeitgeber vor Ablauf der sechs Monate selbst dann zur Kündigung berechtigt, wenn sich der Arbeitnehmer in der Probezeit bewährt hat.

Demnach ist vor Ausspruch der Kündigung auch kein klärendes Gespräch mit dem Arbeitnehmer erforderlich, in dem eventuell bestehende Kritikpunkte angesprochen werden müssten.

Selbstverständlich muss der Arbeitgeber jedoch auch bei einer Kündigung in der Probezeit die formalen Voraussetzungen einer ordnungsgemäßen Kündigung einhalten.

So bedarf die Kündigung der Schriftform, die oben bereits erwähnte Kündigungsfrist muss eingehalten und eine eventuell bestehende Personalvertretung ordnungsgemäß beteiligt werden.

Ich bedauere, dass ich Ihnen in dieser Angelegenheit keine günstigere Mitteilung machen kann, hoffe jedoch dennoch, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2009 | 22:11

Danke für Ihre Antwort auch wenn mich die Antwort leider nicht erfreuen kann.
Ich hoffe ich kann die Frage noch anhängen, auch wenn es ein etwas anderes Themengebiet ist.

Einer Kollegin wurde auch die Probezeit nicht verlängert, der wurde aber "nahe gelegt" selbst zu kündigen. Das hat sie auch getan.

Ich gehe mal davon aus, daß mir das auch nahe gelegt wird.
Was natürlich auch im Lebenslauf besser aussieht.
Soviel ich weiß bin ich ja dann erstmal für Arbeitslosengeld gesperrt.
Aber wie ist das mit der Krankenkasse, muß ich den Beitrag dann selbst bezahlen ?
Meine Frau ist in Elternzeit bei derselben Krankenversicherung.

Wie sieht das mit der Krankenkasse aus, wenn man in Einvernehmen kündigt, bzw. die Probezeit in gegenseitigem Einvernehmen beendet. ?
Und mit der Sperre beim Arbeitsamt wegen Arbeitslosengeld.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2009 | 22:48

Ihre Nachfrage darf ich gerne wie folgt beantworten:

Sozialrechtlich macht es grundsätzlich keinen Unterschied, ob Sie eine Eigenkündigung aussprechen oder das Arbeitsverhältnis einvernehmlich in Form eines Aufhebungsvertrages auflösen.

Vielmehr haben beide Varianten die sogenannte "Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe" des § 144 Abs. 1 Nr. 1 SGB III zur Folge.

Diese hat zum einen zunächst das Ruhen des Anspruchs auf Arbeitslosengeld für die Dauer von 12 Wochen zur Folge.

In dieser Zeit bekommen Sie kein Arbeitslosengeld und müssen grundsätzlich selbst Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen.

In Ihrem Fall könnte jedoch eventuell die Möglichkeit der Familienversicherung bei Ihrer Frau bestehen, was im Bedarfsfall mit der Krankenkasse abgeklärt werden sollte.

Darüber hinaus hat die Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe aber noch die weitere Folge, dass sich die Gesamtdauer des ALG mindestens um ein Viertel verkürzt!

Dementsprechend bedeutet ein Aufhebungsvertrag oder eine Eigenkündigung für einen Arbeitnehmer im Regelfall eine erhebliche finanzielle Einbuße, so dass ich von einem derartigen Verhalten grundsätzlich nur dringendst abraten kann.

Mit freundlichen Grüßen


Michael Vogt
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 12.03.2009 | 12:34

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 12.03.2009 5/5,0
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