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IVF Kostenübernahme PKV bei Tubenverschluss

03.04.2019 10:00 |
Preis: 25,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Gebärmutter Spiegelung wurde ein Tubenverschluss (tubare Sterilität) diagnostiziert. Bei der tubaren Sterilität, welche eine Erkrankung darstellt, sind die Eileiter (Tuben) verklebt bzw. verschlossen. In der Folge sind der Transport und das Durchkommen der Eizelle unmöglich. Bedingt dadurch, dass ein Eileiter verschlossen ist und nicht mehr geöffnet werden konnte und der andere sehr dünn ist, ist laut den Ärzten eine IVF-Therapie indiziert. Es besteh eine Erfolgsaussicht von 42,4% nach Deutschem IVF-Register (2017).
Leider möchte die Private Krankenversicherung die Kosten aus folgenden Gründen nicht übernehmen:
„Eine sekundäre Sterilität ist keine Erkrankung, sondern der Zustand, wenn eine Schwangerschaft ausbleibt. Die Richtlinien für die künstliche Befruchtung geben eine Indikation für eine IVF vor, wenn ein Tubenverschluss vorliegt. Dies bezieht sich auf einen beidseitigen Tubenverschluss bzw. das beidseitige Fehlen der Eileiter einer Frau. Auch die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt einer spontanen Schwangerschaft liegt mit einem Eileiter bei 70% bis 75%. Der einseitige Tubenverschluss führt daher zu einer nicht messbaren oder bezifferbaren Abnahme der Sterilität. Kosten für eine IVF-Therapie können daher nicht übernommen werden."

Ist diese Aussage der PKV Ihrer Meinung nach richtig?
Muss die PKV (zumindest einen Teil der Kosten) übernehmen?


Mit freundlichen Grüßen
06.04.2019 | 17:36

Antwort

von


(20)
Straßburger Straße 13
10405 Berlin
Tel: 03068076977
Web: http://www.rechtsanwaeltinfischer.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre freundliche Anfrage, die ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworte:

Die private Krankenversicherung zahlt gemäß § 1 Abs. 2 MB/KK nur bei medizinisch notwendigen Heilbehandlungen, d.h. bei einer organisch bedingten Störung des Versicherungsnehmers, also quasi bei einer "Krankheit", also nicht bei bloßer Kinderlosigkeit.

Sie müssen daher die wortwörtliche ärztliche Diagnose beschaffen und vorlegen, dass eine "organisch/körperlich bedingte Subfertilität" vorliegt und auf die Rechtsprechung verweisen.

So z. B. OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.10.2017 - 12 U 107/17: "Eine organisch bedingte Sterilität liegt bei der Klägerin vor, weil eine intakte Schwangerschaft ohne Fehlbildung zwar nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich ist".

Die In-vitro- Fertilisation (IVF) ist als medizinische Heilbehandlung anerkannt, BGH v. 17.12.1986 IV a ZR 78/85). Die künstliche Befruchtung muss allerdings erfolgversprechend sein, also wenigstens sollte eine Wahrscheinlichkeit von über 15% vorliegen, vgl. BGH v. 21.9.2005 IV ZR 113/04.

Dann muss die PKV alle von der Behandlung umfassten Maßnahmen, ggf. bei beiden (!) Ehepartnern zahlen.

Bei einer Ablehnung der Kosten müssten Sie innerhalb von 6 Monaten Klage einreichen, um den Anspruch gerichtlich durchzusetzen.

Sollte dennoch abgelehnt werden, können Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Daniela Fischer

ANTWORT VON

(20)

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